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  • 27. April 2006, noch kein Kommentar

"Alle Männer dieser Welt" werden sicher begeistert sein von unserem Schlager-Dreier: Mara Kayser, "Manni der Libero" und sexy André Stade.

Mara Kayser – "Angekommen"

Bisher kannte man Mara Kayser (40) vor allen Dingen als altbackene Volksmusik-Tante aus diversen Jodelsendungen. In den letzten Jahren hat sie sich aber wie so viele andere ihrer Kollegen (Patrick Lindner, Francine Jordi, etc.) dem gehobenen Schlager zugewendet. Einen Schritt, den sie nun mit "Angekommen" vollendet. Für dieses neue Werk hat sie ihr Tagebuch geöffnet, persönliche Erlebnisse ausgewählt und diese gemeinsam mit Wolfgang G. Herrmann in Musik und Texte umgesetzt. Zwölf Lieder aus dem Leben der Sängerin, die natürlich hauptsächlich von Liebe und tiefe Gefühle handeln. Selten hat man in den letzten Monaten soviel Aufrichtigkeit gehört. Gleich der erste Titel "Alle Männer dieser Welt", der als Single bereits Platz eins der Schlager-Charts belegt, setzt mit munterer Melodie und griffigem Text Akzente. "Manchmal bist du Jäger, manchmal bist du Sammler", singt die Kayser – etwas was insbesondere Schwule aus dem Herzen sprechen dürfte. Die melancholische, volle Stimme der Sängerin begeistert ebenfalls von Anfang an. Besonders bei den nachdenklichen Balladen wie "Kleine Träne", "Solang’ ich lieben kann" oder dem ergreifenden "Ich weiß" entfaltet diese sich am Besten. Im zuletzt genannten Song heißt es: "Ich bin hier und ich bin doch nirgends, denn wie ich will, darf ich nicht sein. Nur das Leben macht mich wirklich, und da bin ich allein". Gewiss nicht die übliche Schlagerheiterkeit, sondern schwere Kost, die erstmal sacken muss.

Offizielle Homepage von Mara Kayser

André Stade – "Auf dich und mich"

Lange war es ruhig um den blonden Hünen: André Stade (35) hatte nach seinem letzten Album "Viel mehr" (2002) das Label Koch verlassen, um nun nach vier Jahren Funkstille bei der Ariola wieder richtig durchzustarten. Eifrige Grand-Prix-Fans werden sich bestimmt noch an den Song "Jeanny, wach auf" erinnern, mit dem er 1996 Platz zwei im deutschen Vorentscheid belegte. Sein fünftes Album zeigt Stade so poppig und frisch wie selten zuvor. Schlagerklischees haben bei ihm keine Chance, stattdessen singt er aufrichtige Liebesballaden ("Was wenn ich dich liebe", "Ich würde für dich sterben" - im Duett mit der Dänin Annette Heick) und dynamische Uptempo-Nummern wie der Opener "Auf dich und mich" oder "Du bist unglaublich". Jedes Lied hat eine kleine Geschichte zu erzählen, die Musik wirkt locker und aus dem Bauch heraus. Dabei hat der Sänger schwere Geschütze aufgefahren: Produziert wurde die CD von Thorsten Brötzmann (No Angels, Howard Carpendale, Vicky Leandros), gemischt von JEO (Annett Louisan, Yvonne Catterfeld). Bis auf eine Ausnahme hat Stade außerdem an allen Songs mitgeschrieben. Zudem wird der gebürtige Dresdner mit zunehmenden Alter und Reife immer attraktiver. Die Fotos im Booklet überzeugen dahingehend ungemein.

Offizielle Homepage von André Stade mit vielen tollen Fotos!

"Manni, der Libero" – Filmmusik von Christian Bruhn zur gleichnamigen Serie

Ja, der Herr Bruhn: Ex-Ehemann von Katja Ebstein und für so manche Trash-Perle von Mireille Mathieu ("Der Pariser Tango", "Tarata-Ting, Tarata-Tong") bis France Gall ("Computer Nr. 3") verantwortlich. Ihm verdanken wir aber auch die genialen Soundtracks zu "Captain Future" und "Timm Thaler" (Review) – warum also nicht auch die Musik zu "Manni, der Libero" wieder ausgraben. Ohnehin passt der Re-Release perfekt in die Vorfreudezeit auf die Fußballweltmeisterschaft. Verantwortlich für die Wiederveröffentlichung ist das kleine Kölner Label Diggler, das alle paar Monate mit originellen Veröffentlichungen aus den Bereichen Soundtracks, kultiger Trash und Easy Listening auf sich aufmerksam macht. "Manni, der Libero" besticht wie schon die anderen Bruhn-Soundtracks durch abgefahrene Sound-Spielereien zwischen Elektro, Disco, Progrock und Schlagersumsum. Für die Musik ist die Crème de la Crème deutscher Sessionmusiker verantwortlich: Kristian Schultze, Keyboard (Klaus Doldinger’s Passport, Udo Lindenberg, Giorgio Moroder); Curt Cress, Drums (Falco, Freddie Mercury); Günther Gebauer, Bass (Donna Summer, Boney M., Udo Jürgens); Geoff Bastow und Mats Björklund, Gitarre (Elton John, Amanda Lear). Im dicken Booklet gibt es außerdem spannende Hintergrundinfos zur Musik und der Serie – geschrieben von Bastian Sick ("Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"). Ein weiteres Highlight im bunten, wilden Katalog von Diggler Records.

Offizielle Homepage von Diggler Records

27. April 2006