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  • 06. April 2006, noch kein Kommentar

Ades Zabel ist in einer liebevoll produzierten und trashig umgesetzten Parodie als Miss Marple auf Mörderjagd zu sehen.

Von Christian Scheuß

Ades Zabel ist Karin Höhne, pensionierte Grundschullehrerin aus Berlin-Haselhorst. Auf dem Weg zum Kaffeekränzchen bei ihrer besten Freundin Rosa Brathuhn (Andreja Schneider) wird sie unfreiwillig Zeuge eines bestialischen Mordes in einer vorbeifahrenden S-Bahn. Eine junge Frau (Susanne Sachsse) wird Opfer eines Axtmörders. Leider hält die Polizei, allen voran der britische Austauschinspektor Rock Milchester (Dieter Bach), ihre Äußerungen für Spinnereien einer alten Frau, zumal auch keine Leiche gefunden wird. Was bleibt der rüstigen alten Dame anderes übrig, als sich selbst um den Fall zu kümmern? Schnell ist Rosa überredet und es heißt: Frau Höhne ermittelt.

Eine heiße Spur am Bahndamm führt die beiden in den Frisiersalon des Wilmersdorfer Starcoiffeurs Horst Brüller (Pedro Sobisch). Dort führt Geschäftsführerin Gisela Drache (Bob Schneider) ein strenges Regiment. Doch Frau Höhne schafft es, in ihrem hohen Alter noch einen Ausbildungsplatz zur Frisurenfachgestalterin zu bekommen. Und ihre Wunderfinger überzeugen nicht nur die Kundin und Filmdiva Veranda Strunzig-Lopez (Andreja Schneider in einer Doppelrolle), sondern auch den alkoholkranken Chef und dessen aalglatten Lover Bruno (Stefan Kuschner). Eine vergiftete Perücke und mehrere Leichen im Salon geben Frau Höhne recht: So kurz vor der großen Frisiermesse »Schnippel Dir einen« geht es nicht mit rechten Dingen zu im Hause Brüller.

Regisseur Jörn Hartmann hat, wie er zur Premiere seines Streifens in Berlin zugab, die Miss Marple-Filme mit Margaret Rutherford in seiner Jugend geliebt. Die trashige Parodie ist deshalb auch eindeutig als Liebeserklärung zu betrachten. In schwarz-weiß gedreht, mit einem Soundtrack, der an Ron Goodwins Hammondorgel-Vorlage erinnert, und mit vielen Szenen, die dem Original entstammen könnten, ist das Flair, das die vier alten Streifen aus den Sechziger Jahren haben, brilliant imitiert. Das ist schon der halbe Spaß. Ades Zabel lässt in der Low Budget-Produktion wie bereits im Film "Mutti" alle anderen Darsteller blass aussehen. Und einige Kritiker haben bereits die Niveaulosigkeit der Gags bemängelt. Aber auf all das kommt es gar nicht an. Die Truppe, die sonst auch als Teufelsberger-Produktion bekannt ist, spielt nicht besser oder schlechter als sonst auch bei ihren Improvisations-Shows auf den Berliner Off-Kulturbühnen. Sie spielen aber mit unbändiger Lust und Mut zu schlechtem Make Up und doofen Witzen.

Bisher geplante Screenings:
Berlin

ab 06. April, International 2, Karl-Marx-Allee 33 und Xenon, Kolonnenstraße 5-6
München
03. April, City, Sonnenstraße 12
Hannover
08. Mai, Apollo, Limmerstraße 50
Hamburg
15. Mai und dann ab 18. Mai Studio-Kino, Bernstorffstraße 93-95
Bielefeld
25. bis 31. Mai Lichtwerk im Ravensberger Park, Ravensberger Park 7
Bremen
ab 4. Mai City Filmtheater, Birkenstraße 1
Karlsruhe
25. bis 27. Mai Kinemathek Karlsruhe im Prinz-Max-Palais
Zürich
04. bis 10. Mai Movie, Nägelihof 4
Nürnberg
11. bis 14. Mai Kino im KOMM, Königstraße 93

06.04.2006