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"Das Sakrileg" läuft seit heute im Kino. Nebendarsteller Ian McKellen hat in Cannes bereits gelassen auf die Kritik reagiert.

Von Jan Gebauer

Ginge es nach den Kritikern in Europa, würde "das Sakrileg", monumentales Kino-Spektakel zum gleichnamigen Buch-Bestseller von Dan Brown, auf einen Scheiterhaufen gespannt und zur Verbrennung frei gegeben. Papst Benedikt würde nur zu gerne das erste Streichholz an das Holz halten, sorgte doch vor allen Dingen die Empörung der katholischen Kirche über die Verfilmung für reichlich Schlagzeilen. Gegner kritisierten die im Film und in der Vorlage geäußerte These heftig, nach der Jesus und Maria Magdalena nicht nur verheiratet waren, sondern gemeinsame Kinder hatten, deren Nachfahren sogar noch heute leben sollen.

"Ich kann mir schon vorstellen, dass der Film einige Leute verletzt, aber zu denen kann ich nur sagen: 'Dann schaut ihn euch eben nicht an!", sagte Regisseur Ron Howard bei der Filmpremiere in Cannes. Ian McKellen (66, "Herr der Ringe"), charismatischer Nebendarsteller im Jesus-Verfolgungsthriller und bekanntlich offen schwul, hat seine ganz eigene Theorie zum ganzen Wirbel: "Ich bin sehr glücklich mit dem Gedanken, dass Jesus verheiratet war", sagte er. "Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Kirche jetzt erleichtert ist, dass Jesus nicht schwul war."

Das für "das Sakrileg" ausgerechnet Cannes für die Weltpremiere ausgesucht wurde ist kein Zufall: Ein Großteil der Handlung spielt in Paris und hochkarätige französische Schauspieler wie Audrey Tautou ("Die fabelhafte Welt der Amelie") und Jean Reno ("Leon – Der Profi") sorgen ebenfalls für Glanz.

Die Handlung des Films ist verzwickt: Nach der Ermordung des Louvre-Direktors Jacques Saunière gilt Dr. Robert Langdon (exzellent: Tom Hanks), ein Experte für religiöse Symbole, als Hauptverdächtiger und wird von der französischen Polizei unter der Leitung von Capitaine Bezu Fache (Reno) gejagt. Auf der Flucht versucht Langdon zusammen mit der Kryptographin Sophie Neveu (Tautou) den Fall selbst zu lösen und muss dazu zahlreiche Codes und Rätsel entschlüsseln, die einige Geheimnisse über den Ermordeten zu Tage fördern.

Howard legt viel Wert auf Authentizität, zumindest was die Locations betrifft: Die meisten Szenen entstanden an Originalschauplätzen wie etwa dem Pariser Louvre oder der Temple Church in London. Außerdem folgt Howard weitestgehend (bis auf das Ende) den Geschehnissen der Romanvorlage und bebildert mitunter eindrucksvoll Erzählungen und Erläuterungen um die Hauptcharaktere.

Gutes Sitzfleisch braucht man für das Mammutwerk von rund 150 Minuten. Die spannende Verfolgungsjagd zieht sich in der Mitte zwar ein bisschen in die Länge, bietet aber weitgehend mitreißende Unterhaltung. Wie Autor Dan Brown selber immer wieder betont, handelt es sich bei "Sakrileg" in erster Linie um einen spannenden fiktionalen Stoff, angereichert mit Theorien, wie sie schon seit einigen Jährchen im Raum stehen. Nur das sie gerade jetzt durch die Verfilmung mal wieder kräftig hoch gekocht werden.

Darum ist die angebliche Kontroverse um die Glauben erschütternde Lösung auch etwas seltsam. Denn was Brown und somit Regisseur Ron Howard hier wiedergeben, ist schon seit Jahrzehnten Gegenstand von wissenschaftlichen (also weniger populistischen) Arbeiten vieler Historiker. Darum: Rein ins Kino, Popcorn knabbern, Film genießen und danach selber zu den Theorien recherchieren.

