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Große Enttäuschungen und Überraschungen beim Halbfinale Eurovision in Athen. Weiter: Sexy Dima Bilan (Russland).

Von Jan Gebauer

Beim Eurovision Song Contest (ESC) in Athen wurden am Donnerstagabend, den 19. Mai, die letzten zehn freien Plätze für das Finale am Samstag vergeben. Dabei dominierten mal wieder Kostümpeinlichkeiten mit Trashfaktor, schräge Töne inmitten üppiger Choreographien und jede Menge laute Ethno- und Dance-Klänge. Als der Moment der Abstimmung gekommen war, freuten sich folgende zehn Nationen auf den Einzug ins Finale: Russland, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Türkei, Armenien, Ukraine, Finnland, Litauen, Irland und Schweden. Als Sensation wurde das Ausscheiden der hochfavorisierten Belgierin Kate Ryan gewertet, die mit "Je t’adore" und ausgefeilter Choreographie zu den professionellsten Künstlern des Abends gehörte. Sie wurde später in Tränen aufgelöst bei Kommentatoren des belgischen Fernsehens gesehen, denen sie auch nicht erklären konnte, warum sie den Einzug in das Finale verpasste. Mit ihrem Auftritt war die europaweit sehr populäre Sängerin sehr zufrieden.

Rund 14.000 Menschen verfolgten das Grand-Prix-Halbfinale in der Athener Olympiahalle. Die Show begann mit einem nicht ganz ernst gemeinten Medley erfolgreicher Grand-Prix-Songs - getanzt von griechischen Göttern. Darunter eine deutschsprachig intonierte Dschingis-Khan-Version. Sakis Rouvas und Marina Menounos begannen ihre Moderation mit der Interpretation von "Love Shine a Light". Erst hier kam ein bisschen Glanz auf – vorher Trash-Show vom Feinsten.

Danach fiel die undankbare Aufgabe, den Wettbewerb zu eröffnen, an André aus Armenien, das zum ersten Mal beim ESC teilnimmt. Seine hektische Show war im Prinzip ein Abklatsch von Sertab Ereners Siegerauftritt 2003. Trotzdem reichte es für die Finalqualifikation – eine faustdicke Überraschung. Die Bulgarin versuchte letztendlich erfolglos mit massivem Stimmeinsatz ihren Song voranzubringen, während der knuffige Slowene Anžej Dežan, ebenfalls favorisiert, nicht nur mit einer starken Stimme glänzte, sondern auch mit einem guten Auftritt. Sein Ausscheiden mit "Mr. Nobody" gehörte ebenfalls zu den Überraschungen.

Jennifer aus Andorra ging trotz Strapsengirls stimmgewaltig unter, Polina Smolova aus Weißrussland langweilte mit Einheitssound und Luiz Ejlli aus Albanien verärgerte mit seinem gruseligen Ethno-Pop-Gebräu. Der darauffolgende Top-Auftritt von Kate Ryan fiel wie schon erwähnt durch, während Irlands Brian Kennedy mit einer gediegenen Ballade gerade wegen seines ruhigen, starken Auftritts auffiel. Die Ruhe vor und nach dem Sturm ermöglichte ihm den Finaleinzug. Davon konnte Zyperns Annette Artani leider nicht profitieren. Stimmgewaltige Soulballaden wollte man schon im letzten Jahr nicht aus den Niederlanden hören. Trotz gutem Auftritt – aus für Zypern. Auch der trashig-witzige "Coco Dance" von Monaco mit dünnem Stimmeinsatz von Séverine Ferrer fiel durch. Elena Risteska aus Mazedonien profitierte wahrscheinlich vom Balkan-Bonus und kam weiter. Polen machte mit einem kitschigen, überkandidelten Auftritt von sich reden, bevor das männliche Highlight der Show, Dima Bilan aus Russland, mit ganzem Körpereinsatz über die Bühne fegte. Trotz stimmlicher Wackler hieß es hier: Sex sells! Nur die Piano-Einlage war unnötig: Wozu lugte da noch eine Gestalt heraus?

