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Warschau (queer.de) Bereits am 16. Mai wurde im Zentrum der polnischen Hauptstadt Warschau auf einen bekannten Pazifisten und Unterstützer der schwullesbischen Arbeit, den 30 Jahre alten M., ein Mordanschlag verübt. Das meldete jetzt das Schwule Anti-Gewaltprojekt Maneo in Berlin. Nach Berichten der Warschauer "Fundacja Rownosci" ("Stiftung für Gleichberechtigung"), sei M. schon mehrfach auf offener Straße bedrängt und überfallen worden. Das Opfer, das selbst nicht schwul ist, habe in der Vergangenheit aktiv den Warschauer CSD unterstützt. "Die Art des Angriffs muss als ein gezielter Mordversuch angesehen werden", habe der behandelnde Arzt erklärt. Die Täter seien auf den Betroffenen zugetreten und haben ihn mit den Worten "schwule Sau" angegriffen. Während einer der Täter M. Tränengas ins Gesicht sprühte, habe der anderer mit einem etwa 30 cm langen Messer auf den Rücken des Opfers eingestochen. Die Lunge wurde durchstochen und das Herz nur knapp verfehlt. "Nur durch ein Wunder hat er überlebt", habe der behandelnde Arzt erklärt. Mit Entsetzen reagieren die schwullesbischen Szenen in Polen auf den Anschlag. Die Täter werden in Kreisen der rechtsradikalen Gruppe "Warschauer Neufaschisten" vermutet.

Soli-Proteste angekündigt

Maneo, Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt, ruft deshalb gemeinsam mit seinen polnischen Partnerorganisationen, der KPH – "Kampagne gegen Homophobie" und "Stiftung für Gleichberechtigung", und mit seiner französischen Partnerorganisation "SOS-Homophonie" zu öffentlichen Protesten auf. "Der jüngste Anschlag kann geradezu als eine Folge dieser gesellschaftlichen Stimmung angesehen werden. Alle gesellschaftlichen Bereiche in Polen sind aufgefordert, sich aktiv der Hassgewalt und der Diskriminierung von Minderheiten entgegen zu stellen", so Bastian Finke, Maneo-Projektleiter.
Am 20. Mai 2006 findet eine Demonstration von Freunden des Opfers und Mitgliedern der antifaschistischen Bewegung an der Kolumna Zygmunta (Siegesmund-Säule) am Schlossplatz in Warschau statt. Und für den 10. Juni ist die CSD-Parade in Warschau geplant. (pm)



16 Kommentare

#1 joshAnonym
  • 22.05.2006, 13:10h
  • hat jemand mitbekommen, das unser aller bundepräsident horst köhler war am 18. Mai in Polen. er hat zwar über vertriebene gesprochen, aber zu situation der homosexuellen habe ich kein wort gehört.
    früher war es üblich, wenn politiker diktaturen besuchten, wenigstens auf menschenrechte hinzuweisen. schön war das noch......
    wenn man "polnische neofaschisten" hört, mein gott, wo endet das? braune SA die durch warschau marschiert? und noch 4 jahre ist dieser präsident (der polnische meine ich) im amt. erinnert sich noch jemand, wie österreich wegen der wahl haiders behandelt wurde? aber die zeiten sind wohl vorbei, oder?
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#2 Adrian AhlhausAnonym
  • 22.05.2006, 13:20h
  • Entgegen anderer, zu recht aufgeregter Stimmen zur Homophobie in Polen, bin ich der Meinung, dass wir froh sein können, dieses Land als Teil der EU vorzufinden. So kann sich das Land nicht der Meinungen aus anderen EU-Ländern verschließen, ohne dabei mit länger wirkenden Konsequenzen und Meinungen leben zu müssen.
    Noch vor wenigen Tagen konnte jeder feststellen, wie hier bei queer.de die Stimmung ausgesprochen negativ gegenüber den homophoben polnischnischen Verhältnissen ist.
    Bei einem nicht EU-Land wie Russland gibt es weniger Möglicheiten durch Meinungen positiv einzuwirken, was nicht heißt dies nicht fortwährend versuchen zu sollen.
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#3 splattergayAnonym
  • 22.05.2006, 13:39h
  • Ich bin der Meinung, daß die Kritik von Köhler in einem Land wie Weißrussland wesentlich deutlicher ausgefallen wäre. Die EU hat schon genug Probleme, da versucht man vieles zu verdrängen. Köhler hat sich m.W. auch indirekt zu den Protesten v. Schwulen u. Lesben geäußert, nämlich dahin gehend, daß das eine "innere Angelegenheit" Polens sei.
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#4 metinAnonym
  • 22.05.2006, 16:09h
  • die haben schnell gelernt, die polen.
    wie war´s bei uns ?