The Da Vinci Code – Sakrileg, USA 2006, Regie: Ron Howard, Darsteller: Tom Hanks, Jean Reno, Ian McKellen, Alfred Molina, Paul Bettany, Jürgen Prochnow, uva., 150 Minuten

18. Mai 2006



#1 CentyAnonym
  • 18.05.2006, 21:29h
  • Ich werde mir den Film in einer Stunde zusammen mit meinem Schatz ansehen :)
    Bin schon total gespannt :)
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#2 andyAnonym
  • 19.05.2006, 18:48h
  • @centy . vielelicht bist du entäuscht, nachdem du den film gesehen hast?
    ich gehe mit meinem freund nicht in den film , denn es ist ein quatsch und schade um die zeit .
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#3 aquarius40Anonym
  • 19.05.2006, 19:37h
  • Auch wenn Jesus schwul gewesen wäre, naund, er war doch in den damaligen Augen sowieso ein Revoluzer, warum nicht auch darin.

    Würde ihn mir noch sympatischer machen.

    Ich denke der Evangelist Johannes hätte es sich dringlichst gewünscht, weil er sich als den Jünger sah den Jesus
    "LIEB-gehabt" hätte.
    Vielleicht war da der Wunsch des Gedanken.

    Und wenn er mit Maria-Magdalena nicht nur ein Verhältnis, sondern auch verheiratet und Kinder gehabt hätte, auch i.O.!

    Alles menschlich!

    GOTT der am Leben der Menschen in allen Lebenslagen teilgenommen hat.

    Bei Zeiten werde ich mir den Film ansehen, bin schon gespannt!
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#4 JoshuaAnonym
  • 21.05.2006, 16:01h
  • Also ich sehe ihn mir auch an, ich kenn das Buch auch noch nicht, beste Voraussetzungen also... und naja, sie sagen, dass in dem Film so viele Logikfehler drin sind, dass er genau als das angesehen werden sollte, was er auch ist: reine Unterhaltung. Ich find die Idee gut, und dass die Kirche so einen Wirbel macht, ist ja bloß die beste Werbung, die man sich als Regisseur/Filmemacher/Autor usw nur wünschen kann. Ich meine, hat IRGENDWER geglaubt, dass Leute wie John Constantine rumrennen und Dämonen zurück in die Hölle verfrachten?? ;-) Also bitte... *lol*
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#5 joshAnonym
  • 22.05.2006, 15:20h
  • tja was hat jesus zwischen 20 und 30 gemacht (sofern es ihn überhaupt gab)? mal angenomme er existierte, und angenommen, er war hetero. hätte er dann nicht eine familie gehabt, und hätte das die kirche dann nicht auch längst PR-mäßig ausgeschlachtet? also ich denke, es ist wahrscheinlicher das er schwul war, das erklärt warum diese zeit und sein privatleben insgesamt verschwiegen werden.
    aber na klar, jemand der mit 12 jungen männern durch die lande zieht und gegenseitige liebe predigt, wer würde den heute schon für schwul halten? schwesterwelle war in seinem guidomobil bestimmt allein unterwegs *g*.
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#6 Adrian AhlhausAnonym
  • 22.05.2006, 15:51h
  • Opus Dei findet den Film auch gut - für die eigene Organisation, sagte ein Sprecher. Von der unerwarteten öffentlichen Aufmerksamkeit überrollt kann sich diese r-k Gruppierung als Opfer hinstellen; verleumdet, der billigen Unterhaltung wegen.
    Aber mal ehrlich, der Film steht und fällt unter anderem mit da Vincis Bild vom Abendmahl. Allerdings, im Laufe der Zeit hat das Nicht-Fresko dutzende von Übermalungen erfahren. Die Gesichter sind nicht mehr im Original erhalten, so dass eine verweiblichte Darstellung des Johannnes in keiner Weise dem Original entspricht, weil da Vinci niemals so schlecht gemalt hätte. Auf dem Tisch ist wahrscheinlich auch viel verändert worden. - Na ja, den Rest der 'Beweise' kann man dann schenken
    Trotz dessen, viel Spaß am Film.
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#7 joshAnonym
  • 09.06.2006, 14:42h
  • hab den film nun gesehen. die idee ist doch lustig. und ian mckellen mit seinem fanatischen kampf gegen die kirche, da leuchtete mir das herz.
    geschichten müssen nicht immer authentisch sein, um wahrheiten zu erzählen. und das die kirche eine verbrecherische organisation ist, da hab ich keine probleme mit. das ende war nur viel zu authentisch, da die kirche ja im prinzip gewonnen hat.
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