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Orgien im hölzernen Pferd und Lifting-Diskussionen unter Tucken: Der neue Comic des schwulen Altmeisters

Von Jan Gebauer

Ralf König kommt auf das komische Potenzial historischer Stoffe zurück: Was geschah bei den Olympischen Spielen wirklich, wie verbrachten die Griechen die lange Wartezeit im Trojanischen Pferd, wie nervtötend kann ein schöner Narziss auf seine Umgebung wirken? Aber auch in der Gegenwart haben die schrägen Knollennasen ihre Probleme: Das Alter macht sich bemerkbar. Und beschert einen unerwarteten Lustgewinn durch das Herausnehmen der dritten Zähne. Die heimlichen Schrecken von Faltencreme-Proben und Lifting-Diskussionen sind ebenso dabei wie Kinderstress, Mütterstress und die erste Meise des Frühlings.

Dabei ist König nichts heilig – weder das Weihnachtsfest noch Kindermärchen. Wenn die Engel vom Himmel fallen, sind diese kaum lieblich, sondern besoffen, rotzfrech und ziemlich nackig. Und wenn sie nicht weiter wissen, ziehen sie ihren Kollegen auch schon mal ein Geschenkpaket über den Kopf.

"Goldilock und die drei Bären" ist die typisch König‘sche Interpretation des gleichnamigen Märchens: Das blonde Mädel kommt als kreischende Tunte im bauchfreien Fummel daher, die lieber Kirschkuchen backt als die Hütte ihrer drei kerligen Chefs zu säubern. Für das Gebäck verbraucht sie glatt das ganze Crisco der drei "Bären" und zur Strafe muss sie durch den dunklen Wald, um neues "Backfett" zu besorgen. Wie kann die Arme auch wissen, dass die Jungs das Zeug dringend zum Fisten benötigen?

Monatlich veröffentlicht Ralf König auf den letzten Seiten des Homo-Magazins "Männer Aktuell" seine witzigen Geschichten, die in diesem Comic nun versammelt sind. Wie eh und je versteht es der Meister, Alltagsgeschichten zu erzählen, die schwule Männer so tatsächlich erleben könnten. Sex ist zwar allgegenwärtig, steht aber nie ganz im Vordergrund. Daraus entstehen immer sehr pointierte und gute Geschichten, die dem heterosexuellen Publikum genauso gefallen wie dem schwulen. Die Situationen, die er beschreibt sind allesamt grotesk und lustig geschrieben. Des Öfteren kann der geneigte Leser lauthals lachen, ohne dass die Geschichten zur platten Kalauer-Abfolge verkommen.

Ralf König: Trojanische Hengste, 64 S., MännerschwarmSkript Verlag, 12 €

22. April 2006



#1 Adrian AhlhausAnonym
  • 23.04.2006, 11:40h
  • Ob eine Zweitverwertung nicht nervt? Für mich, der ich diese Comics nicht schon aus einer bestimmten schwulen Hochglanzpostille kenne, ein weiterer Ralf König zum Sammeln.
    Doch die Geschichten sind mir nicht mehr so nah an der Wirklichkeit. Kreischende Tunten sind zwar ganz ulkig, allerdings nur eine Beilage, nettes Comic-Gemüse.
    Richtig interessant wird die Fortsetzung von "Dschinn Dschinn".
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