Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4725
  • 26. April 2006, noch kein Kommentar

Cesaria Evora ist eine Worldmusic-Ikone, Arielle Dombasle eine gefeierte Schauspielerin und Till Brönner Deutschlands Jazzer Nummer eins.

Von Jan Gebauer

Till Brönner – "Oceana"

Obwohl erst 35, ist Till Brönner mittlerweile schon fast 20 Jahre im Musikgeschäft. Als Teenager vom Bebop infiziert, hat er früh Jazztrompete gelernt. Heute gehört der Norddeutsche zu den herausragenden Trompetern Europas und gilt dank seines modellhaften Aussehens und seines soften Gesangs gar als "neuer Chet Baker". Entsprechend wird Brönner umjubelt und gehypt und bestätigt seinen popstarartigen Status, indem er keine stilistischen Berührungsängste kennt. Er spielte mit Hildegard Knef und den Berliner Philharmonikern, mit Pat Metheny, den No Angels und Bootsy Collins. Nun hat er mit "Oceana" ein neues Album am Start. Und dafür hat er ebenso wie Cesaria Evora ein paar illustre Gäste ins Studio gebeten: Carla Bruni, das singende Supermodel aus Frankreich, säuselt einen tragisch-schönen Leonard Cohen-Song ("In My Secret Life"). Madeleine Peyroux leidet auf ihre unvergleichlich berührende Art und Weise mit Hank Williams' "I'm So Lonesome I Could Cry". Luciana Souza, mehrfach Grammy-nominierte Brasilianerin, beseelt Edu Lobos "Pradizer adeus". Und auch Till Brönner selbst singt, reifer und ergreifender denn je, "River Man", den Klassiker des viel zu früh verstorbenen Nick Drake. Dazu klingt Brönners Trompete so warm und klar, dass sich die Gesangsgäste und Instrumente wie zu einem Promenadenspaziergang dazugesellen, um sich danach im nahe gelegenen Straßencafé wieder zu verlieren.

Offizielle Homepage von Till Brönner

Cesaria Evora – "Rogamar"

Grammy-Gewinnerin Cesaria Evora ist eine Ausnahmeerscheinung im internationalen Musikgeschäft. Weil Geheimnisse oft ein Rätsel bleiben, hat die lebensfrohe Künstlerin fast fünf Millionen Alben verkauft – ohne großes Gepose oder extravaganten Glamour, dafür mit aufrichtiger, zutiefst emotionaler Musik. Seit 1988, dem Jahr, in dem "La diva aux pieds nus" ("Die barfüßige Diva") erschien und sie erstmals im Westen bekannt wurde, "habe ich meine Verpflichtungen erfüllt", sagt die Sängerin über sich. Evora singt auf Portugiesisch, ist der größte Star der Kapverdischen Inseln und verwendet auf ihrem neuen Album "Rogamar" Musik von Ray Lema, um an die Kolonialvergangenheit Afrikas zu erinnern: "São Tomé Na Equador" bezieht sich auf den Inselstaat São Tomé e Príncipe, der ebenso wie Kap Verden unter portugiesischer Kolonialherrschaft stand. Ismaël Lô, die Stimme des senegalesischen Folk, unternahm die Reise für "Africa Nossa", eine panafrikanische Hymne – unser Afrika, "Wiege der Welt, fruchtbarer Kontinent". Außerdem kam der Madegasse Régis Gizavo mit seinem Akkordeon vorbei. "Rogamar" zollt dem Talent von Fernando Andrade, besser bekannt als Nando, Tribut. Nando ist seit 1999 Evoras Pianist und verleiht dem Album seine heitere, tropische Melancholie. Auf sechs der 15 Stücke ist Jaques Morelenbaum zu hören, ein außergewöhnlicher brasilianischer Cellist, Arrangeur und Klanggestalter. Ein vielseitiges, hörenswertes Stück Worldmusic.

Offizielle Homepage von Cesaria Evora

Arielle Dombasle – "Amor Amor"

Die Schauspielerin Arielle Dombasle wurde als Arielle Sonnery de Fromental 1958 in Norwich, USA geboren. Sie wuchs in Mexiko auf, wo sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter bei den Grosseltern lebte. In den späten 70er Jahren begann ihre Filmlaufbahn und seitdem spielte die Französin in über 100 Filmen und Serien mit. Zu ihren bekanntesten Werken zählen "Tess" (1979), "Pauline am Strand" (1983) und "Asterix & Obelix gegen Caesar" (1999). Die blonde Schönheit hat in den letzten Jahren aber auch intensiv ihre musikalische Karriere verfolgt. Dombasle interpretiert ihre Lieder auf Englisch, Französisch und Spanisch. Für ihr aktuelles Album "Amor Amor", das in Frankreich bereits 2004 veröffentlicht wurde, entschied sich die vielseitig Talentierte für eine Auswahl von sinnlichen Pop-Standards, denen die Sängerin einen modernen und chicen Flair verleiht. Zwar ist ihre dünne Stimme etwas gewöhnungsbedürftig, birgt aber in diesem musikalischen Umfeld durchaus ihren Reiz. Besonders gelungen: Dombasles Duett mit dem spanischen Herzensbrecher Julio Iglesias ("Quizas, quizas, quizas"). Darüber hinaus gibt es Klassiker der 40er Jahre wie "Rhum and Coca-Cola" oder "As Time Goes By", Chansons à la "I Wish You Love" oder die spanische Fassung von "Sway" (Hit für Dean Martin). Nicht immer ist Dombasle der Vorlage stimmlich gewachsen, aber insbesondere die Arrangements bzw. die Musik auf "Amor Amor" sind hochklassig. Das Mono-Mixing an manchen Stellen verleiht den Evergreens einen Hauch der guten alten Zeit. Etwas für Romantiker und Nostalgiker.

Offizielle Homepage von Arielle Dombasle

26. April 2006