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  • 09. Juni 2006, noch kein Kommentar

Heißer Sommer – heiße CD-Tipps: Die neue Alben von Mike Leon Grosch ("DSDS"), Nelly Furtado und Wolfmother.

Von Jan Gebauer

Mike Leon Grosch – "Absolute"

Für viele war Mike Leon Grosch (29), Zweiter bei "Deutschland sucht den Superstar", der eigentliche Gewinner des Casting-Dramas. Zu schön, wie er regelmäßig wegen seiner geliebten Vanessa, ebenfalls Kandidaten beim Wettträllern, Tränen auf der Bühne vergoss. Eigentlich sah er seine Karriere schon am Ende, schließlich hatte er in den Vorrunden immer gesagt: "Hier kann es nur einen Gewinner geben – die Verlierer stehen vor dem Nichts." Ganz so schlimm traf es den Wahlkölner dann doch nicht, schließlich unterschrieb er nach dem Ende von "DSDS" genauso wie Sieger Tobias Regner einen Plattenvertrag bei Sony/BMG und kletterte mit seiner Debüt-Single "Don’t Let It Get You Down" auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Sein erstes Album "Absolute" wurde mit zahlreichen namenhaften Songwritern und Musikern erarbeitet, selbst Laith-Al Deen steuerte mit "No Ordinary Love" einen Song bei. Insgesamt überzeugt das Werk bereits bei den ersten Songs weitaus mehr als Regners’ erster "Schnellschuss" (zum Special). Groschs Stimme klingt fast genauso markant wie in der Live-Show, wenn auch zahmer. Die beiden ersten Tracks "This Ride" und "Confessional" schreien förmlich nach Radiohits und auch sonst macht das Album einen soliden, auf Dauer allerdings etwas langweiligen Eindruck. Kein Kandidat für die "CD des Jahres", aber durchaus ein hoffnungsvoller Anfang für Grosch.

Offizielle Homepage von Mike Leon Grosch

Nelly Furtado – "Loose"

Okay, einige Schwule wird Nelly Furtado spätestens auf ihrer Seite gezogen haben, nachdem sie im Interview mit dem Homo-Magazin "Genre" verraten hat, dass sie Schwule total klasse findet und am liebsten mit diesen abfeiert (queer.de berichtete). Für ihr neues, drittes Album "Loose" macht die portugiesisch-kanadische Popsängerin eine stilistische Wendung und setzt auf einen Mix aus Hip-Hop, R&B, Pop und einem Schuss Latino. Dazu fährt sie schwere Geschütze im Studio und beim Songwriting auf: Timbaland versorgte als Produzent Jennifer Lopez, Destiny’s Child, Justin Timberlake oder Brandy mit Hits, Rick Knowles arbeitete für Kylie Minogue, Madonna und Belinda Carlisle, während Chartbreaker Juanes als Stargast eingeladen wurde. Bei "Loose" handelt es sich eindeutig um Furtados hippste Platte. Erstaunlicherweise sitzen die Grooves trotz der massiven Gradwanderung an den richtigen Stellen wie die Singles "Maneater" (für Europa) und "Promiscuous" (für Amerika) deutlich machen. Wo früher mal eine lässige kleine Melodie wie "I’m Like A Bird" ausreichte, trumpfen nun gedoppelte und aufpolierte Gesangseffekte auf, drückend fette Grooves und allerlei Folklore-Schnipsel, wie die Panflöte in dem Esoterik-Trancestück "Say It Right". Sicher eine gute Scheibe für den endlich aufbrechenden Sommer, wenn auch die eine oder andere totproduzierte Nummer wie "Glow" dabei ist.

Offizielle deutsche Homepage von Nelly Furtado

Wolfmother – "Wolfmother"

Australien exportiert immer mal wieder gerne Verkaufsschlager in die Musikwelt. Wer erinnert sich nicht gerne an Hits von Air Supply, Midnight Oil oder natürlich "unserer" Kylie? Wolfmother sind derzeit absolute Shootingstars auf der Insel, ihr gleichnamiges Debüt schlug dort ein wie eine Bombe. Die satte, packende Mischung aus Hardrock und psychedelischen Elemente veranlasste schon das Musikmagazin "Rolling Stone" im letzten Jahr die Band bei den "zehn beachtenswertesten Gruppen 2006" zu benennen. Auf dem Cover der Debüt-Scheibe zeigen die drei Rock-Neulinge Fabeltiere und Schlangenfrauen. In den Songs geht es um Einhörner, Hexen und, wie einst bei Jimi Hendrix, um die purpurne Dunstglocke "Purple Haze". Was in Ästhetik und Sound wie eine Parodie auf LSD-vernebelte Siebziger-Psychedelia erscheint, ist ein kurzweiliger Einstand. Wolfmother aus Sydney erinnert an eine versunkengeglaubte Rock-’n’-Roll-Ära und bedient sich derer markanten Eigenheiten: Kreissägen-Gesang, fetter Rhythmus und dreckig dröhnende Gitarre.

Offizielle deutsche Homepage von Wolfmother

9. Juni 2006