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  • 29. März 2006, noch kein Kommentar

… in den CD-Player! Scientology-Glatze, Chanson-Tribut und Hip-Hop-Attacke auf Latino-Klassiker. Können das schwule Ohren aushalten?

Von Jan Gebauer

Isaac Hayes – "Ultimate Hayes – Can You Dig It?"

Isaac Hayes (63) ist wieder in aller Munde, allerdings weniger wegen seiner Musik, sondern weil er nicht mehr die Originalstimme des schwarzen Kochs in der Zeichentrick-Serie "South Park" spricht. In einer Mitteilung Anfang letzter Woche hielt er den Produzenten der Serie vor, sie würden sich "unangemessen" über Religion und Glaubensfragen lustig machen und dadurch Intoleranz erzeugen. Hayes ist überzeugter Scientologe und war vor seiner rund zehnjährigen Arbeit für "South Park" vor allen Dingen als Sänger und Komponist aber auch als Schauspieler ("Die Klapperschlange") erfolgreich gewesen. Welche Ironie, dass in der gleichen Woche, in der er bei "South Park" kündigt, auch endlich seine neue Doppel-Best-of in den Läden steht, die die wichtigsten Hits, Album-Tracks und einige Raritäten bereithält. Hayes, bekannt durch üppige, überlange 70s-Schlafzimmer-Soul-Hymnen, die selbst Barry White beeinflussten, ist ein Meister seines Fachs: Seine Stimme klingt wie flüssige, heiße Schokolade, seine Arrangements sind unvergleichlich sexy und grooven monströs. Ob das selbst geschriebene Funk-Meisterwerk "Shaft", oder die zahlreichen Adaptionen (Burt-Bacharachs "Walk On By", "The Look of Love", Breads "Baby I’m-A Want You") – der Meister klingt heute noch frisch und unglaublich innovativ. Auch wenn einige Titel aus Platzgründen gekürzt wurden und eine seiner genialsten Aufnahmen ("Close To You") leider fehlt, sollte diese Sammlung von eindringlichen Soul-Klassikern in keiner Sammlung des Genres fehlen.

Offizielle Isaac-Hayes-Homepage

Sergio Mendes – "Timeless"

Man sollte sich nie von dem ersten Song auf einer CD abschrecken lassen: "Más que nada", von Bossa-Nova-Hitmacher Sergio Mendes 1966 bekannt gemacht, wurde für das neue Jahrtausend mit unerträglichen Hip-Hop-Elementen versehen. Schuld daran sind die Black Eyed Peas, die zwar mit ihren eigenen Songs nette Chartnummern abliefern mögen, aber auf "Timeless" schlichtweg nerven. Nach dem ersten Song wird es durchaus besser, allerdings kaum überragend. Wenn Leute wie Stevie Wonder, Erykah Badu, Jill Scott oder India-Arie im Studio aushelfen sind die Ergebnisse durchaus hörenswert. Wenn jedoch Q-Tip bei "The Frog" genauso klingt wie das Gerappe auf "It’s Like That" von Mariah Carey, dann weiß man, dass etwas nicht stimmt.

Mendes war in den 60er Jahren ein Superstar des Bossa Novas und gepflegten Easy-Listenings. Kein brasilianischer Musiker verkaufte so viele Platten in den USA wie er. In Deutschland fast vergessen, erinnerte man sich in den USA gerne an den Meister, der einst mit seinen Versionen von "The Fool on the Hill" (Beatles), "The Look of Love" (Burt Bacharach) und "Scarborough Fair" (Simon & Garfunkel) große Hits landen konnte. Auf "Timeless" poliert er mit Hilfe zahlreicher namenhafter Hip-Hop- und R&B-Künstler vor allen Dingen seine meisterhaften Bossa- und Latino-Nummern auf. Das fällt im Vergleich zum üblichen Chartsbumbum schon fast wieder innovativ aus, auch wenn man am Ende des Albums denkt: "Schön ihn wieder zu haben, aber jetzt höre ich mir doch wieder die charmanteren Original-Aufnahmen an."

Mehr Infos zu Sergio Mendes auf www.jazzecho.de

Superstars singen Brel

Chansongott Jacques Brel, der 1978 mit 49 Jahren viel zu früh an Lungenkrebs verstarb, ist mit Sicherheit der großartigste Künstler den Belgien hervorgebracht hat. Unzählige Musiker haben seine brillanten Chansons aufgenommen, mal mehr, mal weniger überzeugend. An die Vorlagen des Ausnahme-Komponisten kamen die meisten Interpretationen freilich nicht heran, denn die einzigartig harte, aber dennoch ausdrucksstarke Stimme Brels verlieh seinen Liedern einen einmaligen, unverkennbaren Glanz. Auf dem etwas seltsam betitelten Album "Superstars singen Brel" huldigen zwölf Stars dem unvergessenen Künstler, die allerdings nicht alle das Prädikat im Titel verdient haben. Nichtsdestotrotz wurde eine Schar interessanter Interpreten versammelt, die sich alle bemühen, den Brel-Chansons neues Leben einzuhauchen:

Deutschlands bibelfester Soul-Superstar Xavier Naidoo dürfte sicherlich am ungewöhnlichsten sein, Katja Ebstein hatte ohnehin schon immer ein Faible für anspruchsvolleres Liedgut (nein, nicht "Der Stern von Mykonos") und Konstantin Wecker und Herman van Veen sind ohnehin als Liedermacher prädestiniert für solch ein Projekt. Gunther Emmerlich klingt wahlweise beseelt ("Einen Freund zu sehn, der weint") oder wie ein Rummelplatz-Sänger beim Schlager-Amoklauf ("Mein allerletztes Glas"). Auch Evelyn Fischers Interpretation von "Ne me quitte pas" ("Wenn du von mir gehst") klingt lau im Vergleich zu brillanten Vorlagen von Marlene Dietrich oder Frida Boccara. Dann lieber Klaus Hofffmann mit seiner schnodderigen Version von "Die Stadtmauer von Warschau". "Superstars singen Brel" ist vor allen Dingen absoluten Sammlern und Fans der belgischen Legende zu empfehlen.

Offizielle Jacques-Brel-Homepage

29. März 2006



Starregisseur verlässt Scientology wegen Homo-Ehe

Oscar-Gewinner Paul Haggis verlässt die Scientology-Kirche. Grund: Die Glaubensgemeinschaft warb dafür, die Homo-Ehe abzuschaffen.
Droht Scientology John Travolta mit Outing?

Laut einer britischen Zeitung droht Scientology dem Schauspieler, sein Schwulsein zu offenbaren, falls er der Sekte den Rücken kehrt.