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Ob DSDS-Gewinner Tobias wirklich "Straight" ist? Gelingt Chicago mit "XXX" das Comeback? Passt Da Vinci zu Pop?

Von Jan Gebauer

Tobias Regner – "Straight"

Nein, glücklich war die queer.de-Musikredaktion am Abend aller Abend nicht, als Tobias Regner bei der dritten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" als Sieger hervorging. Gesanglich war sein Kollege Mike Leon Grosch eigentlich überlegen, aber letztendlich überwogen wohl die optischen Vorteile. Und davon hat Meister Regner nun mal einige. "Straight" wurde sein Debüt-Album genannt – was man wahlweise als "geradeaus" oder "heterosexuell" werten kann. Beides lässt natürlich keine Fragen offen, schließlich wird er derzeit mit angeblichen Frauenaffären eifrig durch Gazetten wie "Bild" oder "Express" gereicht. Rock stand bei ihm schon während "DSDS" hoch im Kurs und auch auf seinem Debüt gibt es davon jede Menge. Und ein Schwuler musste sogar hinhalten und einen Song beisteuern: Song Nummer fünf, "Homeless Heart", wurde von Desmond Child geschrieben, der schon Hits für Homo-Ikone Cher, Aerosmith, Kiss und Robbie Williams verfasste. Ob Child wirklich Regner im Kopf hatte, als er das überladene Stück komponierte, ist offen. Auch sonst klingt alles recht laut, altbekannt und aufdringlich – insbesondere die Stimme Regners. Schon bei "DSDS" hatten wir den Eindruck, dass der gebürtige Bayer mangelnden Ausdruck in seiner Stimme mit Lautstärke ausglich. Ansonsten blieb auch nicht gerade viel Zeit für Innovationen oder das Einbringen des Sängers selber: "Ehrlich gesagt hatte ich während der Produktion überhaupt nicht daran gedacht, selbst zur Gitarre zu greifen", gesteht er, "in Zukunft werde mich aber ganz bestimmt auch mit meinem Instrument einbringen." Ob aber dann noch jemand zuhört, wenn die "DSDS"- und "Bild"-Maschinerie nicht mehr für Publicity ohne Ende sorgt, ist eine andere Frage. Bleibt zu hoffen, das dass bald folgende Debüt von Mike Leon Grosch etwas spannender ausfällt.

Offizielle Tobias-Regner-Homepage

Chicago – "XXX"

Manche Band gibt es schon solange, dass man seinen Augen und Ohren kaum trauen mag, wenn mit schöner Regelmäßigkeit doch wieder eine Veröffentlichung in den Geschäften steht. Bei Chicagos neuestem Werk "XXX" handelt es sich bereits um das 30. Album. Zu Beginn ihrer Karriere war die Band, die 1967 gegründet wurde, maßgeblich für die Verbindung von Jazz und Rock verantwortlich. Das war sowohl kommerziell erfolgreich, als auch bei den Kritikern. Die rümpften spätesten Mitte der 70er Jahre die Nasen, als mit dem Kuschelklassiker "If You Leave Me Now" die abrupte Hinwendung zu soften Pop-Klängen folgte. Bombastschnulzen wie "Hard To Say I’m Sorry", "You’re The Inspiration" oder "Look Away" machten aus der einst von Peter Cetera (stieg 1985 aus) angeführten Truppe eine der erfolgreichsten amerikanischen Hitmacher. Auf dem neuen Werk setzen sie den Weg der auf Hochglanz polierten Mainstream-Band konsequent fort. Die üppige Ballade "King of Might Have Been" reißt von der ersten Sekunde mit, "Feel" und "Caroline" haben einen Refrain, der nach Hit schreit und bei "90 Degrees And Freezing" zeigen die in die Jahre gekommenen Herren, dass der griffige Trompeten- und Posaunen-Sound, für den Chicago auch mal berühmt war, noch intakt ist.

Offizielle Chicago-Homepage

"Music Inspired by Da Vinci"

Dan Browns Bestseller "Das Sakrileg – The Da Vinci Code" von 2003 ist eines der meistverkauften Bücher aller Zeiten. Die kontroverse Story und die fachkundig ausgearbeitete Verschwörungstheorie machen den Thriller zu einem der begehrtesten und gleichzeitig umstrittensten Romane. Der religiöse Symbolismus und die wissenschaftlichen Codes, die Dan Brown verwendet, basieren auf der Arbeit des italienischen Künstlers und Erfinders Leonardo Da Vinci. Der Komponist und Produzent Jan Kisjes war einer der Menschen, der sofort Feuer und Flamme für das Werk war. Schon beim Lesen des Buches formten sich Melodien in seinem Kopf, welche die Theorien Da Vincis in musikalischer Form umsetzten. In seiner CD "Music Inspired By Da Vinci" vermischt er elektronische Musik, gregorianische Klänge und klassische Musik und Kulturgeschichte. Kisjes konnte für sein Projekt viele befreundete Künstler begeistern, unter ihnen Phil Cunningham, Gitarrist und Keyboarder der Rockband New Order. Durch diese Zusammenarbeit entstand ein spannendes Album, dessen Songs von Glaube, Liebe und Hingabe geprägt sind.

Homepage zur CD

5. Mai 2006