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Das thailändische Militär stuft Transsexuelle und weiblich agierende Männer nicht mehr als Personen mit einer "Geistesstörung" ein.

Von Dennis Klein

Anfang April beginnt die Einberufung der 21-jährigen Männer im ganzen Königreich Thailand. Für viele der so genannten Katoys oder Ladyboys eine Tortur: Zwar sind sie in der relativ liberalen buddhistischen Tradition schon seit langem sichtbar und werden auch eher akzeptiert als in westlichen Kulturen, in denen eine "Transe" selbst in Großstädten noch wie ein Freak begafft wird. Dennoch gibt es in Thailand keine gesetzliche Anerkennung der Katoys.

Aufmerksamkeit erregte vor allem die Kickboxerin Parinya Charoenphol, besser bekannt als Nong Toom, deren Leben bereits in "Beautiful Boxer" verfilmt wurde (queer.de berichtete). Auch sie erhielt eine negative Registrierung: "Hat Geistesstörung - hat das Gemüt einer Frau".

Immerhin ist jetzt ein erster Erfolg gelungen. Nach Verhandlungen mit Homo-Gruppen hat das Verteidigungsministerium versprochen, Katoys nicht mehr als "geisteskrank" zu klassifizieren. Diese Bezeichnung ist nicht nur für den Militärdienst wichtig: Menschenrechtler bemängeln schon länger, dass viele so abgestempelte Rekruten später nur schwer einen Job erhalten, da Arbeitgeber eine "Geistesstörung" mit Unzuverlässigkeit gleichsetzen. Außerdem haben sie Probleme damit, Versicherungen abzuschließen oder einen Reisepass zu erhalten, da sie als nicht ganz zurechnungsfähig angesehen werden.

Ab sofort wird das Militär postoperative Transsexuelle anders beschreiben: "Probleme mit dem Körper" oder mit "der Art des Körpers" soll vorübergehend auf den Papieren stehen. Später soll diese Einstufung ganz verschwinden. Präoperative Transsexuelle sollen weiter dienen müssen - und zumindest durch die gemeinsame Musterung gehen. Allerdings müssen sie hier nicht mehr wie die anderen Rekruten oberkörperfrei ihren Fitnesscheck absolvieren. In den thailändischen Medien war zuvor berichtet worden, wie Transsexuelle mit bereits vergrößerten Brüsten öffentlich verspottet wurden.

Bereits seit 2002 hat die thailändische Regierung Homosexualität von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen.

7. April 2006