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Die "DSDS"-Siegerin hat eine neue Single am Start. Mit deftigem Rock will sie endlich den Durchbruch schaffen. Ein Interview.

Von Jan Gebauer

Obwohl sie nach dem Sieg bei "Deutschland sucht den Superstar" nicht den richtigen Durchbruch schaffte, hat Elli Erl die Hoffnung nicht aufgegeben als Rocksängerin Anerkennung zu finden. Mit neuem Plattenvertrag, der Single "Get Up" und dem kommenden Album will sie nun zu beweisen, dass mehr in ihr steckt, als "nur" eine Casting-Sängerin. Unlängst durfte sie sogar live bei der letzten Sendung von "Top of the Pops" auftreten. Im Interview klärte queer.de, ob Elli auch Schlager machen würde, warum so viele "DSDS"-Fans schwul sind und wer ihre treuesten Anhänger sind.

Casting-Acts hatten es zuletzt schwer. Leute wie Daniel Küblböck und deren Platten sind böse gefloppt. Macht Dir das keine Angst?

Das Image des Castings-Stars ist natürlich da. Das ist Fluch und Segen zugleich, weil ich immer wieder darauf angesprochen werde. An sich ist das nicht schlimm. Aber ich denke, nach zwei Jahren muss man Dinge auch abschließen können. Nicht vergessen, aber darauf freuen, was als nächstes kommt. Durch "DSDS" habe ich viel gelernt – was mir jetzt zugute kommt.

Was war diesbezüglich das Wichtigste?

Das Wichtigste ist, sich in dem ganzen Wust nicht zu verlieren. Immer schauen, dass man den Kontakt zur Familie und Freunden pflegt. Man darf nie das Gehirn ausschalten und andere Leute über sich entscheiden lassen, sonst verkommt man zu einem winzigen Glied in einer großen Kette. So kam ich mir in Vergangenheit manchmal vor. Aber nun mache ich mit meinem neuen Team eine ganz andere Erfahrung, weil ich total involviert bin.

Dein aktuelles Plattenlabel heißt White Records. Chef ist Jack White und eigentlich produziert der hauptsächlich Schlager. Wo siehst Du Dich dort?

Ich bin genau genommen bei einem Sublabel von White Records, Seven Days Music. Dort ist der modernere Teil der Produktionen untergebracht. Jack White ist auch nicht mein Produzent, sondern Thomas M. Stein (Ex-Jury-Mitglied "DSDS"). Also bin ich nicht dort untergebracht, wo auch Hansi Hinterseer ist. (lacht) Obwohl ich sagen muss, in der Branche kann man noch mal richtig Asche machen!

Vielleicht eine Option für später?

Nein, um Gottes Willen! Never ever! (lacht)

Hansi mag ein extremes Beispiel sein, aber gibt es nicht auch deutsche Pop- oder Schlagermusik, die Dir entsprechen würde? Wie sieht es mit der deutschen Sprache aus?

Ich will das gar nicht schlecht bewerten, denn jeder soll das machen, was ihm Spaß macht. Für mich wäre das allerdings nichts. Ich weiß, seitdem ich in meiner ersten Band gesungen habe, was am besten zu mir passt: Rock! Das möchte ich weiter verfolgen. Bezüglich der Sprache, sehe ich das Problem mit meinem bayerischen "R". Das käme im Deutschen wohl durch. Ob ich das so easy abstellen könnte? Ich fühle mich mit dem Englischen wohler und denke, es ist unheimlich schwer einen wirklich guten deutschen Text zu schreiben. Was jetzt nicht heißt, im Englischen kann man alles Wischiwaschi abhandeln.

Dein erstes Album wurde in Englisch aufgenommen. Warst Du musikalisch damit zufrieden?

Beim ersten Album stand natürlich eine riesige Maschinerie dahinter. Da wurde eine Menge Geld rein gesteckt und viele Leute hatten Mitspracherecht. Ich war froh, dass ich bei der Hälfte der Songs mitschreiben durfte. Aber ich war mit der gesamten Umsetzung von "Shout It Out" nicht hundertprozentig zufrieden. Das ist jedoch vorbei. Das Album ist für mich nach wie vor eine gute Arbeit, aber ich hätte gewisse Dinge anders gemacht. Die mache ich halt jetzt!

Und wo liegt bei der neuen Platte der Unterschied?

