Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?4825

Gewaltaufruf von Wojciech Wierzejski zum Warschauer CSD; "Falls die Perversen anfangen zu demonstrieren, sollte man sie mit Knüppeln verprügeln"

Von Carsten Weidemann

Der Vize-Vorsitzende der polnischen Regierungspartei Liga Polnische Familie (LPR), Wojciech Wierzejski, hat dazu aufgerufen, Menschen, die an der Warschauer Gleichberechtigungsparade am 10. Juni teilnehmen wollen, mit Gewalt daran zu hindern. "Die Warschauer Behörden dürfen diese Demonstration nicht erlauben. Man sollte auch keine Kundgebung zulassen, weil das die Verbreitung der Perversion und Pathologie bedeutet. Falls die Perversen anfangen zu demonstrieren, sollte man sie mit Knüppeln verprügeln", so Wierzejski in einem Kommentar für die Tageszeitung "Zycie Warszawy". Der Politiker wurde erst kürzlich für das Amt des stellvertretenden Bildungsministers nominiert.

Zum geplanten Solidaritäts-Tourismus aus dem Ausland meinte Wierzejski "Es ist mir egal, dass irgendwelche Politiker aus Deutschland kommen. Das sind keine ernst zu nehmenden Politiker, sondern einfache Schwule. Wenn sie es ein paar Mal mit dem Knüppel kriegen, werden sie zum zweiten Mal nicht kommen. Ein Schwuler ist doch per Definition ein Feigling."

Bereits vor einem Jahr hatte sich Wojciech Wierzejski an die Spitze der Anti-Homo-Kampagne in Polen gestellt. Der damalige Europaabgeordnete hatte dazu aufgerufen, Vertreter der Lesben- und Schwulenbewegung mit "sozialer und moralischer Intoleranz" zu strafen: "Wir dürfen es nicht zulassen, dass sie ihre Gesichter in der Öffentlichkeit zeigen und für ihre Abnormität werben."

Als erste Organisation in Deutschland protestierte Maneo, Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt, gegen den Gewaltaufruf. Es forderte den Innenminister und die polnische Staatsanwaltschaft auf, Strafanzeige gegen Wierzejski zu stellen. Die grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter verlangte ein Einschreiten der Europäischen Kommission: "Es ist ein Skandal, dass in Polen ein designiertes Regierungsmitglied dazu aufrufen kann, das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gewaltsam zu verletzen, ohne das etwas passiert. Ich fordere die Europäische Kommission als Hüterin der Verträge dazu auf, endlich einzuschreiten und die verantwortlichen Regierungsmitglieder in Polen zur Raison zu bringen."

"Wierzejski zündelt hier im Bewusstsein, dass die rechtsextremistischen Schlägertrupps seinen Worten Taten folgen lassen", kommentierte die lesben- und schwulenppolitische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion in NRW Andrea U. Asch: "Dies richtet sich nicht allein gegen Homosexuelle, sondern ist ein Angriff auf die Menschenwürde insgesamt."

16. Mai 2006



99 Kommentare

#1 linuxerAnonym
  • 16.05.2006, 05:27h
  • Ich hab so das gefühl, das er in seiner kindheit zuviel mit dem klammerbeutel gepudert wurde!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SvenAnonym
  • 16.05.2006, 09:59h
  • Wenn die so weiter machen, könnt man fast glauben, alle Nazis wären schon früher Polen gewesen.

    Die EU, aber auch der Europarat müssten hier einschreiten.
    Aber unserer CDU ist es ja recht. Die freuen sich doch über jeden toten Schwulen und wenn es in Polen passiert, um so mehr!
    Oder warum höre ich nichts von Frau Merkel in dieser Angelegenheit?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 SaschaAnonym
  • 16.05.2006, 10:35h
  • Es ist in der Tat empörend dass die Europäische Kommission nicht endlich in schärfster Weise diesen Angriff auf fundamentale Menschenrechte und auf den Wertekonsens der EU sanktioniert.

    Ein Land mit solchen Neofaschisten an der Spitze hat in der EU nichts verloren! Hätte man doch beim christlichen Polen, Geburtsland des auch hierzulande von nicht wenigen so tief verehrten Johannes Paul II., den gleichen Maßstab in Sachen Menschen- und Bürgerrechten angelegt wie im Falle der Türkei.

    Dann wäre Polen erst gar nicht in die EU gekommen!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 gerdAnonym
  • 16.05.2006, 10:48h
  • Meine Güte, wer hat denn dem das Gehirn weggeprügelt, kann man da nur mit drastischen Worten antworten.

