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Köln Der Comic-Zeichner Ralf König plädiert für ein mutiges Eintreten für die Pressefreiheit. "Morgens im Radio hörte ich Kofi Annan, wie er sagt, wir sollten mit der Pressefreiheit vorsichtiger umgehen. Das finde ich nicht! Ein bisschen Pressefreiheit geht nicht, entweder ganz oder gar nicht", sagte er im Interview mit der Welt am Sonntag auf die Frage nach den Auswirkungen des Karikaturenstreits auf seine Arbeit. "Man muss über Religionen auch spötteln dürfen. Das ist das Recht des Ungläubigen", ergänzt er. (cs)



13 Kommentare

#1 Adrian AhlhausAnonym
  • 15.05.2006, 12:10h
  • Es gibt kein bisschen - wovon, vom Spötteln? So sehr ich Ralf König zustimmen möchte, erst in im Alltäglichen bekommt diese Freiheit ihre Problematik.
    Als Gedankenbeispiel - Üblicherweise gibt es in einer christichen Gemeinde auch spöttische Bemerkungen über einen Pfarrer oder Pastor. Wird dies nun in einer Veröffentlichung allgemein bekannt und zugänglich gemacht stellt sich die Frage: Ist da eine Grenze überschritten? Warum muss ein Mensch in diesem weiten Fokus erscheinen? Unwohl ist mir ebenso, sollte eine Gemeinde in der Presse mit Spott überzogen werden.
    Anders ist für mich die Situation, sobald die Religion als solche betroffen ist.. Da kann Spott auch eine Art der Kritik sein, beispielsweise den Unterschied von Verkündigung und Praxis verdeutlichen. Die Kirche bspw. in Köln und auch anderswo lebt damit tagtäglich und hat sich mit dieser Form der öffentlichen Meinung zumindest zu arrangieren. Denn ließe das Bistum Köln nun ein Strafgericht und persönliche Verfolgung als Anwort auf den Spott und die Spötter folgen, dann wäre ein neuer Kulturkampf entzündet. Alle Kölner/innen, mit vielen Gläubigen (hoffentlich) würden für das Recht auf Meinungsfreiheit demonstrieren. Hierbei ginge es eben nicht mehr um den Inhalt des Spotts, sondern um die Möglichkeit persönlich zu entscheiden, worin der Zusammenhang von Ursache und Wirkung besteht und welche Form der Konflikdarstellung angemessen ist.
    Dies entscheiden zu dürfen ist das Recht des freien Bürgers. Hier orientiert sich auch die juristische Maßgabe an der normativen Kraft des Faktischen, eben den Alltag der Bürger.
    Der Konflikt im Schutz von Personen und den damit verbundenen Inhalten und der Meinungsfreiheit besteht nun darin, ob vom Spott Betroffene über das Faktische sich hinwegsetzen dürfen, um eine Realität einzufordern, die es möglichweise schon längst nicht mehr gibt, etwa ein Verbot von Spötteln über die Auferstehung. - Die es im übrigen bei den ersten Christen gar nicht gab, wie die Bibel-Exegese des frühesten, erhaltenen neutestamentlichen Textes erkennt.
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#2 AndyAnonym
  • 15.05.2006, 12:52h
  • Also ich stimme Herrn König da
    nicht unbedingt zu.Natürlich ist
    Meinungsfreiheit und Pressefreiheit
    sehr wichtig.
    Aber eine gewisse Grenze regelt
    doch eigentlich der gesunde Menschen-
    verstand.
    Sich über Religion oder Gläubige
    zu amüsieren,finde ich absolut nicht
    okay.
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#3 CelsiusAnonym
  • 15.05.2006, 13:28h
  • In Deutschland müssen "Personen des öffentlichen Interesses" mit - zum Teil heftigen - Spötteleien und Karikaturen leben, sobald das Etikett "Humor" draufklebt. Das ist der Preis dafür, in der Öffentlichkeit zu stehen.
    Warum sollten Religionen, die sich ja bekanntlich an breite Bevölkerungsschichten wenden, davon ausgenommen werden? Auch diese müssen sich der Meinungsbildung stellen und auch öffentliche Kritik akzeptieren. Und das unabhängig vom jeweiligen Wahrheitsgehalt. Dafür gibt es das Mittel der Gegendarstellung.
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#4 splattergayAnonym
  • 15.05.2006, 14:49h
  • Die Meinungsfreiheit ist natürlich auch an verschiedene Positionen gebunden. Wenn mich mein Nachbar abfällig als Schwuler bezeichnet, muß ich das hinnehmen, nicht aber wenn er das als Anzeige in einer Zeitung veröffentlichen würde. Ich bin eine Privatperson und muß mich nicht dem öffentlichen Raum stellen. Eine öffentliche Person (Schauspieler, Politiker, Amtsträger)muß sich auch eine öffentliche Häme u. Kritik gefallen lassen, das gilt insbesondere dann, wenn er durch sein Tun auch Einfluss auf das Leben anderer hat. Das Privatleben von öffentlichen Personen sollte aber auch tabu sein, es sei denn es spielt auch massiv in ihr öffentliches Leben mit hinein ( z.B. bei Päpstin Benedikta). Bei Institutionen, Parteien, Kirchen u.s.w. ist alles möglich. Auch hier sind ja einzelne Menschen betroffen, aber Kritik in jeder Beziehung muß hier immer erlaubt sein, auch wenn sie vielleicht nicht der Wahrheit entspricht. Hier gibt es für mich keine Grenzen der Meinungsfreiheit.
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#5 SvenAnonym
  • 15.05.2006, 15:36h
  • Ich gebe Ralf König vollkommen Recht. Hatte das Interview auch gelesen.

