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Ein Londoner Gericht hat die Klage des Homo-Aktivisten Peter Tatchell gegen den Präsidenten von Simbabwe angenommen. Droht Mugabe der Prozess?

Von Norbert Blech

Der britische Homo-Aktivist und Menschenrechtler Peter Tatchell ist seinem Ziel, den Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, für seine Menschenrechtsverletzungen vor Gericht zu sehen, einen großem Schritt näher gekommen. Nun befasst sich ein Londoner Gericht mit seinen Vorwürfen.

Dem Führer der einstigen britischen Kronkolonie werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und Wahlbetrug vorgeworfen. Tatchell brachte dem Gericht am Mittwoch zwei Zeugenaussagen von aus dem Land geflohenen Oppositionellen mit, die von furchtbaren Folterungen erzählten. Gleichzeitig präsentierte er dem Gericht Berichte von Menschenrechtsorganisationen, die von Folterungen "in großem Maße" sprechen. Das Gericht, das laut Klage die Immunität Mugabes aufheben und ihm in London den Prozess machen soll, vertagte sich zur Prüfung der Dokumente und Aussagen auf eine Woche.

Mugabe, seit 23 Jahren an der Macht, hatte mehrfach angekündigt, alle Homosexuellen des Landes inhaftieren zu lassen und sämtliche schwul-lesbischen Organisationen zu verbieten. Er beschuldigte Großbritannien für die Probleme seines Landes und verband das Königreich mit seinem Hass auf Homos: Premierminister Tony Blair solle erstmal sein "Kabinett voller Schwuler enttarnen", bevor er Zimbabwe kritisiere. Von ihm stammt auch der Satz: "Tiere sind besser als Schwule. Sie wissen wenigstens, was ein Mann oder eine Frau ist".

Tatchell hatte mehrfach versucht, Mugabe auf Auslandsbesuchen eigenhändig zu verhaften, wurde aber in der Regel selbst verhaftet oder gar von Mugabes Bodyguards verprügelt. Politisch fand er bisher kaum Unterstützung, die britische Regierung und der Commonwealth zeigen erst in letzter Zeit Anzeichen für eine deutliche Distanzierung von Mugabe. Sollte das Gericht die Immunität aufheben, müssten Länder, durch die Mugabe bisher unbehelligt reiste, ihn nach Großbritannien ausliefern.

"Ich bin überzeugt, dass das Gericht irgendeine Art von Haftbefehl erlassen wird", sagte Tatchell nach der Verhandlung. Probleme bereitet Mugabe auch Kanada: Für Menschenrechtsverletzungen, die Vertreibung weißer Farmer, dem Entzug von Essen für die Bevölkerung und dem Genozid an rund 20.000 Menschen zu Beginn seiner Amtszeit überlegt die Regierung ebenfalls, Mugabe vor Gericht zu stellen. Das kanadische Parlament hatte kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das erlaubt, Politiker und Militärs anderer Staaten wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen.

8. Januar 2004, 14.45h



#1 thomasAnonym
  • 06.08.2004, 13:55h
  • Mugabe ist ein wahnsinniger Despot, dem unbedingt das Handwerk glegt werden muss. Nur internationaler Druck kann hier etwas bewirken. Er hat sich so vieler Menschenrechtsverletzungen - nicht nur gegen Schwule - schuldig gemacht. Hier koennte Bush doch mal aufraeumen!!!
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