Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5141

Der erfolgreichste südkoreanische Film aller Zeiten ist Chinas Zensoren zu schwul.

Von Dennis Klein

Zwölf Millionen Menschen - ein Viertel der Bevölkerung - strömten in die südkoreanischen Kinos, um den Film um einen tyrannischen König und dessen eloquente Hofnarren zu sehen. "Der König und der Clown" wurde der mit Abstand erfolgreichste Film des Landes. Einnahmen allein im Inland: rekordverdächtige 70 Millionen Euro - und das bei einem Budget von unter zwei Millionen Euro. Doch nicht überall ist der Film willkommen: China hat nun die Aufführung verboten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Grund: Der König wirft ein Auge auf einen der Hofnarren.

"Der König und der Clown" ist ein Historienschinken, der im Korea des 16. Jahrhunderts spielt. Die Clowns Jang-sang und Gong-gil verdienen sich darin ihren Lebensunterhalt mit Straßentheater. Jang-sang übernimmt dabei die Männerrollen, der äußerst weiblich agierende Gong-gil schlüpft in Frauenkostüme. Seine Darbietungen sind so perfekt, dass er oft für eine "echte" Frau gehalten wird. Zu ihrem Repertoire gehören auch Sketche über den König und seine Konkubine. Als die Behörden von der ungehörigen Vorstellung Wind bekommen, werden die Clowns verhaftet und zum Tode verurteilt. Doch der König schaut sich vor der Vollstreckung den Sketch an - und findet die beiden so lustig, dass er sie zu seinen Hofnarren macht. Schnell wird jedoch die Frau des Königs eifersüchtig, als der Herrscher sich in den weiblichen Gong-gil verguckt.

In Korea war der Film nicht nur ein Publikumserfolg. Auch die Kritiker überschlugen sich des Lobes. 15 Mal wurde "Der König und der Clown" für das koreanische Äquivalent des Oscars nominiert - auch das ein neuer Rekord.

Für westliche Verhältnisse ist der schwule Zusammenhang allerdings geradezu stiefmütterlich dargestellt. In einer Szene wirft der König dem Hofnarren lüsterne Blicke zu - das war's. Zwar wird angedeutet, dass es sich nicht nur um eine platonische Liebe handelt, sondern es auch in den königlichen Gemächern hart zur Sache geht. Sex- oder zumindest Kussszenen á la "Brokeback Mountain" sind jedoch Fehlanzeige.

Den Zensoren in China war das trotzdem viel zu viel. Im letzten großen kommunistischen Reich gilt Homosexualität weiterhin als tabu. Von der Kulturrevolution bis in die 90er Jahre wurden Schwule zu langen Gefängnisstrafen verurteilt oder sogar exekutiert. Bis 2001 klassifizierte das Regime Schwule und Lesben noch als geistesgestört. Inzwischen haben sich die Einstellungen zu Homosexualität gelockert, allerdings gilt das Thema weiterhin als tabu. Anfang des Jahres hat das Regime bereits "Brokeback Mountain" verboten (queer.de berichtete). Auch schwule Websites ließen die Oberen unlängst schließen (queer.de berichtete). Immerhin haben die Chinesen die Möglichkeit, den Film auf DVD zu erhalten. Beim Verkauf hat die Regierung bislang ein Auge zugedrückt.

5. Juli 2006



Madrid: "Brokeback Mountain" als Oper

Im Madrider "Teatro Real" wird am Dienstag "Brokeback Mountain" in englischer Sprache als Oper uraufgeführt.
Country-Star bezeichnet Jake Gyllenhaal als schwul

Jake Gyllenhaal hat seine Beziehung zu Taylor Swift beendet, weil er in Wirklichkeit auf Männer steht, witzelte Countrysänger Blake Shelton als Moderator einer Preisverleihung.
Jake Gyllenhaal braucht kein Viagra

In der Komödie "Love and Other Drugs" spielt der sexy Star einen (leider heterosexuellen) Pharma-Vertreter, der mit den blauen Pillen reich wird.
#1 holga-waldaAnonym
#2 holga-waldaAnonym
#3 holga-waldaAnonym
#4 quervers berlinAnonym
#5 holga-waldaAnonym
  • 06.07.2006, 11:27h
  • @ quervers

    sehr wahrscheinlich ist der schon da, in
    OmU-version wohl noch nicht.

    aber wenn´s nicht um kostüm-schinken geht, versuchs mal mit dem: LAN YU mein favorit.

    "In Peking konnte Kwan nur heimlich drehen. Die Geschehnisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens werden nur indirekt, aber sehr erschütternd dargestellt. Umso direkter sind die Sexszenen zwischen den beiden Männern gehalten, die in ihrer Natürlichkeit so bislang im offiziellen chinesischen Kino nicht denkbar waren."

    in umbruchzeiten ist alles möglich. halt in wellen, auf und ab, tendenz aufwärts.

    www.schwule-filmwoche.de/Archiv2004/8.html
  • Antworten » | Direktlink »
#6 dannyAnonym
  • 13.07.2006, 21:47h
  • Bin grade heute mit meinem Freund aus dem China-Urlaub wiedergekommen.

    China ist wirklich noch ein schwules Entwicklungsland; es mag zwar in allen Szenen kleine Gay-Szenen geben, aber es erinnert etwas an die deutschen Wirtschaftswunderjahre, wo homosexualität auch nicht wirklich gesellschaftsfähig war.

    Für mich hat es sich wieder mal verdeutlicht bzw bestätigt, wie gut wir es in Deutschland/Europa haben!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 dannyAnonym
  • 13.07.2006, 22:31h
  • sorry-Jetlag lässt schön grüßen: "In allen STÄDTEN sind kleine Gay-Szenen..."
  • Antworten » | Direktlink »