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Berlin (queer.de) - Heute hat der SPD-Politiker Wolfgang Thierse die Ausstellung "Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft - Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit" im Bundestag eröffnet. Die Ausstellung des Kulturrings in Berlin e.V. schildert das Schicksal Homosexueller im Dritten Reich anhand der Beispiele einiger Opfer und verdeutlicht so die großen Unterschiede, die es bei dieser Verfolgung gab. "Erstmals wird in den Räumen des Deutschen Bundestags, im Paul-Löbe-Haus, die Verfolgungsgeschichte der Homosexuellen in der NS-Zeit mit Bild und Text sichtbar gemacht", so Albert Eckert und Günter Dworek vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Die Ausstellung komme genau zur richtigen Zeit, weil jetzt auch die Errichtung des Denkmals für die von den Nazis verfolgten Homosexuellen anstehe (queer.de berichtete). Dieses müsse jetzt rasch gebaut werden, so der LSVD. (pm)



#1 RalfAnonym
  • 05.04.2006, 18:56h
  • Diese Ausstellung ist ein politisches Armutszeugnis für die Bundesrepublik. Es wird so getan, als habe das 3. Reich am 8.5.1945 für die Schwulen ein Ende gehabt. Dabei ging es nahtlos bis 1969 weiter. Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite Hitler als Verbrecher verurteilt und auf der anderen Adenauer als Volksheld gefeiert wird. Beide haben die Schwulen mit dem selben Nazi-Gesetz verfolgt. So lange sich die Bundesrepublik nicht dieser ihrer Schuld stellt, kann von einer Aufarbeitung der Vergangenheit keine Rede sein.
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#2 björnAnonym
  • 05.04.2006, 19:20h
  • den kommunisten in westdeutschland
    gings ähnlich 1945 raus aus dem knast
    1956 rein in den knast.....kpd-verbot bis heute, gibt´s in keinem anderen europäischen land...seltsam...
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#3 manni2Anonym
  • 05.04.2006, 19:21h
  • Ja, ich kann Ralf nur Zustimmen. Ausserdem geht die Sache heute noch weiter dank CDU und CSU!!
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#4 SvenAnonym
  • 05.04.2006, 19:23h
  • Naja, aber zumindest wird jetzt die Verfolgung der Homosexuellen nicht mehr als gut dargestellt.
    Auch die Judenverfolgung wurde oft als nicht so schlimm beurteilt, nur die Mittel wurden verurteilt!
    Es ist halt ein langer Prozess.
    Kein Grund sich zufrieden zugeben, aber schon ein kleiner Erfolg, der Mut macht zu mehr.
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#5 erkanAnonym
  • 05.04.2006, 19:59h
  • solange zu moralisch klar handelnden deserteuren im 3. reich keine moralisch
    klare stellung (denkmal) in berlin bezogen
    wird, find ich das alles zwar recht nett, ich
    trau aber dem moralischen antrieb mancher betroffenheitsdealer nicht.
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#6 AlfAnonym
  • 05.04.2006, 21:32h
  • Ich stimme Erkan voll zu. So musste z.B. nur Dank Hochhuth vor Jahren ein Mann wie Filbinger seinen Ministerpräsidentenjob in Baden-Württemberg aufgeben, durfte aber auf dem Ticket der CDU in der letzten Bundesversammlung den jetzigen Bundes- präsidenten mitwählen. Filbinger hatte als Marinerichter nur wenige Tage vor der endgültigen Kapitilation deutsche Desserteure zum Tode veruteilt. Seine Rechtfwertigung "Was damals rechtens war kann heute nicht Unrecht sein", demnach waren auch die Schwulen zu Recht im KZ!!!
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#7 nachrichtensperre?Anonym
  • 06.04.2006, 00:25h
  • warum fehlt das hier?
    Grußwort von Volker Beck heutigen Ausstellungseröffnung im Deutschen Bundestag

    "Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft - Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit"

    "Demokratische Gestaltung der Zukunft setzt Verantwortung für die Vergangenheit voraus. Es freut mich sehr, dass es gelungen ist, die Ausstellung "Ausgrenzung aus der Volksgemeinschaft - Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit" in den Bundestag zu holen. Diese Ausstellung gehört ins Parlament. Sie steht hier goldrichtig. Denn Entscheidungen des Gesetzgebers haben das Leben der homosexuellen Bürgerinnen und Bürger stets erheblich beeinflusst.

