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San Francisco (queer.de) - High Schools dürfen ihren Schülern verbieten, Hemden mit homophober Aufschrift zu tragen. Das hat gestern ein Bundesberufungsgericht in San Francisco mit zwei Stimmen gegen eine entschieden. Geklagt hatte der jetzt 18-jähriger Tyler Chase Harper, dem vor zwei Jahren von seiner Schule in San Diego verboten wurde, diskriminierende T-Shirts mit Aufschriften wie "Homosexualität ist schändlich" zu tragen (queer.de berichtete). Harper begründete seine Klage mit der US-Verfassung, die freie Meinungsäußerung garantiert. Als Christ müsse er Schwule darauf hinweisen, dass deren Verhalten schädlich sei, argumentierte er. Die Mehrheit der Richter wiesen diese Argumentation jedoch ab, weil Harpers T-Shirt "die Rechte von anderen Schüler massiv einschränkt". Sie zitierten Studien, nach denen homosexuelle Schüler durch Diskriminierung an High Schools schlechtere Ergebnisse erzielten und daher benachteiligt seien. Nur ein Richter war der Ansicht, dass das bloße Tragen des Shirts den Schulbetrieb nicht stören würde. Er argumentierte, die freie Meinungsäußerung sei das höhere Gut. Die beiden Richter mit der Mehrheitsmeinung schränkten allerdings ein, dass das Urteil nur für Grundschulen und High Schools gelte, allerdings nicht für Universitäten. Hier sei das Recht auf freie Meinungsäußerung umfassender. Experten rechnen damit, dass das Thema wohl bald beim Bundesverfassungsgericht landen könnte, dessen Entscheidungen nicht angefochten werden können. Harper wurde vom Alliance Defend Fund vertreten, einer christlichen Organisation, die nach Eigenbeschreibung "aggressiv religiöse Freiheiten verteidigt". (dk)



10 Kommentare

#1 SAMAnonym
  • 21.04.2006, 20:00h
  • Meistens laufen mit solchen Thesen ja Leute rum, die selber dem diskriminierten Kreis angehören und absolut damit nicht fertig werden:-)!
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#2 thommenAnonym
  • 22.04.2006, 13:06h
  • Wenn es darum gehen würde, Farbige oder jüdische Menschen mit einem T-Shirt herabzusetzen, dann gäbe es wohl keine Probleme....
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#3 StarletAnonym
  • 22.04.2006, 18:16h
  • Es ist unglaublich, was in den USA alles als "Meinungsfreiheit" gilt! Die größten Gemeinheiten und Beleidigungen dürfen straflos geäußert werden!
    Kürzlich wandte ich mich mit einer Beschwerde über das Leserforum kreuz.net an die Internetbeschwerdestelle, weil die dort zu lesenden Lesereinträge meiner Meinung nach den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllten. Die Internetbeschwerdestelle bestätigte meine Vermutung, mußte mir aber mitteilen, dass die Seiten us-amerikanischem Recht unterlägen, und dort wären Beleidigungen aller Art nicht strafbar!
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#4 ssj3 vegotenksAnonym
  • 22.04.2006, 18:50h
  • @starlet: w0000t o.O das schlägt ja dem fass den boden aus....

    @topic: ok, als stockschwul würde ich das "kerlchen" da oben nich bezeichnen, aber dass er ambitionen dazu hätte, es zu sein, will ich nich abstreiten ^^

    cya v3g0
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#5 aquarius40Anonym
  • 22.04.2006, 19:08h
  • Glückwunsch an die beiden Richter, dass sie Courage zeigen und einsehen, dass die freie Meinungsäußerung nicht immer zum Zuge kommt.
    An den anderen Richter gebe ich den Rat, dass die USA einst als Land der unbegrenzten Möglichkeiten galt, die gilt, so denke ich auch für die Auslebung der sexuellen Neigung.

    Und an das Kerlchen, eigentlich hätte Mann den Text auch dem T-Shirt ja nicht lesen können, wenn er mit seinem Ärschchen immer direkt an der Wand langgelaufen wäre, aus Angst, von einem Schwulen gepoppt zu werde.
    Es scheint also, dass Mann auf den US-Unis nur Schrott lernt und nichts überzwischenmenschliches Zusammenleben. ÄRMLICH!!
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#6 SvenAnonym
  • 22.04.2006, 21:52h
  • Wieso? Zwischenmenschliches Zusammenleben in den USA heißt doch: Immer draufhauen, der Stärkere gewinnt!

