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Die polnische Hauptstadt hat den CSD genehmigt. Allerdings haben sich auch Gegner angekündigt - und die sind alles andere als zimperlich.

Von Dennis Klein

(queer.de) - Warschau steht am 10. Juni wieder ein chaotischer CSD bevor: Anders als im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung den Homo-Parade in diesem Jahr zwar genehmigt. Aber gleichzeitig hat auch die rechtsradikale Gruppe "Allpolnische Jugend" - der Jugendverband der Regierungspartei Liga Polnischer Familien (LPR) eine Demonstration angemeldet, mit der sie gegen die "Verbreitung der Homosexualität" vorgehen will. Geschätzte 1.500 Teilnehmer der "Parade für Gerechtigkeit" werden dann um die 500 nationalistische Demonstranten gegenüberstehen.

2005 war der CSD vom damaligen Warschauer Bürgermeister und jetzigen Staatspräsidenten Lech Kaczynski noch verboten worden. Die Demonstration fand dennoch statt, es kam zu Schlägereien und Festnahmen (queer.de berichtete). In anderen polnischen Städten sah es nicht besser aus. So wurden im November 2005 CSD-Teilnehmer im westpolnischen Posen von der Polizei malträtiert (queer.de berichtete). Übergriffe auf Schwule gehört in dem konservativen Land zum Alltag.

Aktivisten aus ganz Europa unterstützen den CSD Warschau. Aus Deutschland haben sich Politiker von SPD, FDP und den Grünen angesagt. Die Ökopartei ist mit ihrer Chefin Claudia Roth und dem Parlamentarischen Geschäftsführer Volker Beck vertreten. Beck war bereits beim CSD Moskau vor Ort und wurde dort von Neonazis verletzt (queer.de berichtete). Roth hat schon auf die Gewaltandrohungen in Warschau reagiert: Sie erstatteten bei der Berliner Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Wojciech Wierzejski, den Vizechef der LPR. Dieser hatte zur Gewalt gegen die "Perversen" aufgerufen. Mit Blick auf die ausländischen CSD-Teilnehmer sagte er: "Wenn sie es ein paar Mal mit dem Knüppel kriegen, werden sie zum zweiten Mal nicht kommen" (queer.de berichtete).

Die Berliner Initiative "Warschauer Pakt 2006" organisiert eine Busreise zum CSD nach Berlin. Für 55 Euro (97 Euro mit Hotelübernachtung) werden Teilnehmer am Abend des 9. Juni von Berlin nach Warschau gefahren (Infos hier). Die Initiatoren des "Warschauer Paktes" sind Thomas Hermanns ("Quatsch Comedy Club"), das Überfalltelefon Maneo und die Homo-Zeitschrift "Siegessäule".

2. Juni 2006



13 Kommentare

#1 Diz!Anonym
  • 02.06.2006, 17:35h
  • Claudia hat schon Anzeige erstattet?
    Spitze!
    Also ohne jetzt den Parteienwirbel wieder entfachen zu wollen, aber die Grünen sind die einzig ernstzunehmende Partei, die sich für unsere Rechte einsetzt!
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#2 rossiaAnonym
  • 02.06.2006, 17:42h
  • ich finde den bericht zu den demonstrationen vor russischen botschaften und konsulaten nicht. in berlin waren viele abgeordnete und 100 homos.
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#3 Adrian AhlhausAnonym
  • 02.06.2006, 18:37h
  • Auch wenn ich davon ausgehe, dass der CSD in Warschau ersteinmal friedlich bleibt, weil Europa zusieht, und politische Prominenz die angegriffen würde einen politischen GAU bedeutet, so vermute ich mal sich anschließende Gewalt.
    Nachteilig scheint mir, sollten die angereisten Nicht-Polen allzu stark im Vordergrund stehen. das wäre brauchbares Material für die rechtskonservative Propaganda, von wegen 'Überfremdung' und so'n Quatsch...
    Also, da sein, aber dem polnischen Veranstalter nicht die Show stehlen.
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#4 markuskrefeld
  • 02.06.2006, 20:09h
  • Der Probelauf für Nazis findet morgen in Düsseldorf statt! Wenn diese dort Erfolgreich sind : Gute Nacht Warschau!

    Ich wünsche unseren CSD`s in der gesamten Welt friedliche CSD und CSD wie sie in der Grundform bestand hatten!

    Es ist gut, dass unsere Politiker in Warschau Gesicht zeigen! wo sind die Schwule Christen der CDU??? Wo?? Warum schweigen diese???
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#5 holga-waldaAnonym
  • 02.06.2006, 21:05h
  • @) diz!

    www.pds-queer.de/inhalt.php?page=art&artid=88

    "..Mit Volker Beck wurde der Moskauer Skandal publik. Schlimmer ist: Er ist Synonym für Millionen - in Russland, in den USA und für die Botschaften des Vatikans. Es gibt unheilige Allianzen gegen verbriefte Menschenrechte. Sie agieren mنchtig - weltweit und alltنglich..." petra pau

    im sinne einer aktionseinheit für eine gute sache sollte man die logistik der linkspartei nicht ungenutzt lassen.
    busse ?, zuschüsse?
    anfragen, beim worte nehmen, zu taten führen.

    www.pds-queer.de/START.php
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#6 FloAnonym
  • 03.06.2006, 12:54h
  • Jetzt kann die EU mal zeigen, wie ernst es ihnen mit Grundrechten und Freiheitsrechten in der EU ist: die EU muss Polen klar machen, dass sie die Demonstranten (und auch außerhalb dieser Demo alle Schwulen, Lesben und deren Sympathisanten) vor den polnischen Faschisten zu schützen haben!

    Und sie müssen diesen Faschisten klar machen, dass ihr Verhalten nicht akzeptiert wird und mit aller Härte bestraft wird. Kann die EU dies nicht bei der polnischen Politik erwirken, ist dies der Beweis, dass die EU gescheitert ist!
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#7 SvenAnonym
  • 03.06.2006, 13:00h
  • Respekt vor Volker Beck, der sich auch von der Gewalt in Russland nicht abschrecken lässt und mutig für Menschenrechte eintritt!

    Und Respekt auch für Claudia Roth, die auch mitgeht und Anzeige gegen polnische Gewaltausrufer erstattet hat!

    Ich hoffe, möglichst viele nehmen an dieser Demo teil! Und ich hoffe, die EU wird Polen bald mal zwingen, endlich etwas zu ändern! Die EU hat Polen trotz der zahlreichen Warnungen und Bedenken aufgenommen, dann sollen sie jetzt auch dafür sorgen, dass sich dieser Staat an europäische Grundregeln hält!
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#8 TimAnonym
  • 03.06.2006, 13:02h
  • Eigentlich müssten da nicht nur Schwule und Lesben mitmarschieren, sondern jeder Mensch, dem Demokratie und Grundrechte am Herzen liegen!
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#9 erkanAnonym
  • 03.06.2006, 13:14h
  • es wäre bestimmt nicht mit der preisgabe von identitäten verbunden, wenn im vorfeld dieser notwendigen aktivitäten, zusammenhänge geschaffen werden, die
    die fahrpreise senken. es ist ja vorstellbar, dass man auch in zukunft zu aktionsformen
    greifen muss, bei denen sowohl die anzahl der kameras und mikrophone, als auch die der teilnehmer wichtig ist. solche fahrten sind einmischungen in "innere angelegenheiten"
    europas. wir sind europa.
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#10 joshAnonym
  • 03.06.2006, 14:34h
  • @adrian:
    ich teile deinen optimismus nicht. aber die hoffnung darauf, wir werden ja sehen.
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