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  • 18. Mai 2006, noch kein Kommentar

Ein Punk rebelliert mit Gedichten: Blair Mastbaums Roman "Clays Ding"

Von Dat tat Do

Der 15-jährige Sam hat von allem die Nase voll. Er rebelliert gegen seine spießigen Eltern, gegen seinen uncoolen besten Freund, doch am meisten ist er von sich und seiner Gefühlswelt überfordert. Als Weißer wird er von den Hawaiianern nicht beachtet, mit seinem Schwul-sein kommt er nicht klar und projiziert seine Wut auf die gesamte Umwelt. "Hassen" gehört zu seinem Standard-Vokabular.

Um Beachtung von den lässigen Surferkids zu erheischen und um sich von ihnen gleichzeitig abzugrenzen, skatet er durch die Gegend. Das Problem dabei ist, dass er sich kaum auf einem Skateboard halten (geschweige denn Kunststücke ausführen) kann und sich wie ein Total-Loser vorkommt.

In seinem jugendlichen Zorn kifft er und säuft sich regelmäßig voll. Um seinen, meist negativ belegten Gefühlen Ausdruck zu verleihen schreibt er Haikus (japanische Kurzgedichte). Das ändert sich erst, als er dem 18 Jahre alten Clay, einem attraktiven Surfer, begegnet und feststellt, dass er nicht der Einzige auf der Welt ist, der schwerwiegende Probleme mit sich herumschleppt. Denn der junge Sportler dealt in seiner Freizeit mit Cannabis, wenn er nicht gerade auf seinem Brett steht – seine Art vor dem ungeliebten Alltag zu flüchten. Er versucht seine Homo-Neigung hinter seinem Macho-Sportler-Image zu verstecken, hat gar eine Freundin.

Eine emotionale Annäherung ist den beiden allerdings nicht vergönnt - Clay sperrt sich zu sehr, ist in seiner eigenen Welt gefangen und wirkt gefühlskalt sowie unberechnend. Doch atemlosen Sex erleben die beiden schon, bis sie auf einem gemeinsamen Kurztrip den jungen Anar kennen lernen, der Sam völlig die Sinne verdreht.Zu allem Unglück betrügen die beiden Gleichaltrigen jedoch Sam, der sich aus Verzweiflung im Meer das Leben nehmen will.

Autor Blair Mastbaum erhielt für seinen Roman "Clays Ding" zu Recht den Lambda Literatur Preis. Seine Sprache ist direkt, schroff und trifft ins Mark.

Blair Mastbaum: Clays Ding, 250 Seiten, Bruno Gmünder Verlag, 14,95 €

19. Mai 2006