    Wer's nicht glaubt, sollte sich mal informieren, was Kapitalismus bedeutet.
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#7 erkanAnonym
  • 22.04.2006, 22:07h
  • @) sven

    genau das sagte Albert Einstein auch:

    „ich habe einen fehler gemacht, amerika als das land der freiheit auszuwählen, einen fehler, den ich in meinem ganzen leben nicht mehr ausgleichen kann..“, teilte er 1937 seiner schwester mit.

    zum kapitalismus meinte er nach seiner rückkehr aus den usa 1949:
    Die ökonomische Anarchie der kapitalistischen Gesellschaft heute ist meiner Meinung nach die eigentliche Ursache des Übels. Wir sehen vor uns eine riesige Gemeinschaft von Erzeugern, deren Mitglieder unaufhörlich bestrebt sind, einander die Früchte ihrer kollektiven Arbeit zu entziehen.. Kapital tendiert dazu, in wenigen Händen konzentriert zu werden - teils aufgrund der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten und teils, weil die technologische Entwicklung und die wachsende Arbeitsteilung die Entstehung von größeren Einheiten auf Kosten der kleineren vorantreiben. Das Ergebnis dieser Entwicklungen ist eine Oligarchie von Kapital, dessen enorme Kraft nicht einmal von einer demokratisch organisierten politischen Gesellschaft überprüft werden kann... Dies ist so, da die Mitglieder der gesetzgebenden Organe von politischen Parteien ausgewählt sind, die im Wesentlichen von kapitalisten finanziert oder anderweitig beeinflusst werden und in der Praxis die Wähler von der Legislative trennen.... außerdem kontrollieren unter den vorhandenen bedingungen die kapitalisten zwangsläufig direkt oder indirekt die auptinformationsquellen (presse, radio, bildung). Es ist deshalb äußerst schwierig und, für den einzelnen Bürger in den meisten Fällen fast unmöglich, objektive Schlüsse zu ziehen und in intelligenter Weise Gebrauch von seinen politischen Rechten zu machen. ..Die Produktion ist für den Profit da - nicht für den Bedarf. Es gibt keine Vorsorge dafür, dass all jene, die fähig und bereit sind, zu arbeiten immer Arbeit finden können. Es gibt fast immer eine ,,Herr von Arbeitslosen". Der Arbeiter lebt dauernd in der Angst, seinen Job zu verlieren. Da arbeitslose und schlecht bezahlte Arbeiter keinen profitablen Markt darstellen, ist die Warenproduktion beschränkt und große Not ist die Folge. Technologischer Fortschritt führt häufig zu mehr Arbeitslosigkeit statt zu einem Milderung der Last der Arbeit für alle. Das Gewinnmotiv ist in Verbindung mit der Konkurrenz zwischen den Kapitalisten für Instabilität in der Akkumulation und Verwendung des Kapitals verantwortlich und dies bedeutet zunehmende Depressionen. Unbegrenzte Konkurrenz führt zu einer riesigen Verschwendung von Arbeit und zu dieser Lähmung des sozialen Bewusstseins von Individuen, die ich zuvor erwähnt habe.... Diese Lähmung der Einzelnen halte ich für das größte Übel des Kapitalismus. Unser ganzes Bildungssystem leidet darunter. Dem Studenten wird ein übertriebenes Konkurrenzstreben eingetrichtert und er wird dazu ausgebildet, raffgierigen Erfolg als Vorbereitung für seine zukünftige Karriere anzusehen.

    Pisa ? Hartz IV ? Ja, ja, Einsteins vorhersagen....
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#8 MOSCHEE-ONLINEAnonym
#9 Kermit (Roosevelt)Anonym
#10 joshAnonym
  • 23.04.2006, 16:36h
  • @erkan:
    eigentlich nicht einstein, sondern karl marx. :)

    aber zum thema, das problem ist doch nicht, das irgendein spinner schwachsinnige losungen auf t-shirts druckt. das problem ist, das schwachsinn (wenn er die richtigen trifft) heutzutage akzeptabel ist und gesunder menschenverstand einfach out.
    wer würde schon einem menschen folgen auf dem steht "babys sind schändlich!" ? da würde man ihn als spinner abtun und höchstens über steuerpolitik und mehr förderung reden. babys sind aber auch ne minderheit, oder?
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