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US-Wissenschaftler setzen große Hoffnungen auf ein Medikament, das HIV-Infektionen beim Menschen verhindern soll.

Von Dennis Klein

25 Jahre ist es nun her, seit die ersten Aids-Fälle die Welt wachrüttelten. Bis Mitte der 90er Jahre war die Krankheit immer tödlich. Seitdem hat die so genannte Kombinationstherapie die HIV-Infektion beherrschbar gemacht - wenn auch nicht heilbar. Jetzt haben US-Wissenschaftler eine Medikamentkombination vorgestellt, die eine HIV-Infektion verhindern soll. "Das ist der erste Stoff in der HIV-Forschung, der wirklich erfolgversprechend ist", freut sich Thomas Folks, Chef der US-Behörde für gesundheitliche Aufklärung.

Bei den Medikamenten handelt es sich um Tenofovir (Handelsname Viread) und Emtricitabine (Emtriva). Zusammen werden die Medikamente als Truvada von der kalifornischen Firma Gilead Sciences vertrieben. Der Konzern hat bereits für Aufsehen gesorgt, weil er das Anti-Vogelgrippe-Medikament Tamiflu herstellt.

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Bei Tierversuchen hatten die Gilead-Sciences-Forscher Truvada bereits erfolgreich getestet. So wurden sechs nicht infizierten Berberaffen die Medikamente verabreicht. Dann haben Wissenschaftler eine Mischung aus menschlichen und unter Affen verbreiteten HI-Viren rektal verabreicht, um den Übertragungsweg beim Analsex zu imitieren. Nach 14 Wochen waren die Tiere immer noch HIV-negativ. Selbst nachdem die Medikamente abgesetzt wurden, blieben alle Tiere auch vier Monate später noch gesund. Wissenschaftler hatten zuvor bereits mit Tenofovir experimentiert - allerdings hat das Mittel alleine nur einen teilweisen Schutz gewährt.

Truvada, das HIV-Patienten bereits seit letztem Jahr zur Verfügung steht, wirkt anders als Impfstoffe, die das Immunsystem aktivieren. Statt dessen verhindert das Mittel, dass sich das Virus vermehrt. Es wirkt dabei ähnlich wie vorbeugende Medikamente gegen Malaria.

Es gibt Berichte aus den USA, dass HIV-Negative bereits jetzt das Medikament von Freunden erhalten, um ungeschützt Sex haben zu können. Medienberichten zufolge verschreiben Ärzte das Medikament an schwule Männer, die angeben, nur Bareback-Sex zu haben. Im Rückgang des Kondom-Gebrauchs sehen Experten auch die Hauptgefahr im voreiligen Jubel über das neue Medikament. Denn immerhin ist es noch nicht sicher, dass Truvada beim Menschen einen gleich hohen Schutz vor einer HIV-Infektion bietet wie Safer Sex - von den teils heftigen Nebenwirkungen der Pillen einmal abgesehen. Außerdem ist es möglich, dass sich ein Virus entwickelt und ausbreitet, der gegen das Mittel resistent ist. "Mich haben Leute gefragt: Promotet ihr mit dem neuen Medikament nicht ungeschützten Geschlechtsverkehr?", merkt Lynn Paxton gegenüber AP an. Sie begleitet für die Behörde für gesundheitliche Aufklärung die Forschung.

Ein weiteres Hindernis für einen flächendeckenden Einsatz von Truvada ist auch der Preis. So gibt Gilead Sciences das Medikament an arme Länder zum Selbstkostenpreis von 87 US-Cent (72 Euro-Cent) für eine Tagesdosis ab. Kondome kosten dagegen nur wenige Cent. Der US-Großhandelspreis für eine Jahresdosis beträgt 650 Dollar (540 Euro).

Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, ob Truvada bei Menschen so gut wirkt wie bei Affen. Dazu startet Gilead Sciences groß angelegte Tests in der ganzen Welt, die noch in diesem Jahr erste Ergebnisse liefern sollen. Für Lynn Paxton ist Truvada der größte Hoffnungsschimmer im Kampf gegen HIV: "In Gegenden, in denen es eine hohe HIV-Rate gibt, ist selbst ein nicht-hunderprozentiges Produkt ein Segen".

29. März 2006



11 Kommentare

#1 qafAnonym
  • 29.03.2006, 18:06h
  • Ich wäre vorsichtig mit solchen ankündigungen; diese führen nur dazu, das immer mehr leutz ohne rum poppen!!
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#2 dragonwarriorAnonym
  • 30.03.2006, 08:05h
  • na klasse!!

    wie war doch gleich eines der resumees auf den münchner aids-tagen:

    wir haben eine ganze reihe neuer substanzen die besser verträglich zu sein scheinen als die substanzen, in die wir vor 5-10 jahren große hoffnungen setzten und die sich im langzeitversuch als problematisch erwiesen.
    aber, hand aufs herz, wissen wir denn wie die neuen substanzen auf lange sicht dastehen werden?

    nun also truvada für alle, die es lieber unsafe mögen.

    mal ganz abgesehen vom preis dieses medikamentes: wer diese pillen frisst muss auch die nebenwirkungen und langzeiteffekte einkalkulieren:

    ===========

    Jede Filmtablette enthält 200 mg Emtricitabin und 245 mg Tenofovir Disoproxil (entsprechend 300 mg Tenofovir Disoproxilfumarat bzw. 136 mg Tenofovir).

    Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass antiretrovirale Therapien, einschließlich Truvada, das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere durch sexuellen Kontakt oder kontaminiertes Blut nicht ausschließen. Es müssen weiterhin geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

    Tenofovir ist strukturell eng mit Nukleosidanaloga verwandt. Aus diesem Grund kann das Risiko einer Lipodystrophie nicht ausgeschlossen werden.

    Nebenwirkungen:
    Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:
    Häufig: Neutropenie

    Erkrankungen des Immunsystems:
    Häufig: allergische Reaktion

    Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:
    Sehr häufig: Hypophosphatämie
    Häufig: Hypertriglyceridämie, Hyperglykämie Selten: Laktatazidose Im Zusammenhang mit der Anwendung von Nukleosid-Analoga wurde über Laktatazidosen berichtet, die gewöhnlich mit einer Hepatosteatose assoziiert waren

    Psychiatrische Erkrankungen:
    Häufig: abnorme Träume, Insomnie

    Erkrankungen des Nervensystems:
    Sehr häufig: Schwindelgefühl, Kopfschmerzen

    Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:
    Sehr selten: Dyspnoe

    Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:
    Sehr häufig: Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen Häufig: Flatulenz, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, erhöhte Serum-Lipase-Werte, erhöhte Amylase-Werte, einschließlich erhöhter Pankreas-Amylase
    Selten: Pankreatitis Leber- und Gallenerkrankungen
    Häufig: Hyperbilirubinämie, erhöhte Transaminasen
    Sehr selten: Hepatitis

    Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:
    Häufig: Exantheme, Pruritus, makulopapuläres Exanthem, Urtikaria, vesikulobullöses Exanthem, pustulöses Exanthem sowie Verfärbung der Haut (Zunahme der Pigmentierung)

    Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen:
    Sehr häufig: erhöhte Kreatinkinase

    Erkrankungen der Nieren und Harnwege:
    Selten: (akutes oder chronisches) Nierenversagen, proximale Tubulopathie, einschließlich Fanconi- Syndrom, Proteinurie, erhöhter Kreatininwert
    Sehr selten: akute tubuläre Nekrose
    Zusätzlich wurde nach der Markteinführung über Nephritis und nephrogenen Diabetes insipidus berichtet.

    Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:
    Häufig: Schmerzen, Asthenie

    ===============

    ach ja und dann noch der hinweis:

    Patienten müssen darüber aufgeklärt werden, dass antiretrovirale Therapien, einschließlich Truvada, das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere durch sexuellen Kontakt oder kontaminiertes Blut nicht ausschließen. Es müssen weiterhin geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

    ================

    so, und nun nochmal. das ist der preis fürs weglassen des gummis.
    so geil kann ich garnicht werden, dass ich mir das, was sich etliche meiner freunde antun müssen, um zu überleben antue um das gummi weglassen zu können.
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#3 dragonwarriorAnonym
  • 30.03.2006, 08:14h
  • wesentlich empfehlenswerter als der obige artikel, der mich schon als anzeige in hinnerk und konsorten ärgern würde, mich aber als redaktioneller beitrag entsetzt, weil er die risiken überhaupt nicht benennt, ist das positionspapier des LSVD zum thema HIV-prävention und schwule gesundheit

    typo3.lsvd.de/620.0.html
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#4 MarkusAnonym
  • 30.03.2006, 09:47h
  • Ein schöner Hoffnungsschimmer!
    Schade, dass damit bereits wieder Unfug betrieben wird, welcher die Gefahr der Resistenzentwicklung erhöht.
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#5 OlafAnonym
  • 30.03.2006, 12:58h
  • Jede Entwicklung ist gut, die dem Killervirus Einhalt gebieten kann. Aber natürlich ist Safer Sex noch die beste Methode. Wer aber absolut nicht ohne Gummi ficken will, sollte die Möglichkeit haben, das Medikament zu kaufen. Das ist immer noch besser als sich HIV einzufangen.
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#6 seb1983
  • 30.03.2006, 14:34h
  • warum wird ein erfolgsversprechender Ansatz eigentlich immer als Aufforderung zu unsafen Sex verstanden??

    Das wäre ja wie: Ich renn bei dem Wetter nackt draußen rum, bei ner Lungenentzündung gibts halt Antibiotika. Da scheinen manche vorsichtiger zu sein als bei HIV. Ein witz! Sind Schwule so dumm???
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#7 caAnonym
  • 30.03.2006, 18:10h
  • Alle, die ernsthaft über diese Option nachdenken, sollten mal mit jemand reden, der tatsächlich jeden Tag für den Rest seines Lebens diese Pillen nehmen muß.

    Sagt ihm doch einfach, wie toll ihr seine Lifestyle-Drogen findet.
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#8 JürgenAnonym
  • 08.04.2006, 18:39h
  • Es ist zwar schön wenn ein Medikament gefunden wird das das HIV aufhalten soll,aber was ist mit denn Menschen die schon an HIV+ erkrankt sind und das schuldig.
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#9 TheoAnonym
  • 11.04.2006, 14:39h
  • LEUTE !!!!!!!!

    WAS SOLL DAS ?

    Solche halbintelligenten Artikel verleiten doch dazu wie die "Affen" ohne Gummi zu poppen!

    Wenn Ihr Bock habt früh und unangenehm zu Grunde zu gehen, dann poppt ohne Gummi, es gibt ja auch noch mehr "angenehmes" als HIV !!

    Greetz
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#10 JanAnonym
  • 06.06.2006, 09:46h
  • Wirklich nicht sehr sachlich dieser Artikel.
    Erstens: Durch unsafe Sex kann man sich
    auch andere Krankheiten zuziehen, die
    teilweise sogar inzwischen
    schwerwiegender und schlechter zu
    behandeln sind als HIV (z.B. Hepatitis C).
    Zweitens: Truvada ist kein neues
    Wundermedikament, sondern einfach die
    Kombination zweier schon länger
    existierender Präparate in einer Pille die
    zur einfacheren Einnahme kombiniert
    wurden. Schon länger werden diese
    Präparate getrennt eingenommen. Es gibt
    daher auch keinen Grund, nicht
    anzunehmen, dass es über die Zeit zu
    Resistententwicklungen kommen kann.
    Eine vorbeugende Einnahme kann daher
    u.U. sogar bewirken, dass man nach
    einer Erkrankung nicht mehr auf diese
    Medikamente anspricht!
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