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  • 24. Mai 2006, noch kein Kommentar

Die Eagles halten den US-Rekord für das erfolgreichste Album aller Zeiten. Nun gibt es zur Tour ihre alten Platten als CD-Replicas.

Von Jan Gebauer

Die Eagles sind fester Bestandteil der Rockgeschichte. Seit 1998 sind sie Teil der "Rock & Roll Hall of Fame" und ihr Album "Their Greatest Hits 1971-1975" gehört zu den bestverkauftesten Alben aller Zeiten. Allein 27 Millionen Exemplare gingen in den Vereinigten Staaten über die Ladentische. Die Gesamtverkäufe der Adler belaufen sich mittlerweile auf über 120 Millionen. Dabei haben sie nur sechs Studio-Alben, eine Live-2LP und eine Handvoll Compilations veröffentlicht. Am 25. Mai beginnt nun die Deutschland-Tournee der Eagles – passend dazu erscheinen die besagten sechs Studio-Alben und die legendäre "Greatest Hits 1971-1975" als wunderschöne CD-Replicas. Heißt, man griff auf das Design der LPs zurück, inklusive Foldout, Inlays, etc. – sofern auch im Original vorhanden.

Das erste Album "Eagles" (***1/2) erschien 1972 und präsentierte die damals noch bahnbrechende Mischung aus Country und Rock mit butterweichen Harmonien. Dabei wurden die ersten Hits "Take it Easy" und "Peaceful Easy Feeling" gleich zu Markenzeichen für den gesamten Sound der Eagles. Das Album klingt entspannt und relaxt – einfach nach einem langen, staubigen Highway, den man mit seinem Auto rauf- und runterfahren möchte.

Mit dem zweiten Album "Desperado" (1973, ****), einem Konzeptwerk, schlugen die Jungs eine ambitioniertere Richtung ein. Thematisch wage orientiert an den Outlaws und Gangsterbanden des Westens, legten sie eines ihrer reifsten Werke vor. Die CD ist reich an starken Songs: Das melancholische "Doolin Dalton" handelt von der legendären Dalton-Band, die Überballade "Desperado" wurde zu einer der bekanntesten Eagles-Kompositionen und unzählige Male gecovert. Überaschenderweise war der Song aber nie eine Single geschweige denn ein Hit für die Eagles. "Tequila Sunrise" knüpfte mit seinem relaxten Feeling an das Debüt an, während "Out of Control" bewies, das die Band um Don Henley und Glenn Frey auch derbe rocken konnte.

1974 gab es mit "On The Border" (***) den Nachschlag. Eine Ode an "James Dean", der erste Nummer-eins-Hit ("Best of My Love") und eingängiges Material wie "Already Gone" oder "Midnight Flyer" bereicherten den Katalog der Eagles. Produzent Glyn Johns wollte die Band mehr in Richtung Country bringen, während Henley und Frey deftigere Rock-Sounds im Sinn hatten. So wirkt das Album heute dementsprechend hin- und her gerissen. 14 Monate ließen sich die Eagles anschließend Zeit. Mit dem vierten Album "One Of These Nights" (1975, ****) fand die Band wieder zur alten Stärke zurück und lieferte eine ihrer stärksten LPs ab. Der überragende Titelsong (wieder Nummer eins), die exzellenten Hit-Balladen "Lyin’ Eyes" und "Take it to the Limit" zeigten eine deutlich gereifte Band. Zwar gab es nichts wesentlich Neues zu bestaunen, dafür das Bewährte in einer starken Konzentration und mit unglaublich guten Melodien.

Da die lange Pause schon beim letzten Album ein exzellentes Ergebnis ermöglichte, ließ man sich für den Nachfolger abermals über ein Jahr Zeit. Mit "Hotel California" (1976, *****) stiegen die Eagles nach 18 Monaten endgültig in den Rock-Olymp auf. Die Country-Elemente spielten nur noch eine Statisten-Rolle (das neue Mitglied Joe Walsh soll dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben), dafür trat das Songwriting noch mehr in den Vordergrund, wie der brillante Titelsong verdeutlicht. Latent autobiographisch über das Rock-&-Roll-Leben der Band verfasst, gehört das Stück immer noch zu den mysteriösesten, verschlüsseltsten Songlyrics der gesamten Rock-Ära. Das "Hotel California" romantisiert die Ideale des "California Dream", die sich bei näherer Betrachtung jedoch als Alptraum herausstellen. Die fantastische Gitarrenarbeit tat ihr übriges und das gesamte Album gehört auch heute noch zu den absoluten Klassikern der Rockmusik.

Obwohl bis zum nächsten Album "The Long Run" (1979, ****) wieder eine sehr lange Zeit verstrich, wurde kein Werk der Eagles so sehr kritisiert wie diese letzte Studio-LP. Die durch und durch kommerzielle Mischung zwischen Pop, Rock und einem letzten Hauch Country wurde als Ausverkauf gewertet, insbesondere mit Liedern wie "Disco Strangler" oder dem unglaublich betitelten "The Greeks Don’t Want No Freaks". Dennoch schaffte das Album wie die drei Vorgänger den ersten Platz der US-Charts. Zwei Hits, der deftige Rocker "Heartache Tonight" und die schönste Eagles-Ballade "I Can’t Tell You Why", hoben das Album dennoch weit über den Durchschnitt. Auch der Rest ist eher unterbewertet und genießt zu Unrecht einen mittelmäßigen Ruf.

Nach einem schwachen Live-Album (1980, **) lösten sich die Eagles vorübergehend auf und kamen erst in den frühen 90er Jahren für Live-Konzerte wieder zusammen. Auf eine neues Studio-Album wartet man bis heute vergeblich, dafür kommen in regelmäßigen Abständen weitere Live-Alben und sehr gut zusammengestellte Compilations auf den Markt (aktuell: "Complete Greatest Hits" mit 37 Hits auf zwei CDs, *****). Für drei Daten werden die Eagles nun Deutschland besuchen:

25.05.06 München, Olympiahalle
01.06.06 Mannheim, SAP Arena
03.06.06 Hamburg, Colorline Arena

Sternchen: ***** (Klassiker, ein Muss), **** (Starkes Werk), *** (Für Fans), ** (weniger wichtig)

24. Mai 2006