    bild: das boot ist voll !
    dann lichterhagen

    wie ist´s bei uns ?
    du bist deutschland !
    dann farbige, kommunisten und schwule
    dreschen. immer öfter immer mehr.
    das ist doch alt, nicht wegwerfen:

    „Als die Nazis die Kommunisten holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Kommunist.

    Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Sozialdemokrat.

    Als sie die Gewerkschafter holten,
    habe ich geschwiegen,
    ich war ja kein Gewerkschafter.

    Als sie mich holten,
    gab es keinen mehr,
    der protestieren konnte.“

    Pastor Niemöller
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#5 markuskrefeld
  • 22.05.2006, 17:11h
  • Wir Homosexuellen sollten unseren Bundespräsidenten mal über Polen informieren:
    poststelle@bpra.bund.de Referat 21!
    Möglicherweise wird dann der Botschafter von Polen endlich ins Bundespräsidialamt zitiert!

    Bitte schreibt an Köhler, es geht um uns alle!
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#6 geilerdomiAnonym
  • 22.05.2006, 17:34h
  • ob du nun herrn köhler informierst oder in china nen reissack umfällt, iss doch egal.

    die eu unternimmt doch auch nichts, da es der eu lediglich um wirtschaftliche interessen geht(z.Bsp. billige arbeitskräfte). oder warum wird sonst rumänien!! in die eu aufgenommen?? weil bei denen schwulsein mit haftstrafen belegt wird ganz sicher nicht....

    solange man im zusammenhang mit eu-mitgliedschaften von den problemländern ablenken kann, indem man die türkei an den pranger stellt, wird sich nichts ändern
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#7 TimoAnonym
  • 22.05.2006, 18:56h
  • Die EU hat sich mitschuldig gemacht, da sie dem Treiben der polnischen Faschisten tatenlos zusieht und die polnische Regierung einfach gewähren lässt. Da darf sich niemand wundern, wenn keiner mehr die EU möchte und die ehemals tolle Idee immer mehr zum Hassobjekt verkommt.
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#8 JanAnonym
  • 22.05.2006, 19:12h
  • Manche lernen es nie wenn ein Volk wie die Polen die bekanntermaßen unter den Nazis gelitten haben nicht aus dem Leid der Vergangenheit nichts lernt weiß ich nicht in welcher Welt wir leben.

    Aber das Volk ist DUMM und die Demagogen haben leichtes Spiel um die Massen zu verführen. Da sind die Politiker der anderen Länder gefordert dem Einhalt zu gebieten und den Polen endlich mal zu zeigen wo Barthel den Most holt.

    Aber mit Schwulen kann man es ja machen den Großteil der Bevölkerung geht das am Arsch vorbei wenn ein paar Tunten aufgeklatscht werden. Da kann Wowi noch lange Bürgermeister sein oder sogar Kanzler werden die Vorbehalte in den Köpfen werden bleiben erstmal hoffentlich ....
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#9 joshAnonym
  • 22.05.2006, 21:50h
  • seht euch doch mal unsere geouteten schwulen politker an! guido westerwelle ist einer der wortführer GEGEN das Antidiskriminierungsgesetz. und klaus wowereit? wenn der politik für schwule macht ist george w. bush pazifist. erinnert sich jemand noch an sein outing? da versprach er nach seinem berühmten satz von das ist gut so, auch sofort kein genosse muesste "angst" haben er mache keine schwule politik, eine der wenigen aussagen, die keine wahlluege war.
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#10 linuxerAnonym