    Es ist gut, dass Adrian hier auf der Verhältnis von Pressefeiheit und Persönlichkeitsrechten hinweist, doch König hatte sich dazu nicht weiter geäußert.
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#6 fürstinAnonym
  • 15.05.2006, 16:15h
  • "...wie die Bibel-Exegese des frühesten, erhaltenen neutestamentlichen Textes erkennt..."

    Lieber Herr Ahlhaus,
    könnten Sie diesen Text hier benennen ?
    Ich wäre Ihnen dankbar.
    Über Google müßte er dann aufrufbar sein.
    Vielen Dank.
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#7 Adrian AhlhausAnonym
  • 15.05.2006, 18:00h
  • @Fürstin - Zur Rekonstruktion des Ur-Evangeliums, die fehlende Auferstehung, musste ich nun doch etwas länger im Keller suchen.

    Die Rekonstruktion in 'Das Evangelium der Urgemeinde - Wiederhergestellt und erläutert von Rudofl Pesch' bei Herder, Freiburg 1979, hier: ³ 1984, enthält das folgenden Ende des Markus-Evangeliums:
    Seite 42
    5 Und hineigegangen (gemeint sind die drei Frauen) in das Grab, sahen sie einen Jüngling zur Rechten sitzen, umgeworfen einen weißen Talar. Und sie erschauderten. 6 Er aber sagt ihnen: 'Erschauert nicht! Jesus sucht ihr, den Nazarener, den gekreuzigten. Auferweckt ward er, er ist nicht hier. Siehe, die Stätte, wo sie ihn bestattet hatten! 7 Doch geht hin, sagt seinen Jüngern und dem Petrus: 'Er zieht euch voran nach Galiläa, dort werden ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.' 8 Und hinausgegangen flohen sie vom Grab; denn Zittern und Entsetzen hielt sie gebannt. Und niemand sagten sie etwas; denn sie fürchteten sich.

    Für mich bedeutet dieser Text, dass die jüdische Kritik verständlich wird, die Jünger hätten den Leichnam beiseite geschafft. Auch ist der 'Engel' eine eher menschliche Gestalt.
    Das ungeheure Ereignis, den Leichnam nicht mehr vorzufinden würde wohl jeden gläubigen Juden zuteift erschüttern haben.
    Das Jesu 'auferweckt' ist, musste bei der schon früh einsetzenden Redaktion des Textes zu 'auferstanden' gewandelt worden sein und hat zusätzlich bestätigender, weil leibhaftiger Augenzeugen bedurft, die hinzugefügt sind. Das alles gibt der bei Theologen diskutierten Vermutung eine Grundlage, in der möglichwerweise nachträglich die gesamte Auferstehung hinzufügt ist.
    Im jüdischen Glauben ist die Sache eindeutig. Einzelne, gerechte Märtyrer können auferweckt werden.
    So betrachtet ist die Ablehnung aus einer jüdischen Sichtweise nachvollziehbar: Es soll ein Märtyrer konstruiert werden.

