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Späte Gerechtigkeit: Peter Nathschlägers neuer Roman "Es gibt keine Ufos über Montana"

Von Christian Scheuß

Nach 19 Jahren in New York und nach einer steilen Karriere als gefeierter Schriftsteller, kehrt Robert Walden in die Provinz zurück - nach Helena in Montana. Für den schwulen Enddreißiger gibt es viel zu tun. Das Haus der Eltern steht nach deren Tod leer, er will es renovieren und verkaufen lassen. Für Robert Walden ist die Rückkehr mit sehr gemischten Gefühlen verbunden. Denn hier war er nur bis zum Sommer 1985 ein glücklicher Teenager, der zwar etwas eigenbrötlerisch wirkte, aber durchaus gemocht und akzeptiert war. Sein eigentliches Glück aber war die Freundschaft zu Walter Crown, dem attraktiven Sportass der Schule.

Diese Beziehung wuchs in zwei Jahren zu einer echten Liebe heran. Als diese Liebe bekannt wurde, begann die Intrige. Doch wer sie mit welcher Intention gestartet hat, das blieb Walden unklar. Sie führte zum Bruch mit den Eltern und zum Rausschmiss.

Als Robert Walden nach Helena zurückkehrt, werden einige Menschen sehr nervös, bei anderen erwachen unbekannte oder längst vergessene Gefühle und plötzlich scheinen sogar Ufos über Montana aufzutauchen. Nichts ist wie es früher war: Eine kleine Stadt verfällt in Hysterie.

Der 40-jährige Autor Peter Nathschläger lebt und arbeitet in Wien und hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. In "Es gibt keine Ufos über Montana" verbindet er geschickt mehrere Erzählstränge miteinander. Er lässt den Leser lange gemeinsam mit dem Helden Walden im Unklaren, was damals genau in Montana passiert ist. Und er erzeugt dadurch eine Spannung, die sich schließlich in erleichterten Aufatmen auflöst.

Denn Nathschlägers Botschaft lautet am Ende nicht Rache, als alle schuldhaften Verstrickungen offen gelegt sind. Der Autor ist vielmehr der Überzeugung, dass die Zeit so manche Wunde tatsächlich heilt. Und manche Liebe so lange währt.

Peter Nathschläger: Es gibt keine Ufos über Montana, Roman, 176 S., Himmelstürmer Verlag, 14,90 Euro

19. April 2006



#1 WalterAnonym
  • 13.05.2006, 09:59h
  • Eine wunderschöne Geschichte mit vielen Handlungssträngen - schade nur, dass der Verlag (Oder hats die Druckerei vermurkst?) beim Schriftbild so gepatzt hat.

    Ich denke, von dem Autor wird man noch so einiges zu lesen bekommen...
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