Die Musik wird kompromissloser sein. Ich versuche meinen Kopf durch zu boxen, obwohl das eigentlich nicht nötig ist, weil ich ein tolles Team habe, dass mich total unterstützt. Es wird härtere Gitarren geben – etwas, was viele nach "DSDS" auch von mir erwartet haben.

Haben sich viele Fans "beschwert", dass du nicht in eine rockigere Richtung gegangen bist?

Absolut. Es gab viele, die eigentlich etwas Kräftigeres von mir erwartet haben. Gerade jetzt sagen viele auf die neue Single angesprochen, dass dieser Sound genau derjenige ist, den sie von mir erwartet hätten.

Hast Du die aktuelle "DSDS"-Staffel verfolgt?

Nein, gar nicht. Nur selten habe ich Schlagzeilen oder dergleichen mitbekommen. Aber es hat ja wieder ein Bayer gewonnen! (lacht) Das Thema "DSDS" ist für mich aber durch und abgehakt. Ich habe Samstags auch etwas Besseres zu tun als Fernsehen zu schauen: Entweder ich gehe aus oder ich sitze im Proberaum bzw. im Studio. Ich habe sicher mitbekommen, wer gewonnen hat und Tobias Regner hat mich irgendwie an die "männliche Elli" erinnert. Der hat halt auch sein klares Ziel und die Plattenfirma geht es anders an: Zum Beispiel, dass die beiden Finalisten unterschiedliche Songs bekommen haben, die besser zu ihnen passen.

Im Publikum bei "DSDS" fällt auf, dass besonders viele schwule Fans anwesend sind. Wie erklärst Du Dir das?

Keine Ahnung! (lacht) Aber ich kenne auch einige, die total drauf abfahren. Samstagabend, Glamour – vielleicht ist es das. Vielleicht mögen es viele Schwule einfach, wenn es glitzert, blinkt und alle machen sich chic. Ich habe auch gemerkt, dass meine erste Single "This Is My Life" besonders gut bei Schwulen ankam. Beim CSD in Köln ging das Teil total ab und alle lagen sich in den Armen. Die Lesben hat das eher kalt gelassen. Die wollen eher die Rock-Songs.

Deine lesbischen Fans sind sicher froh über Deine neue Richtung.

Ja, klar. Viele haben gesagt: "Endlich mal unverfälschte Rockmusik". Ich muss auch sagen, meine lesbischen Fans sind die treuesten, die ich habe. Ein harter Kern von Mädels, die sich zum Beispiel für die Tour Wohnmobile gemietet haben, um mir nach zu fahren. Die hängen Plakate auf, verteilen Flyer, rufen Radio-Sender an, damit die meine Single spielen. Die stehen voll hinter mir. Aber auch viele Schwule. Es war ohnehin klasse, dass die ganzen lesbisch-schwulen Magazine sofort nach "DSDS" auf mich zugekommen sind. Das hat was von "Yeah, endlich eine von unserer Fraktion".

Eine Casting-Sängerin feiert derzeit weltweite Erfolge – auch mit Rock-Musik: Kelly Clarkson.

Klar, finde ich absolut geil. Das zeigt doch, dass es in anderen Ländern möglich ist. Und Kelly hat auch einige Zeit dafür gekämpft, dass sie nun diese Richtung einschlagen kann. Es wird noch spannend zu sehen, was das für alle anderen "Casting-Acts" bedeutet. Insbesondere wo Kelly nun sogar Grammys gewonnen hat. Casting ist nur ein Sprungbrett. Heute habe ich die Chance, mit Leuten wie Thomas Stein zusammen arbeiten, die ich vorher nie erreicht hätte. Schau mal, selbst Robbie Williams ist damals für Take That gecastet worden und hat sich super entwickelt. Die Scheuklappen müssen einfach weg und die Leute sollten neutral urteilen, ohne die Vorurteile. Das würde ich mir wünschen. (klopft auf den Holztisch)

21. April 2006



#1 clara B.Anonym
  • 12.05.2006, 22:46h
  • So wie es aussieht, floppt die CD von Elli.
    Da ist Küblböck bedeutend besser dran, denn bei den Konzerten hat er immer zwischen 700-1000 Fans, bei Elii waren es gerade mal 40-60 Leute.
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#2 EvaAnonym
#3 joerg NeubauerAnonym
  • 04.06.2006, 22:03h
  • Stars werden nicht durch Televoting und eine Fachjury ermittelt. Deshalb fallen die ganzen Sieger von DSDS längerfristig durch - egal wie toll die Stimme ist oder wie super das Aussehen.
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