    1869 wurde dem Reichstag des Norddeutschen Bundes der Entwurf eines Strafgesetzbuches vorgelegt. Der Entwurf enthielt auch jenen Paragraphen, der schließlich die Nummer 175 bekam. Der Reichstag nahm ihn ohne Widerspruch an. "Das Rechtsbewußtsein im Volke beurteilt diese Handlungen nicht blos als Laster, sondern als Verbrechen" - das war damals die schlichte Begründung für die Strafbarkeit von Homosexualität.

    Als erster Parlamentarier hat August Bebel 1898 den Mut gehabt, im Reichstag die Abschaffung des § 175 zu fordern. Er blieb damals ein einsamer Rufer nach Gerechtigkeit. Erst 1969 hat der Bundestag die Strafbarkeit der Homosexualität unter erwachsenen Männern aufgehoben.

    1869 bis 1969: Es ist unermesslich, wie viel Lebensglück in diesen einhundert Jahren von Staats wegen zerstört wurde.

    In dieses Jahrhundert des § 175 fällt die Zeit des Nationalsozialismus. Ab 1933 fand in Deutschland eine Homosexuellenverfolgung ohne gleichen in der Geschichte statt. Der § 175 wurde massiv verschärft. Zehntausende wurden wegen "widernatürlicher Unzucht" verurteilt, Tausende in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

    Erst 2002 haben wir in diesem Haus endlich eine Mehrheit dafür gefunden, die Opfer des § 175 aus der NS-Zeit gesetzlich zu rehabilitieren.

    2003 hat Deutsche Bundestag zudem die Errichtung eines Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen beschlossen. Der künstlerische Wettbewerb für die Gestalt des Denkmals hat bereits stattgefunden. Jetzt muss zügig realisiert werden. Das Denkmal soll freilich kein Schlussstein sein. Es muss Anstoß in der Gegenwart erregen, muss ein deutliches Zeichen setzen gegen Homosexuellenfeindlichkeit.

    Es gehört zu den absoluten Schandflecken in der Geschichte des Bundestages, dass der Gesetzgeber das Strafrecht gegen Homosexuelle in der Nazifassung von 1935 zwei Jahrzehnte unverändert in Kraft ließ. Und der Staat hat unbarmherzig verfolgt. Allein der Verdacht, ein "175er" zu sein, konnte den sozialen Ruin bedeuten. 1949 bis 1969 wurden 50.000 Verurteilungen nach § 175 ausgesprochen. Endgültig gefallen ist der Paragraph erst 1994.

    Im Jahr 2000 hat sich der Bundestag in einer Entschließung dazu bekannt, "dass durch die nach 1945 weiter bestehende Strafdrohung homosexuelle Bürger in ihrer Menschenwürde verletzt worden sind." Alle Parteien haben dies mitgetragen. Diese Entschuldigung war ein sehr guter Anfang. Sie kann aber nicht das letzte Wort des Bundestages sein. Wir müssen alle gemeinsam überlegen, was wir für die Menschen tun können, die im demokratischen Staat menschenrechtswidrig verfolgt wurden, nur weil sie anders liebten als die Mehrheit.

    Gedenken muss auch Konsequenzen haben. Aufgrund seiner Geschichte ist Deutschland in einer ganz besonderen Pflicht, sich offensiv gegen Menschenrechtsverletzungen an Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender einzusetzen.

    In vielen Ländern werden die Menschenrechte von Homosexuellen mit Füßen getreten. In über 75 Staaten ist gleichgeschlechtliche Liebe strafbar. In einigen Ländern droht sogar die Todesstrafe: in Afghanistan, Iran, Jemen, Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien und Sudan. Das ist Barbarei in Reinform.

    Dennoch droht immer wieder Homosexuellen, die sich nach Deutschland geflüchtet haben, die Abschiebung in solche Länder. Gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist das für mich unfassbar. Deutsche Behörden machen allen Ernstes geltend, man könne sich in Afghanistan oder dem Iran gefahrlos "privat" homosexuell betätigen, solange man dies heimlich tue. Schauen wir uns diese Ausstellung an: Solche Heimlichkeit haben auch Homosexuelle in Nazi-Deutschland versucht. Dennoch sind viele denunziert worden, sind zehntausende in die Fänge von Polizei und Justiz geraten.

    Darüber hinaus macht diese Ausstellung deutlich: Strafverfolgung und Todesdrohung bedeuten für die Gesamtheit der Homosexuellen ein Leben in erzwungener Selbstverleugnung, in steter Gefahr und Angst vor der Entdeckung. Das ist ein Leben, das mit Menschenwürde nichts zu tun hat.

