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Nie gab es so viele Bücher für Schwule wie heute. Doch die Cover der Bände aus den 50er und 60er Jahren waren viel schriller und knackiger.

Von Christian Scheuß

Schwule Groschenromane gibt es heutzutage leider nicht mehr. Ein homosexueller Ableger von Perry Rhodan oder Jason Dark wäre sicherlich interessant für die Leserschaft, für einen konservativen Verlag, wie Bastei Lübbe, der hierzulande das Quasi-Monopol auf die seichte Lektüre hat, aber wohl undenkbar. In den 50er und 60er Jahren hat es in den USA einen großen Markt für billige "Schundliteratur" gegeben. Der Texaner Ryan Richardson hat im Internet eine Sammlung der schönsten Cover solcher amerikanischen Paperback-Bücher ins Netz gestellt. Die Zeichnungen und Titel der Romane sind oft zum Schreien komisch, aber damals durchaus ernst und häufig auch sehr zweideutig gemeint: "Der schwule Bandit an der Grenze", "Geboren, um schwul zu sein", "Der Teufel ist schwul" oder "Buffy reitet wieder".

Vorbild für diese Sammlung war übrigens die lesbische Variante "Strange Sisters", die es bereits etwas länger gibt. Auch hier werden die Cover lesbischer Groschenromane vorgestellt. Die Illustrationen und auch die Inhalte spiegeln gut den Zeitgeist wieder. In manchen seiner gesammelten schwulen Titel, so gibt Webmaster Richardson zu, steckt sehr viel Homophobie. Doch das waren die eben die Fifties und Sixties, die für Homosexuelle eine Zeit des Versteckspiels und der Pathologisierung war.

27.03.2006



#1 blumen-freundAnonym
  • 11.04.2006, 17:58h
  • wem ist auch die CSU-flagge an der wand hinter dem typen mit der unterhose aufgefallen?
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#2 SvenAnonym
  • 09.05.2006, 14:34h
  • Zur Info: "Perry Rhodan" ist von Pabel Moewig. "Jason Dark" ist das Pseudonym des Autoren Helmut Rellergerd, der die Serie "John Sinclair" beim BASTEI-Verlag schreibt.

    So konservativ, wie das hier dargestellt wird, ist der Verlag nun wirklich nicht.

    Die Gründe für das Nichtvorhandensein von randgruppenspezifischer Lektüre, sind wohl eher darin zu sehen, daß Objekte finanziell erfolgreich sein MÜSSEN. Da Heftromane in der Regel aber stark von Laufkundschaft abhängig sind, ist die Aussicht in diese Richtung gering.
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