    Was bedeutet nun auferweckt? Ist das gleichbedeutend mit auferstanden. Ich würde dem gerne bei Martin Buber u.a. nachgehen, jedoch, dafür habe ich keine Zeit.
    Als Christ ist es für mich allerdings vollkommen unbedeutend, wie Jesus auferweckt oder sonstwas ist, denn sein Leben und sein Tod, sowie meine persönliche Erfahrung lassen keinem Zweifel am einem lebendigen Gott und die Botschaft Jesu.
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#8 jothakaAnonym
  • 15.05.2006, 18:22h
  • Ich stimme König 100% zu. Wo fängt man denn dann an sich einzuschränken? Darf ich vor Zeugen Jehovas nicht mehr über Schwule reden? Darf ich vor Hindis nicht mehr über die Schlachtung von Kühen schreiben?
    darf ich bei Juden dann nicht mehr ein Bild zeigen auf denen Brot und Butter am Stück zu sehen ist?
    Genauso wie sich die Kirche über Schwule und Co. echaufiert, muß es sich die Kirche und ihre Angehörigen gefallen lassen das man über sie spöttelt. Ich fand die Devise von MTV Lachen statt rumhängen ziemlich cool, und ich finbde das Lebensbejahender als ein genagelter leidender Jesus. Ich will und kann nicht Rücksicht nehmen auf irgendwelche Glaubens-/Lebens-/Wasweißich-Gruppen, Irgendjemanden trit man immer auf die Füße.
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#9 antosAnonym
  • 15.05.2006, 20:25h
  • @ Thema:

    Vielleicht hab ich ja ein ziemlich spezielles, mystisch durchwirktes und damit stark idealisiertes Verständnis von (religiösem) Glauben...sei's drum: Leuten, die sich von Text A oder Bild B oder Film C in ihren 'religiösen Gefühlen' verletzt fühlen nehme ich ihre Wut natürlich jederzeit ab. Diese Wut kann man hören, man kann sie in boshaften Kommentaren, Artikeln und Transparenten nachlesen und wahrscheinlich - wenn man Pech hat - kann man sie sogar spüren.

    Den Glauben der Gefühlsverletzten aber glaube ich ihnen nicht. Er ist ebenso unglaubwürdig wie ihre 'religiösen Gefühle', mit denen sie immer dann hausieren gehen, wenn jemand ihren Autoritätsanspruch durchkreuzt - 'religiöse Gefühle' die sich dann in Haßtiraden (oder Schlimmerem) gegen die jeweiligen Ungläubigen entladen. Zum Glück gibt es neben diesen zeternden Gefühlsverletzen immer noch auch andere Gläubige, die Kritik jeder Art ganz anders beantworten - ruhig, besonnen. Stark. Sogar selbstironisch. Das beeindruckt.

    Aber @ Thema: Mal abgesehen davon, wie nichtssagend diese Meldung über Herrn Königs frisches Statement da oben eigentlich ist...

    ...glaubt hier eigentlich irgendwer, dass dieser Karikaturenstreit tatsächlich irgendetwas mit Religion bzw. mit Glaube/verschiedenen Glaubensaufassungen zu tun hatte?
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#10 linuxerAnonym
  • 15.05.2006, 21:26h
  • Also, ich muß ralf könig voll und ganz zustimmen, denn als die europäische(dänische) Presse die mohammet-karikaturen veröffentlichte, gab es nicht nur bei den moslems einen verständlichen aufschrei, sondern auch bei den christen. bei letzteren verstehe ich aber nicht, das dann im gegenzug auch karikaturen über den papst und seine sippe als KARIKATUR angesehen werden. Denn als die muslimische welt sich darüber erregte, wurde von der christlichen seite aus geschossen, und zwar heftigst.

    zuletzt gab es noch den aufschrei über POPETOWN bei mtv.

    kann ich nicht verstehen, denn satire ist nunmal so wie sie ist. das müssen auch erzkonservative fundamentalistische christen verstehen, sonst haben sie sich die falsche gesellschafftsordnung, nämlich die demokratie, ausgesucht.

    www.mtv.de/popetown/index.php
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