    Deshalb ist mein inniger Wunsch, dass auch viele Entschädigungsträger diese eindrucksvolle Ausstellung sehen. Sie hilft zu verstehen, was Verfolgung wirklich bedeutet."

    (Es gilt das gesprochene Wort.)

    ------------

    Ausstellungszeitraum: 6. bis 28. April

    Ausstellungsort: Deutscher Bundestag, Westfoyer des Paul-Löbe-Hauses, Konrad-Adenauer-Straße 1, 11011 Berlin

    Öffnungszeiten: Mo: 8-16 Uhr, Di - Do: 8-17 Uhr, Fr. 8-14 Uhr

    ------------

    Weitere Informationen:

    www.kulturring.org/forschung/rosa-winkel/ausstellung.htm

    www.bundestag.de/ausstellung/index.html

    www.gedenkort.de

    www.volkerbeck.de

    ----------

    +++ Ein Informationsdienst von volkerbeck.de +++

    +++ Büro Volker Beck, MdB, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN +++
    www.volkerbeck.de
    volker.beck(at)bundestag.de

    Bundestagsbüro Berlin

    Adresse: Volker Beck, MdB

    Platz der Republik 1

    11011 Berlin

    Telefon: 030 / 227 - 71511-13

    Telefax: 030 / 227 - 76880
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#8 Robert TornowAnonym
  • 06.04.2006, 10:25h
  • Zur Ralf:
    Niemand kann und wird bestreiten, dass die - auch
    höchstrichterlich bestätigte - vom Gesetzeswortlaut
    unveränderte Strafverfolgung nach dem Nazi-Paragraphen
    175 in der alten BRD schreiendes Unrecht war. Der
    Bundestag selbst hat in einem Beschluss die darin
    liegende Menschenrechtsverletzung genau als solche
    benannt.
    Aber ich halte es für sehr bedenklich - und durchaus
    geschichtsvergessen - die von den Nazis exekutierte
    physische Zerstörung und Vernichtung (Kastrationen,
    Mordaktionen in den KZs) von homosexuellen Männern mit
    der sozialen Ächtung der 50er Jahre gleichzusetzen.

    zu einem späteren Kommentar (kann leider den Namen
    nicht einsetzen, da ich während ich dies schreibe die Seite
    mit den veröffentlichten Kommentaren nicht sehe):
    Die alltägliche Bedrohung von Freiheit, Leib und Leben,
    die in der Nazizeit das universelle Schicksal aller
    homosexuellen Männer war, ist keinesfalls vergleichbar mit
    dem Vorenthalten finanzieller Leckerlis, um die es heute
    bei der noch nicht völlig verwirklichten rechtlichen
    Gleichstellung von Lesben und Schwulen geht. Das heißt
    nicht, dass wir uns nicht für diese Gleichstellung und für
    einen umfassenden Schutz vor Diskriminierung einsetzen
    sollen. Nur sollten wird die Petitessen der
    Ungleichbehandlung heute nicht mit der elementaren
    Verfolgung von einst gleichsetzen.

    Leisten wir uns endlich, genau hinzusehen, Maßstäbe zu
    entwickeln, die angemessen sind und die uns helfen auch
    das erreichte Maß an Freiheit mit Stolz zu genießen.
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#9 NOCH EINE NACHRICHTENSPERRE!Anonym
  • 06.04.2006, 11:37h
  • warum fehlt das hier?

    Grußwort von Volker Beck zum heutigen Sonnenaufgang

    "Rot-Grün hat das Fundament gelegt, dass die Sonne wieder scheint"

    "Demokratische Gestaltung der Zukunft setzt Verantwortung für die Vergangenheit voraus. Es freut mich sehr, dass es gelungen ist, dass die Sonne wieder über unserem Lande aufgeht. Wir müssen aber darauf achten, dass sie nicht wieder untergeht. Die Große Koalition hat aber bislang nichts für die Tagessonnenscheindauer getan. Wir fordern CDU/CSU und SPD auf, das Sonnengesetz endlich zu erneuern, damit wir uns alle wieder an den lebenserhaltenden Strahlen unseres Sterns laben können."

    (Es gilt das gesprochene Wort.)

    ------------

    Sonnenaufgang: morgens
    Sonnenuntergang: abends

    ------------

    Weitere Informationen:

    www.volkerbeck.de

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