    In Polen ist eine Regierung angetreten, die sämtliche Register zieht , um Homophobie, Europaphobie und Xenophobie zu fördern.

    Da fragt man sich, wie das auf Dauer ausgehen wird, wenn eine solche polnische Regierung in der EU sich befindet.

    Polen wird zur Hauptaufgabe der lesbisch-schwulen Szene in unserer Hauptstadt Berlin und sollte das Thema der kommenden Jahre werden.

    Wir brauchen aktive engagierte Leute in den europäischen Hauptstädten Berlin, Paris, London, Madirid, die bei polnischen Veranstaltungen in den Hauptstädten mit "guten" Aktionen dabei sind und auf die innenpolitischen Verhältnisse in Polen aufmerksam machen. Diese polnische Regierung muss isoliert werden.

    Die Rücktritte des polnischen Ausseministers und des polnischen Botschafters für Deutschland zeigen sehr deutlich, wie weit diese Regierung nach rechtsaussen gesellschaftspolitisch abrutscht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 wolfAnonym
  • 16.05.2006, 10:56h
  • immer wenn instabile verhältnisse herrschen, schlägt die stunde der faschisten !
    allerdings, geschichtlich belegt, ist der faschismus, wenn er schon zu gewalt aufruft, sehr weit fortgeschritten !
    allein die sprüche über deutsche politiker, was fällt dem rotzbengel eigentlich ein ?
    dieses land muss sofort innerhalb der eu isoliert werden , ein land mit dieser vergangenheit, kann es nicht zulassen mit einer faschistischen regierung zu leben, schlimm genug sie gewählt zu haben.
    die rechten und die kirche haben wieder ganze arbeit geleistet.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 MarvinAnonym
  • 16.05.2006, 10:58h
  • Wo bleibt die Empörung der EU über Kommunisten in der Regierung Italiens??
    Kommunisten haben hunderte Millionen Menschen umgenracht.Allein in den sowjetischen Gulags waren es ca.60 millionen-also wieso werden die geduldet??
  • Antworten » | Direktlink »
#7 rudolfAnonym
  • 16.05.2006, 11:01h
  • @Sven

    Das Problem ist, daß es sich in Polen nicht um Nazis handelt, sondern um eine ungebrochene klerikalfaschistische Tradition seit den 30er Jahren. Weil diese Klerikalfaschisten sich nicht mit den Nazis verbünden konnten wie z. B. die in der Slowakei und Kroatien, sondern wie alle anderen Polen unterdrückt wurden, galten sie vor aller Welt als Antifaschisten, die sie eigentlich nicht waren. Mit diesem unverdient guten Ruf erklärt sich ihre völlige Schamlosigkeit. Hoffentlich wacht die Welt endlich auf. Die Chancen dafür stehen gar nicht schlecht. Nicht etwa weil diese Leute homophob sind (das ist ein Kavaliersdelikt), sondern weil sie auch noch antisemitsch sind (das ist heutzutage gottseidank geächtet).
  • Antworten » | Direktlink »
#8 martinsAnonym
  • 16.05.2006, 11:02h
  • frau merkel, die eu, das weltgewissen und der heilige geist.

    wie wär's mal wieder selber den arsch hochzukriegen und nach polen zu fahren um dem aufgeklährten teil polens gegen die steinzeitmenschen beizustehn?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 PO-lenAnonym
  • 16.05.2006, 11:19h
  • NA DANN MAL HERZLICH WILLKOMMEN IN DER EU, WIE WERDEN SOLCHE LEUTE POLITIKER? DURCH KORUPTION ODER. ANDERS LÄUFTS DOCH IN POLEN NICHT DAS WISSEN WIR DOCH ALLE.
    LIEBE GRÜSSE UND NE NEUE MAUER WÄRE TOLL...........
  • Antworten » | Direktlink »
#10 RalfAnonym
  • 16.05.2006, 11:40h
  • Als in Österreich ein halbseidener Dampfplauderer namens Haider in die Regierung eintrat, der immerhin nicht zu Straftaten gegen das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit und gegen die körperliche Unversehrtheit aufrief, ging die EU auf Konfrontationskurs. Jetzt, da in Polen eine Koalition von Klerikalfaschisten und nationalistischen Gewalttätern regiert, herrscht Schweigen im Brüsseler Walde.
  • Antworten » | Direktlink »