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  • 02. Juni 2006, noch kein Kommentar

Noch mehr spannende CDs in der queer.de-Review: C. C. Catch, Somersault und She Wants Revenge.

Von Jan Gebauer

C. C. Catch – "Maxi Hit-Sensation"

C. C. Catch (aka "Quetsch") muss einen verdammt guten Vertrag mit Edel ausgehandelt haben. In schöner Regelmäßigkeit wirft die Plattenfirma gut zusammengestellte Compilations der Sängerin auf den Markt und wertet damit den überschaubaren Back Catalogue des einstigen Dieter-Bohlen-Schützlings aus. Auf dem neuen Sampler gibt es die bei Fans heiß geliebten Maxi-Versionen von Hits wie "Heaven and Hell", "Strangers By Night" und "Are You Man Enough". Für die extrastarke Disco-Dröhnung wurde etwas mehr Bass unter die Haube gemischt und ein Nonstop-Mix draus gemacht. So knallen die Songs nahtlos aus den Box, dass es eine wahre Wonne ist – vorausgesetzt man kippt nicht bei Bohlen-Nummern aus den Latschen oder bekommt vor Schreck Ohrenkrebs. Und wer seinerzeit die "Comeback"-Show auf ProSieben gesehen hat, wird die alten Hits von Frau Catch sowieso genießen, denn nur Bohlen gelang es, aus dem sehr bescheidenen Stimmchen einen fetten Disco-Lady-Sound zu produzieren. Hut ab!

Offizielle Homepage von C. C. Catch

Somersault – "Paper Walls"

"Bei meinem Musikgeschmack müsste mir eigentlich eine Indie-Pop-Karriere blühen", scherzt Sommersault alias Gudrun Mittermeier und schwärmt von ihren Lieblingsmusikern: Sufjan Stevens, Elbow, Damien Rice, I Am Kloot und Teitur. Nie gehört? Sie zählen zu den angesehensten Songschreibern der Gegenwart. Leider auch zu den übersehensten. So sieht eben die gemeine Kehrseite des "Indie"-Daseins aus: viel Ehre, wenig Ruhm. "Dieses Album ist, was ich bin. Und ich bin ein Abgrund-Mensch. Für mich ist Musik wie ein Ventil, mit dem ich schneller durch dunkle Phasen komme. Sie ist ein Abkommen mit den eigenen Abgründen", bekennt Frau Mittermeier, die wie der Nachname schon andeutet, die Frau von Comedian Michael ist. Produziert wurde "Paper Walls" von einem Allround-Talent des High-Class-Pop: Andreas Herbig hat mit a-Ha, Reamonn, Fünf Sterne Deluxe, Wolfsheim bis hin zu Julis "Geile Zeit" schon immer einer Musik gedient, die trotz scharfer Konturen ein großes Publikum zu bewegen vermag. Ein Album zum Träumen, Relaxen und Nachdenken.

Offizielle Homepage von Somersault

She Wants Revenge – "She Wants Revenge"

Eine Frau, in weißer Unterwäsche bekleidet, hält verheißungsvoll die rechte Hand hinter ihren Rücken. Dreht man die CD-Hülle um – sieht man auf der Rückseite, was die Lady in der Hand hält: ein ziemlich großes Tranchiermesser. Das hat doch mal was! She Wants Revenge, das sind Justin Warfield und Adam Bravin, die sich in Teenagertagen 1987 bei einer Houseparty trafen. Der Grundstein für eine Freundschaft war gelegt, trotzdem zog es die Beiden zunächst in verschiedene Richtungen. Warfield veröffentlichte Anfang der Neunziger zwei Hip-Hop-Alben, zog nach England, kollaborierte mit Größen wie Chemical Brothers, Placebo und Cornershop und war Frontsänger einer Breakbeatformation namens Bomb The Bass. Zwischenzeitlich wurde Bravin ein gefragter Remixer und DJ in der Szene von Los Angeles. Irgendwann trafen sich die beiden wieder und entschieden, ihre gemeinsamen Vorlieben für Rap, Jazz, New Wave und Electronica zu paaren. Das Debüt "She Wants Revenge" ist gerade erschienen – etwas pointierter, etwas poppiger, aber auch strikt in dem kompromisslosen Understatement-Sound der frühen 80er Jahre. Besonders auffällig dabei der karge Rhythmus, um den herum sich monotoner wie höchst spannungsreicher Gesang windet. Titel wie "These Things” und "Tear You Apart” haben Hit-Charakter. Zu letzterem Song drehte einer von Hollywoods heißesten Schauspielern, Joaquin Phoenix, ein klaustrophobisches Video im Stile alter 60er-Jahre-Paranoia-Kinos.

Offizielle deutsche Homepage von She Wants Revenge

2. Juni 2006