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Hannover (queer.de) - Einer der Begründer der Homosexuellenbewegung, Karl Heinrich Ulrichs, wird durch eine offizielle Straßenbenennung in Hannover geehrt. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung wird Sonja Eick, die Bezirksbürgermeisterin Hannover-Mitte, die Legenden an den schon angebrachten Straßenschildern enthüllen. Die feierliche Veranstaltung findet am 5. Mai um 15 Uhr beim ZOB (hinter dem Hauptbahnhof) im Fußgängerbereich Runde Straße/Karl-Heinrichs-Ulrichs-Straße statt. Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) veröffentlicht 1864 die erste von insgesamt 12 Schriften "Forschungen über das Räthsel der mannmännlichen Liebe", die in einigen deutschen Staaten verboten werden. In ihnen stellt Ulrichs die Hypothese von der weiblichen Seele im männlichen Körper auf. Gleichgeschlechtliche Liebe nennt er "Uranismus". Der Begriff "Homosexualität" wird erst 1869 durch den österreichisch-ungarischen Schriftsteller Karl Maria Kertbeny geprägt. Ulrichs bekennt sich öffentlich als "Urning". Er geht von einer natürlichen, nicht krankhaften Veranlagung aus und fordert daher die Straflosigkeit homosexueller Handlungen. 1867 trägt er diese Forderung erstmals öffentlich vor: Auf dem deutschen Juristentag in München vor 500 Mitgliedern ruft diese jedoch tumultartige Szenen vor, in denen seine Rede untergeht. Dieser Tag gilt als Beginn der Geschichte der homosexuellen Emanzipation. Auch Vordenker wie Friedrich Engels haben in Briefen an Karl Marx heftig gegen Ulrichs polemisiert. Verbittert und resigniert über seine Erfolglosigkeit geht der Pionier 1880 nach Italien ins Exil. (pm)