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Bagdad (queer.de) - Menschenrechtsgruppen haben die Tötung eines 14-jährigen Irakers durch die Polizei kritisiert. Nach Augenzeugenberichten ist der Junge namens Ahmed Khalil vor seiner Haustür im Bagdader Bezirk al-Dura von Männern in Polizeiuniform erschossen worden, weil er angeblich schwul sein soll. Das berichtet die britische Zeitung "The Independent". Nachbarn erzählten, dass Khalils Vater zwei Tage vor dessen Tod von der Polizei festgenommen und nach den sexuellen Aktivitäten seines Sohnes befragt wurde. Der habe dem Bericht zufolge mit Männern für Geld geschlafen, um seine bitterarme Familie finanziell zu unterstützen. Im März hatte der Schiitenführer Großajatollah Ali al-Sistani seine Anhänger aufgerufen, Schwule zu ermorden (queer.de berichtete). Ali Hilli, Gründer der Londoner Selbsthilfegruppe Abu Nawas, die sich an schwule Iraker wendet, sagte in britischen Medien, dass nach Sistanis Fatwa "eine Hexenjagd auf lesbische und schwule Iraker begonnen habe" (queer.de berichtete). "Unsere Informanten in Bagdad erzählen uns, dass die irakische Polizei stark von der paramilitärischen Badr-Organisation unterwandert ist", so Hilli. Die Badr-Brigade ist der militärische Arm der radikalen schiitischen Partei "Oberster Rat für die islamische Revolution im Irak" (SCIRI). (dk)



58 Kommentare

#1 Adrian AhlhausAnonym
  • 05.05.2006, 13:42h
  • Ein Land das seit Jahrzehnten durch Gewalt beherscht wird, bringt sozialisationsbedingte Gewalttäter hervor, die ihr Vorgehen für eine normale Verhaltungsform halten. - Es ist keine neue Erkenntnis.
    Das nicht alle Irakis zur Gewalt neigen, oder dies auch nur gut heißen ist für mich der einzige Lichtblick in eine bessere Zukunft für dieses geplagte Land.
    Man sieht allerdings auch, was wirkliche Unterdrückung bedeutet und echte Verfolgung ist.
    Dagegen erscheint mir hier bei queer.de die Diskussion über Diskriminierung geradezu luxerierend, insbesondere wenn sich einge Kommentatoren allzubereitwillig gegenseitig verbal die Köpfe einschlagen möchten.
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#2 Black SunAnonym
  • 05.05.2006, 13:45h
  • Dazu fehlen mir die Worte. Einfach nur graußam, schrecklich und Traurig. Ist ja fast schlimmer als im Mittelalter.
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#3 Adrian AhlhausAnonym
  • 05.05.2006, 14:22h
  • @Black Sun - Das Mittelalter war glücklicherweise recht unterschiedlich. Während in Florenz nach einer Periode der Liberalität recht plötzlich eine Verfolgung aller schwulen Aktivitäten einsetze, da Vinci ist dem gerade noch entkommen, versuchte man in Köln jene Treffpunkte, die für homosexuelle Handlungen bekannt waren - die öffentlichen Aborte - kontrollierend jene Personen zu überführen, die die angeblich gotteslästerlichen Handlungen vollzogen. Selbst ein auf wenige Personen beschränkter Prozeß führte genauer betrachtet zu nichts (siehe Bernd-Ulrich Hergesmöller). - Zugegeben, da Vinci steht nicht für das MIttelalter, jedoch war die obrigkeitliche Reaktion gegen die tradierte Lebensweise und das Selbstverständnis jüngerer Männer in früheren Zeiten gerichtet.
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#4 holga-waldaAnonym
  • 05.05.2006, 14:25h
  • brasilianische freunde berichten, dass
    solche morde in brasilien nach wie vor stattfinden, aber wegen der mainstreamschreibe lila-lula-links nicht mehr berichtet werden. man zehrt noch vom
    restrausch "größte csd-parade" der welt.
    so schön kann berauschen sein.
    die machen das dort ohne aufruf von islamisten, ganz schön selbstständig,
    die christlichen todesschwadrone.
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#5 Adrian AhlhausAnonym
  • 05.05.2006, 14:37h
  • @ 3. - Sorry. Der mann heißt natürlich Bernd-Ulrich Hergemöller (Prof. Dr.), nicht Herge(s)möller.
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#6 fürstinAnonym
  • 05.05.2006, 14:57h
  • @) holga-walda

    dein beitrag ist wahr & langweilig.