Ebenfalls weiter: Sibel Tüzün aus der Türkei mit ihrer eigenwilligen Disco-Hymne "Süperstar" und die Ukraine mit einer Ostblock-Shakira namens Tina Karol. Viel Titten, ordentliche Stimme und ganzer Körpereinsatz brachten das Mädel ins Finale. Auch die Finnen Lordi, die ja schon vor der Show für mächtig Wirbel in der Presse durch ihre Horrorkostümierung gesorgt hatten, kamen wie erwartet weiter. Ein "Spaßact" schafft es ja immer. Spaß hatten Tremble aus den Niederlanden auch, aber das Trommeln lohnte sich nicht wirklich. Grausiger Song, aber solide Performance reichte für die Litauer zum Einzug ins Finale. Die sinnfreie Grölnummer "We Are The Winners" profitierte wahrscheinlich vom fortschreitenden Alkoholpegel zahlreicher Zuschauer und dem aufkommenden Fußballhype. Portugal waren als billiger ABBA-Verschnitt (nur Frauen) und aufgetragener Lumpensammlung kaum der Rede wert. Dann kam die Sängerin des Abends: Carola ("Invincible") aus Schweden fegte wie erwartet grandios über die Bühne und zeigte sich sehr stimmsicher. Mit viel Gold und Pailletten zog auch sie erwartungsgemäß ins Finale und unterstreicht weiterhin ihre Favoritenrolle. Bei der anschließenden Pressekonferenz dankte sie natürlich Jesus, für all die Stärke.

Ebenfalls Schwedin und ebenfalls gut: Sandra Oxenryd für Estland am Start. Doch leider wurde ihr starker Auftritt nicht belohnt. Dafür kam Bosnien-Herzegowina weiter. Mit einem ebenfalls sehr guten Auftritt und einer ruhigen, überzeugend inszenierten Nummer war das auch so sicher wie das Amen in der Kirche. In Athen spricht man bereits davon, dass er das Halbfinale gewonnen haben könnte. Das Trash-Highlight zum Abschluss wurde mit Buhen belohnt – eine Seltenheit beim toleranten Eurovisionspublikum. Silvia Night aus Island gewann mit ihren ironischen "Congratulations" keinen Blumentopf. Die hemmungslos übertriebene Show mit Turmfrisur, überdimensionalen Zuckerstangen, goldenen Telefonen und Tänzern in Pailetten-Hotpants stieß wohl den meisten Zuschauern übel auf. Sie taumelte laut OGAE, dem ESC-Fanclub, nach dem Abschalten der Kameras über die Bühne, um tranceartig herumzutanzen. Sinn ergab das keinen.

Am Samstag um 21:00 Uhr (im Ersten) warten nun 14 weitere Länder im Finale auf die zehn qualifizierten Staaten aus dem Halbfinale. Darunter befindet sich auch Deutschlands Gruppe Texas Lightning ("No No Never"), die bisher in Athen bei Publikum und Presse grandios ankamen. Dann werden wir auch endlich die grandiose Anna Vissi (Griechenland), Ralph Siegels Schützlinge Six4One (Schweiz), die hinlänglich bekannten Las Ketchup (Spanien) und Severina (Kroatien) zu Gesicht bekommen. Nach den Überraschungen im Halbfinale ist wieder alles offen!

19. Mai 2006



19 Kommentare

#1 frankAnonym
  • 19.05.2006, 10:33h
  • alos ich muss mal hier festlegen, das kate ryaqn einen schrecklichen auftritt hatte...der gesang war dünn, die performance schlecht und sie zog ein gesicht , als wenn sie gleich eine reinkriegen würde....zu recht ist sie ausgeschieden...

    was allerdings die leute bewegt hat "we are the winners" zu wählen...tja...das bleibt mir ein rätsel.....
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#2 PeterAnonym
  • 19.05.2006, 16:23h
  • Ist doch klar das auch der eine oder andere schräge Außenseiter durchkommt. Wenn es nur 2 oder 3 wirklich schräge nummern wie Lordi oder "we are the winners" gibt, dann kommen die auch durch weil sich auf die 3 ja die Stimmen von all denen vereinen die diesen Grand Prix nicht ernst nehmen und daraus eine Freakshow machen wollen(zu recht!!!!).
    Das hatten wir schließlich auch schon bei Guildo Horn und Stefan Raab.
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#3 hardy-mucAnonym
  • 19.05.2006, 16:51h
  • Muss Deutschland für diesen Mist wirklich zu den 4 Ländern gehören, die sich aufgrund der hohen Zahlungen automatisch qualifizieren?? Ich wünsche unserer "Truppe" aber trotzdem viel Glück.
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#4 wolfAnonym
  • 19.05.2006, 17:03h
  • JuHu...dann kann das Fest "für die unterdrückte hausfrau" ja starten-

    Mich wundert es jedes Jahr, wie ernst darüber diskutiert wir - na ja, ist halt DOOF-TV.

    Allen Schmusekätzchen und ...katern einen schönen Samstagabend wünscht

    Wolf aus HH
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#5 HansAnonym
  • 19.05.2006, 17:10h
  • Das Kate Ryan rausgeflogen ist war für mich klar...Sowas an Arroganz habe ich schon lange nicht mehr gesehen...Sie war sich einfach zu sicher...Vor Jahren hätte sie noch was erreicht...

