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  • 22. September 2003, noch kein Kommentar

Die Bischöfe der anglikanischen Kirche der USA haben Anfang August die Wahl ihres ersten offen schwulen Bischofs mit knapper Mehrheit bestätigt. 62 der 107 Bischöfe stimmten für Gene Robinson.

Der 56-Jährige, der seit 14 Jahren mit einem Mann zusammenlebt und zwei Kinder aus einer früheren Ehe hat, war zuvor mit einer Zweidrittel-Mehrheit von der Synode gewählt worden. Seine Ernennung zum Bischof von New Hampshire sei "eine der feinsten Momente in der Geschichte der Kirche", so Robinson.

Die Wahl hatte bis zuletzt für Furore und eher unfeine Momente gesorgt. So wurde die Abstimmung der Bischöfe wegen Vorwürfen verschoben, Robinson habe vor mehreren Jahren einen Mann auf einer Konferenz unsittlich berührt. Doch dabei handelte es sich nur um eine Art Schulterklopfen in der Öffentlichkeit, ergab eine Untersuchung des Bischofs von Massachusetts, Gordon Scruton. Auch der merkwürdige Vorwurf, eine Internetseite einer von ihm mitgegründeten Gruppe für homosexuelle Jugendliche führe über eine weitere Seite auf einen Link zu einem Porno-Anbieter, wurde fallengelassen.

Trotzdem herrschte nach der Wahl keine Ruhe: Konservative Kirchenmitglieder bedauerten die Entscheidung. Es solle bald über die Folgen entschieden werden, hieß es in einer Mitteilung, die auch von Kirchenvertretern aus Großbritannien, Südostasien, Afrika und Lateinamerika unterschrieben wurde. Liberale Kirchenvertreter haben bezweifelt, dass die angedrohte Spaltung ernst gemeint ist. Der Erzbischof von Coventry und spirituelle Führer der Anglikaner, Dr. Rowan Williams, sagte, vor der Kirche liegen nun "schwere Tage". Vor allem für ihn: der liberale Bischof muss nun die Kirche zusammenhalten.

Seit Jahren gibt es in der anglikanischen Kirche mit weltweit rund 77 Millionen Mitgliedern einen Streit um das Thema Homosexualität. Vor erst einem Monat hatte sich in Großbritannien der offen schwule Priester Jeffrey John von seiner Bewerbung für den Bischofsposten in Reading zurückgezogen.

In einer weiteren Entscheidung lehnten die Bischöfe eine kirchenweite Liturgie für schwule und lesbische Paare ab. Gleichzeitig wird allerdings offiziell geduldet, dass bereits in rund 75 der 110 US-Diözesen solche "Liturgien zum Feiern und Segnen gleichgeschlechtlicher Verbindungen" stattfinden.

22. September 2003



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