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  • 05. April 2006, noch kein Kommentar

Schlager, Jazz und Klassik: Drei Genres, die gerne für sich bleiben. Aber nicht auf queer.de! Wir stellen drei neue CDs vor.

Von Carsten Weidemann

Dieter Thomas Kuhn – "Einmal um die ganze Welt"

Dieter Thomas Kuhn, die "singende Föhnwelle", steht wieder auf den Brettern, die die Schlagerwelt bedeuten. Er war fleißig im Studio und bringt zu seiner Tour 2006 ein Album mit ganz neuen alten Liedern raus. "Einmal um die ganze Welt" heißt die Sammlung, die "unseren Dieter so zeigt, wie wir ihn lieben, ehren und unvergessen in unseren Herzen tragen" (Pressetext). 14 Songs hat der Meister aufgenommen, der wohl neben Guildo Horn als der erfolgreichste Vertreter des "neuen deutschen Schlagers" steht. Dabei handelt sich in der Regel um neu eingespielte Varianten von alten Klassikern, immer mit einem Augenzwinkern serviert: "Café Oriental" mit Party-Groove, "Azurro" als südseegetränkter Reggae und "Guantanamera" mit Feuer im Takt. Zum ersten Mal hat Kuhn auch Lieder dabei, die im Original von Frauen gesungen wurden: "Ich will nen Cowboy Als Mann" (Gitte), "Am Tag als Connie Kramer starb" (Juliane Werding), "Er war gerade 18 Jahr" (Dalida) und "Oh, wann kommst du" (Daliah Lavi). Passend dazu gibt es im Booklet auch witzige Fotos von Kuhn im Fummel: Als kartoffelschälende "Babièka", tränenverschmierte Zigeunerin, bitterböse Hausmutti oder "Mama Leone" im Nonnenkostüm – Kuhn ist gar nichts heilig. Wer seinen Schlager gerne mit dem sprichwörtlichen Kakao mag und Kuhns eigentümlichen Gesang mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Puristen und Fans von Werding, Lavi und Dalida besser die Finger davon lassen.

Offizielle Dieter-Thomas-Kuhn-Homepage

The Bad Plus - "Blunt Object - Live in Tokyo"

Vom Schlager zum waghalsigen Jazz: Innerhalb von drei Jahren hat das amerikanische Klaviertrio The Bad Plus Kultstatus erlangt. Denn Ethan Iverson (Klavier), Reid Anderson (Bass) & David King (Drums) bilden nur von der Besetzung her ein klassisches Jazz-Trio. Ihre Spezialität ist ein hochenergetischer Mix aus Jazz und Rock. Und das entlang von Coverversionen, bei denen sich schon mal - wie auf dem Debüt-Album "These are the Vistas" (2003) - plötzlich die Jazz-Legende Thelonious Monk und die Alternative-Band Nirvana gegenüberstehen. Nach den drei Studio-Alben "These are the Vistas", dem für den Grammy 2004 nominierten "Give" sowie "Suspicious Activity" legen die drei aus Wisconsin stammenden Musiker mit "Blunt Object" ihr erstes Live-Album vor. Aufgenommen wurde es bei einem Konzert im "Blue Note"-Club in Tokio. Und natürlich gibt es neben schon bekannten Versionen von Blondies "Heart of Glass" sowie Aphex Twins’ "Flim" berühmte Hits in neuem Klangoutfit. Dabei sticht zum Beispiel die berühmte Jazz-Ballade "My Funny Valentine" heraus, die mit dschungelartigen Rhythmen angegangen und mit gespenstischen Wort-Kaskaden verfremdet wurde. "Wenn wir Cover-Versionen auswählen und arrangieren, konsultieren wir ein Orakel und werten es gemeinsam aus", haben The Bad Plus einmal ihre Arbeitsweise etwas augenzwinkernd beschrieben. "Wir meinen, dass nur die Phantasie unsere Grenzen festlegen sollte und nicht der Stil."

Im April kommen The Bad Plus erstmals als Headliner für drei Termine nach Deutschland:

22.04. Berlin, Quasimodo
24.04. Hamburg, Stage Club
25.04. München, Unterfahrt


Offizielle The-Bad-Plus-Homepage

Daniel Hope – "Shostakovich: Violin Concertos 1 & 2"

Und wieder gehen wir musikalisch in eine andere Dimension: Im Jahr 2006 feiert die Musikwelt auch den 100. Geburtstag von Dmitry Shostakovich (1906-75), eines der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Zu diesem Anlass veröffentlicht Warner Classics ein Album mit neuen, fesselnden Einspielungen der intensiven Musik Shostakovichs durch den jungen britischen Geiger Daniel Hope, der sich für diese Aufnahmen mit Maxim Shostakovich, dem Sohn des Komponisten zusammenfand. Schon früher begeisterte der dynamische Geiger als Shostakovich-Interpret. Stephen Johnson vom BBC Music Magazine schrieb fasziniert: "Nie habe ich eine packendere Aufführung der Shostakovich-Sonate gehört – nicht einmal von David Oistrach". Shostakovich selbst hatte Oistrach zum Interpreten für die Uraufführungen seiner Violin-Werke bestimmt. Jetzt kombiniert Hope, der für seine vorhergehenden Alben bei Warner Classics jeweils mit dem Echo Klassik ausgezeichnet wurde, auf seinem neuen Shostakovich-Album die beiden Violinkonzerte, die zu den Eckpfeilern im Œvre des russischen Komponisten gehören, mit der "Romance" aus der Filmmusik-Suite "The Gadfly", eine von Shostakovichs populärsten Kompositionen im leichteren Fach. Die einzigartige Verbindung der Dynamik des jungen Geigers Hope mit der Erfahrung und natürlichen Autorität des Dirigenten Maxim Shostakovich heben diese Einspielungen deutlich von der Vielzahl der Aufnahmen im Katalog ab und machen sie zu einem besonderen Erlebnis.

Offizielle Daniel-Hope-Homepage

5. April 2006