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  • 11. Mai 2006, noch kein Kommentar

Herzschmerz, Liebe und Träume: Die neuen CDs von Claudia Jung, Angelina und Stephanie haben es in sich.

Von Jan Gebauer

Claudia Jung – "Träumen erlaubt"

Nachdem Claudia Jung (42) durch die Erkrankung ihrer Stimmbänder eine längere Zwangspause einlegen musste, ist nun endlich die Zeit des Wartens vorbei und ihre Fans werden mit einem neuen Album belohnt. "Träumen erlaubt" lautet der Titel der CD. Wer dahinter allerdings nur Balladen vermutet, irrt gewaltig. Denn wieder einmal zeigt Jung die ganze Bandbreite ihres musikalischen Könnens: Von romantisch bis frech, alle Facetten ihrer Persönlichkeit kommen hier zum Ausdruck. "Das Album ist ein Spiegelbild meiner Persönlichkeit. Ich habe ein romantische aber auch eine freche, kecke Seite", gab Jung gegenüber queer.de zu. Im Interview, das in kompletter Länge bald auf queer.de zu lesen sein wird, plaudert die Sängerin außerdem über die Konkurrenz, ihren vergeblichen Versuch vor Jahren mal beim Eurovision Song Contest teilzunehmen und ihre kommende Teilnahme beim CSD in Köln. Dort wird sie nämlich eine von vielen namenhaften Schlagerstars sein, die auf dem Wagen von WDR4 für Stimmung sorgen. Musikalisch ist sie sich jedenfalls treu geblieben. Kapriolen à la Tanja Thomas wird es von ihr nicht geben. So klingen die 14 Lieder eben typisch nach Claudia Jung: Romantisch, feinfühlig und überzeugend.

Offizielle Claudia-Jung-Homepage

Stephanie – "Schenk mir dein Herz"

Huch, da habe ich mit etwas anderem gerechnet: Stephanie (16) hatte ich eigentlich als Musikantenstadl-Göre in der Schublade "Heintje-Syndrom" abgelegt. Auf dem neuen Album "Schenk mir dein Herz" fällt mich dann aber diese tiefe, kehlige Stimme auf, die inmitten von Allerweltsschlagern einen echten Sex-Appeal mitbringt. Und wann hat es das in diesem Genre zuletzt gegeben? Sicher, Michelle im "Playboy" und Andrea Berg Pseudo-"Splitternackt" auf dem Cover der aktuellen CD, das wohl eher Bein-Fetischisten ansprach, waren netten Einlagen, aber Stephanie hat den "reizenden" Effekt einfach in ihrer Stimme. Mit diesem Organ könnte sie auch gekonnt zweideutige Pop-Songs darbieten, auf "Schenk mir dein Herz" bleibt es aber bei Alpenpop – so jedenfalls der Verlag, bei dem ihre Songs erscheinen. Keine Angst, "volkstümlichen Schlager" gibt es hier zum Glück nicht, dafür jede Menge frischen, freundlichen Schlager mit netten, nicht allzu kitschigen Texten. Das Mädchen versucht gar nicht erst auf erwachsen zu machen, sondern singt glaubhaft aus dem Leben eines Teenagers. Putziges wie "Sandkastenliebe", Verliebtes wie "Schmetterlinge lügen nicht" oder Geschicktes wie das Remake von Maywoods Superohrwurm "Late at Night". In der Chef-Etage von Koch-Universal wurde aber wie schon bei Rosanna Rocci auf den Tisch gehauen und eine schräge Ufta-Ufta-Nummer angeordnet, damit man auch auf Mallorca oder beim Apré-Ski gut ankommt: "Eine Mark für Charly". Der Witz war eigentlich schon in den 70er Jahren bei Wencke Myhres Original aufgebraucht. Mit der Stimme und der richtigen Promotion bietet Stephanie aber genug Potential, um in der Zukunft auf weitere schöne Titel hoffen zu lassen.

Offizielle Stephanie-Homepage

Angelina – "Genug geträumt"

Während Schlagerqueen Claudia Jung den Träumen mit offenen Armen entgegengeht, hat Schlagernachwuchs Angelina Gegenteiliges im Sinn. "Genug geträumt" zielt mit seinen zumeist langsamen Klängen auf die romantischen Stunden des Lebens ab. Die zum großen Teil von Wolfgang G. Herrmann (Mara Kayser, Francine Jordi, Angelika Milster, etc.) verantworteten Lieder weisen dabei deutliche Spuren von Country auf. Schon der Eröffnungstitel "Mein Herz ist kein Spielzeug" geht diesen Weg. Auch der Folkevergreen "Banks of the Ohio" (unvergessen ein Hit von Olivia Newton-John) – auf Deutsch "Der Mandelbaum" – gehört dazu. Für Fans, die auch mal unfreiwillig lachen wollen, hält Angelina "Heiße Schokolade" bereit. Da fordert die Sängerin ihren Lover zum Ausziehen aus, da ihn etwas ganz besonderes erwartet. "Heiße Schokolade" eben, wobei sich weiterhin Metapher an Metapher reiht: "eine Riesentasse Schokolade, ich weiß doch, dass du das magst". Trotz der Winterlandschaft auch im angehenden Sommer ein Genuss. Da passen der "Seemann von San Remo" oder das rhythmische Pop-Liedchen "Du machst mich neugierig" erst recht. Hier wird eifrig Urlaubsstimmung zelebriert. Eine sympathische Sängerin zwischen Schunkelschlager und Corega-Tabs-Pop.

Offizielle Angelina-Homepage

11. Mai 2006