    dir vermarktung schwuler mordopfer,
    von jeweilig interessierter seite ist für
    alle beteiligten recht billig.

    nur für´s opfer, den freund und die angehörigen nicht.
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#7 SaschaAnonym
  • 05.05.2006, 15:30h
  • @Adrian Ahlhaus:

    Bei allem pseudointellektuellen Gerede von deiner Seite ist es geradezu lächerlich, andere Formen der Diskriminierung als direkte körperliche Gewalt kleinreden zu wollen. Nur weil in einigen Ländern Schwule offen verfolgt und umgebracht werden, heißt das noch lange nicht, dass andere Formen der Gewalt, Ausgrenzung und Unterdrückung (die es in unserer Gesellschaft ebenfalls zur Genüge gibt) weniger beachtenswert sind!

    Oder sollen wir uns etwa damit abfinden, dass junge Homosexuelle nach wie vor weit davon entfernt sind, ihre Sexualität mit der gleichen Selbstverständlichkeit nach innen und nach außen zu leben wie ihre heterosexuellen Altersgenossen???

    Dass auch heute noch das so genannte Coming Out mit erheblichen inneren und äußeren Konflikten verbunden ist???

    Dass Homophobie an Schulen oder Mobbing am Arbeitsplatz eine allgegenwärtige Realität sind???

    Oder dass wir von einer demokratischen Neudefinition gesellschaftlicher Institutionen (Ehe, Familie etc.) und Werte weiterhin meilenweit entfernt sind???

    Dass "Bündnisse für Erziehung" in diesem Lande wieder mit bevorzugter Beteiligung des kirchlichen Propagandaapparates und dessen verlogener Angstmoral geschmiedet werden?

    Nein, erst wenn Menschen- und Bürgerrechte auch bei UNS uneingeschränkt für ALLE gelten, können wir - zumindest für den Moment - zufrieden sein.
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#8 wolfAnonym
#9 seb1983
  • 05.05.2006, 16:53h
  • naja Sascha, ne absolut berechtige Forderung. Da stimme ich voll zu!!
    Nur leider genauso realistisch wie der Weltfrieden.

    Schwule haben in sehr kurzer Zeit schon viel erreicht, in den nächsten Jahren wird noch einiges mehr passieren, große Koalition hin oder her die Zeit spielt für uns.

    Eine Minderheit, und das sind Homos nunmal, wird aber immer eine bleiben. Und das werden die anderen 90% der Menschen immer als etwas besonder ansehen. Da kann man berechtigt fordern verlangen oder demonstrieren was man will.

    Und Bei Gewalt mache ich durchaus Abstufungen: Mag sein dass dir hier in Dtl ein paar Steuervorteile fehlen und mal jemand schief guckt. Aber hier werden und wurden keine Kinder erschossen!!!
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#10 Adrian AhlhausAnonym
  • 05.05.2006, 16:57h
  • @Sascha - Ach Sascha, dass Du Dich bei all der bösen bundesrepublikanischen Umwelt auf die Straße traust. - Wie mutig.
    Es gibt es aber auch eine Realität jenseits der Deinen.

    Das Thema Mobbing ist denkbar ungeeignet, um die Diskriminierung von Schwulen herauszustellen. Dies ist schon statistisch ein alltägliches Phänomen, dem die Opfer aus beliebigen Gründen unterliegen, insbesondere, wenn man die Betroffenen für schwächer hält. Das Schwule besonders schwach sind ist das Vorurteil der Täter. - Sollte selbst mal auf der Straße ein Opfer sein; es war dann aber ganz schnell vorbei mit dem Mutwillen der drei erwachsenen Jungs. Nachher haben sie sich bei mir entschuldigt für ihr Benehmen. - So gehört sich das.

    Die jungen Schwulen in der Schule - kann man diese immer schon als homosexuell orientiert bezeichnen? Da ist der Selbstfindungsprozeß wohl kaum abgeschlossen und die Unsicherheit im Verhalten, die nicht so selten übertriebene Form der Präsentation des Besonderen - Schwulsein - ist eine Art der Provokation gegnüber vielen Mitschülern, die von beiden Seiten eher ungesteuert die fehlende Souveränität offenbart. Dies auf beiden Seiten zu steuern, sollte nicht nur einzelnen Personen überlassen sein, sondern auch ud besonders durch vorbildliches Verhalten in den schwulen Szenen vorgelebt werden. - Aber es ist ja so viel einfacher immer die anderen zur Verhaltensänderung auszufordern. - Wie faul und billig.
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