    Zu Polen. Das war wohl mit Abstand der schlechteste Beitrag. Ein Liedchchen von einen Produzenten der sonst für Claudia Jung schreibt und produziert, versucht sich an einen "Rocksong" der auch noch in 2 Sprachen gesungen wird und die Krönnung ist dann der "Maskenball" Auftritt wo dann noch ein in die Jahre gekommener sogenannter Rapper dazu rappt!!!
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#6 mvsAnonym
  • 19.05.2006, 22:37h
  • Geh bitte ...

    Kate Ryan kann zwar gut singen (ich hab jetzt die Ausscheidung nicht gesehen, aber sie kanns), nur was sie singt ist meistens crap. So wie bei Sarah Connor. Die kann auch großartig singen, aber was sie singt, ist meistens crap.

    Der ESC hat für mich schon längst jede Daseinsberechtigung verloren. Das Niveau der Beiträge verhält sich meist umgekehrt proportional zur Punktezahl.

    Bestes Beispiel waren imho die Rounder Girls, die vor einigen Jahren (kurz nach den "EU-Sanktionen" wegen der FPÖ-Regierungsbeteiligung) für Österreich antraten. Sie waren der beste Beitrag dieses Jahres, und landeten auf dem letzten Platz. Auch die zwei hübschen jungen Letten von vor 2 oder 3 Jahren waren sehr gut, und konnten doch nicht wirklich punkten.

    Dass so grauenhafte "Erzeugnisse" (ich will es ja nichtmal Musik nennen) wie Ruslana gewinnen können, scheint tatsächlich an der EU-Erweiterung zu liegen ...

    Dieses ganze crap-Mix aus Ethno-Oliver-Shanti-Tribal-Hiphop-Techno ist doch nicht zum aushalten. Hirnlos. Nicht mal ich bin in der Lage, so schlechte Musik und Texte zu produzieren (und ich bin wirklich gut im schreiben mieser Songs).

    Bitte nicht anschauen. Oder wenn schon anschauen, dann bitte den TON ABSCHALTEN!
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#7 frankAnonym
  • 20.05.2006, 10:18h
  • also wirklich...kate ryan kann null singen....die hat überhaupt kein volumen...ich kann die connor zwar nicht leiden, aber die hat wenigstens stimme.
    und ob die musik bei festival gut oder schlecht ist, ist ja wohl geschmackssache...und die dicken östereicher hatten nicht das beste lied...es ist untergegangen, weil es einfach lahm war!!!
    und das ruslana gewonnen hat, lag einfach daran, das stimmlich und showmässig alles gestimmt hat!! basta!!
    ich wünsche allen grand prix fans und auch mir heute abend trotzdem viel spass....
    go texas lightning go!!!!
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#8 DavidAnonym
  • 20.05.2006, 12:41h
  • "Dieses ganze crap-Mix aus Ethno-Oliver-Shanti-Tribal-Hiphop-Techno ist doch nicht zum aushalten. Hirnlos. Nicht mal ich bin in der Lage, so schlechte Musik und Texte zu produzieren (und ich bin wirklich gut im schreiben mieser Songs)."
    Deshalb gibt es auch Ausnahmen wie Lordi ;-)
    GO LORDI, GO!!!!!!
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#9 KirstenAnonym
  • 20.05.2006, 14:29h
  • Also ich bin sehr traurig darüber, dass es Kate Ryan (für mich die einzig attraktive Dame beim ESC) nicht ins Finale geschafft hat. Wir werden das Finale trotzdem schauen und unseren Cowboys aus HH die Daumen drücken. Viel Spass und liebe Grüsse an Dennis und Scott von Kirsten und Marion aus HH!!!
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#10 AndyAnonym
  • 20.05.2006, 18:06h
  • Ich finde es schade,dass Kate Ryan
    ausgeschieden ist.Und sehr schade,dass
    Lordi weitergekommen ist.

    Von allen Songs die ich bisher vom
    Grand Prix gehört habe,gefällt mir
    unser Beitrag am besten.Das war noch
    nie so,aber "No no never" ist irgendwie
    ein Ohrwurm.
    Der Song von Schweden gefällt mir
    überhaupt nicht.Fällt denen nichts mehr
    ein ? Jedes Jahr schicken die irgendwelche
    Abba-Melodien ins Rennen.
    Zumindest wird es dieses Jahr
    abwechslungsreicher als in den Vohrjahren.
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