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  • 21. Juni 2006, noch kein Kommentar

Thailands unbekanntes Partyzentrum für Abenteurer, die das Nachbarland Laos kennen lernen wollen.

Von Suzy Size

Nong Khai steht nicht nicht unbedingt auf engeren Auswahlliste von schwulen Thailand-Touristen. Die Perle am Mekhong-Fluss sollte aber insbesondere für die interessant sein, die einen Trip nach Laos planen. Nong Khai ist das ideale Sprungbrett zum unentdeckten nördlichen Nachbarland, weil es einfach erreicht werden kann: Air Asia und Nok Air fliegen günstig nach Udon Thani, das nur 54 Kilometer von der Grenzstadt entfernt ist (Flugdauer von Bangkok: nur eine Stunde!). Busse pendeln regelmäßig zwischen dem Airport und Nong Khai. Außerdem kann man einen Tages- oder Nachtzug nehmen, der von der Hauptstadt rund zwölf Stunden gemütlich vor sich hinzuckelt. Oder man nimmt den guten alten Reisebus. Mehrere pro Tag fahren vom Morchit-Busbahnhof ab.

Finanziell lohnt sich der Trip in das thailändische Örtchen allemal: Direkt in die laotische Hauptstadt Vientiane zu fliegen, ist um einiges teurer. Außerdem macht es mehr Spaß: Das Nachtleben von Nong Khai kommt zwar nicht an die Metropole Bangkok heran. Aber der gemeine schwule Tourist kann hier gut und gerne zwei bis drei Tage verbringen, ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen.

Eine Sehenswürdigkeit, die man einfach gesehen haben muss, ist Thasadej, der so genannte Indochina-Markt. Hier gibt es preiswerte Produkte aus China, Laos oder Vietnam – egal ob Klamotten, Buddhas oder Küchenutensilien. Der ehemals offene Markt hat nun ein Dach, was in der Regenzeit ein wahrer Segen ist.

Ein Muss ist auch der Besuch eines örtlichen Restaurants. Eine delikate lokale Spezialität ist gegrillter Fisch mit einer Salzkruste (pla pao). Hier kann man die Seele baumeln lassen und die etwas gemächlichere Art der Einheimischen genießen, die viel langsamer sind als in Bangkok. Schneller Service sollte also nicht erwartet werden – die Leute imitieren eher den ruhigen Strom des braunen Flusses.

In der Nähe des Mekhong wird derzeit viel gebaut. Niemand weiß dabei nach guter alter thailändischer Tradition, was eigentlich gebaut wird, etwa ein Fußgängerweg oder doch eine große Terrasse? Wie dem auch sei, der Ausblick auf den Fluss ist trotz alledem einmalig.

Wer die Aussicht lieber unter einer guten Klimaanlage genießen will, ist im Panorama-Restaurant richtig. Das gehört Khun Noporn, der im falschen Körper, dem männlichen, geboren wurde. Den Fehler hat sie aber bereits korrigieren lassen. Khun Noporns Vorfahren haben Nong Khai einst gegründet. Ihr gehört auch das Pantawee-Hotel im Stadtzentrum, nur einen Katzensprung vom Fluss entfernt. Hier gibt es viele günstige Zimmer – seit kurzem ist auch ein Swimingpool angebaut worden. Wer nicht weiß wohin, sollte Mr. John fragen. Der Hotelchef weiß immer Bescheid über aktuelle Hotspots in der City. Das Außen-Restaurant des Pantawee-Hotels ist ein exzellenter Treffpunkt am späten Nachmittag oder frühen Abend (oder spät nachts, denn es ist 24 Stunden geöffnet). Hier kann man so manchen hübschen Typen auf der Straße sehen und ihn auf das eine oder andere Bierchen einladen. Wer weiß, vielleicht kann man ja mit ihm viel Spaß haben.

Einen Kaffee oder Kuchen sollte man beim Go-Thasadej-Café holen. Es liegt an der rechten Soi Richtung Thasdej im Lauf des Flusses. Ursprünglich war ein Regenbogen im Logo dieses Cafés, aber vielleicht ist es aufgegeben worden, um mehr Hetero-Gäste anzulocken. Carsten, der deutsche Besitzer, und sein thailändischer Partner können auch viel über Nong Khai erzählen. Zum Beispiel, dass es hier viele hervorragende Frisöre gibt, die ein Auge für männliche Schönheit haben. Einer befindet sich direkt gegenüber des Go Thasadej. Besonders empfehlenswert: "Remember Barber" am Ende des Prajak-Weges (in Richtung des Flusslaufes).

Ich selbst habe den Frisör selbst ausprobiert und wurde verschönt von Mr. Aeh (ein sehr gewöhnlicher Name in Thailand). Er war 28 Jahre alt und lebte mit seinem "Fan". Danach habe ich kleine Person nicht versucht, mich da nicht weiter zu engagieren und die Liebe eines Land-Eies zu vernichten – wenn's auch hart war. Der Haarschnitt hat 50 Baht gekostet und Mr. Aeh hat sich sein fürstliches Trinkgeld redlich verdient!

Cruising ist möglich in Nong Khai. Die besten Chancen gibt es bei Big Jiang. Hier hat Lotus vor Jahren einen Superstore eröffnet. Der Markt ist klimatisiert – und das hat die Cruising-Aktivitäten hier sehr begünstigt. Man muss wissen: Nirgendwo sonst in der Welt leiden die Männer unter einer so penetranten Hitze wie hier. Aus diesem Grund würde ich nicht empfehlen, beim Bahnhof nach Männern Ausschau zu halten. Im Big Jiang wird man aber immer einen interessanten Typen oder eine nette Gruppe erspähen, mit denen man ausgehen kann, insbesondere am Samstag- oder Sonntagnachmittag. Man kann auch eine der Discos ausprobieren: Derzeit ist die Disco des Thip-Hotel die ultimative Partyecke, aber das kann sich hier sehr schnell ändern.

Und wenn alle Stricke reißen und man immer noch alleine ist im Städtchen Nong Khai, kann ein Besuch der "My Bar" im Meechai-Weg Abhilfe schaffen (nahe des Sawasdee Guest House auf der anderen Seite der Straße). Mr. Kai hat ungefähr zehn Gastgeber und ein paar Massage-Räume. Diese Bar ist bis in die Puppen geöffnet.

Am nächsten Tag kann der, der nicht in Nong Khai bleiben will, den Mekhong überqueren. Die "Freundschaftsbrücke" wurde erst 1996 eröffnet. Bitte beachten: Das Visa nach Laos kann an der Grenze abgeholt werden und kostet 30 US-Dollar. Ein Passbild muss auch mitgebracht werden.

21. Juni 2006