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Nach einem neuen Gesetz sind jetzt selbst Umarmungen unter Männern verboten.

Von Dennis Klein

Simbabwes Diktator Robert Mugabe zieht die Daumenschrauben für Schwule weiter an: Das "Gesetz gegen sexuelle Abweichungen" enthält jetzt 15 neue Verbote. Bislang wurde "nur" Homo-Sex mit Gefängnisstrafen bis zu zehn Jahren geahndet. Jetzt sollen mögliche Schwule mit einem Präventivgesetz zu Zucht und Ordnung gezwungen werden: Männer dürfen sich in dem zwölf Millionen Einwohner zählenden Land nicht mehr an den Händen halten, sich nicht mehr umarmen und schon gar nicht mehr küssen. "Sodomy" sei nun jeder "Kontakt zwischen zwei Männern, der von einer vernünftigen Person als unanständige Tat angesehen wird", so das neue Gesetz. Was eine "vernünftige Person" ist, sagt es nicht.

Das Gesetz trägt die Handschrift von Mugabe, der sich schon in der Vergangenheit oft als Homo-Hasser profiliert hat. Mugabe bezeichnete Schwule wiederholt als "schlimmer als Schweine und Hunde". Homosexualität sei zudem "eine weiße Krankheit", die von den Kolonialmächten importiert worden sei. Dabei beruht die antischwule Gesetzgebung in Simbabwe noch auf dem britischen Kolonialrecht.

Vor allem Amnesty International und die britische Homo-Gruppe Outrage prangern die homophobe Politik Mugabes an. So hat der Outrage-Aktivist Peter Tatchell wiederholt versucht, Mugabe in Großbritannien vor Gericht zu bringen (queer.de berichtete). Bislang ohne Erfolg.

Dabei benutzt Mugabe Homosexualität auch gerne als Waffe gegen seine Widersacher. So beschuldigte er erst im März die besagte kleine Gruppe Outrage, sie würde einen Umsturzversuch in Simbabwe anzetteln (queer.de berichtete). 1996 wurde auch sei innerparteilicher Widersacher Canaan Banana aufgrund der "Sodomy laws" festgenommen. Er hat angeblich versucht, seinen Bodyguard zu verführen. Das Gericht verurteilte ihn zu zehn Jahren Haft. Banana starb schließlich 2003 als gebrochener Mann.

Trotz seiner Menschenrechtsverletzungen und einer verheerenden Wirtschaftspolitik, die die einstige "Kornkammer Afrikas" an den Rand einer Hungersnot brachte, ist Mugabe auf dem Kontinent und einigen anderen Entwicklungsländern durchaus populär. So wurde er 2004 von den Lesern des Magazins "New African" in die Liste der "100 großartigsten Afrikaner" gewählt - hinter Nelson Mandela und dem ghanaischen Befreiungskämpfer Kwame Nkrumah belegte der Diktator den dritten Platz. Grund dafür ist vor allem seine scharfe Rhetorik gegen die verhasste ehemalige Kolonialmacht Großbritannien. Zu seinen engsten Freunden zählt er vor allem antiwestliche Despoten wie den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und den kubanischen Diktator Fidel Castro. Kritik erntet er dagegen vermehrt aus dem liberalen Südafrika, das sich einem Ansturm von Flüchtlingen aus dem Nachbarland ausgesetzt sieht. Der homofreundliche Erzbischof Desmond Tutu nannte Mugabe eine "Karrikatur eines afrikanischen Diktators". Noch aber hält der 82-jährige Despot die Zügel in seinem Reich fest in der Hand.

18. Juli 2006



11 Kommentare

#1 DannyAnonym
#2 SAMAnonym
  • 18.07.2006, 17:06h
  • Ihn wird vielleicht biologisch das ende erreichen, aber seine Politik lebt leider in einigen verblendeten weiter! Muagbe verletzt nicht nur Menschenrechte, sondern auch Stammeskulturen und Urkömmliches Afrika. Um sich und seine Clique an der Macht zu halten, ist ihm kein noch so dummes und falsches Argument zu niedrig. Was für ein Glück, das dies tasächlich biologisch beendet wird. Und man muß einfach hoffen, daß es danach besser wird!
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#3 RichtigstellerAnonym
  • 18.07.2006, 17:16h
  • An den Autor:
    Ein Despot ist ein Diktator der seine Untertanen bei abweichender Meinung verfolgen läßt und keine anderen Parteien und Institutionen als die seinen duldet.
    Präsident Chávez wurde hingegen, unabhängig von seiner umstrittenen Politik, bei demokartischen Wahlen legitimiert. Er unterdruckt auch keine Opposition und verfolgt sie auch nicht.
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#4 NobbiAnonym
  • 18.07.2006, 17:46h
  • Hallo
    @*richtigsteller*, abgesehen davon das ich deinen Nick ziemlich anmaßend finde solltest du den obigen Text nochmals lesen. Ich entdecke dort mehrere Sachverhalte die eine Bekämpfung der Opposition beinhaltet "1996 wurde auch sei innerparteilicher Widersacher Canaan Banana aufgrund der "Sodomy laws" festgenommen. " "So beschuldigte er erst im März die besagte kleine Gruppe Outrage, sie würde einen Umsturzversuch in Simbabwe anzetteln .." und auch die *angebliche* demokratische Wahl kann einen "Diktator der seine Untertanen bei abweichender Meinung verfolgen läßt " hervorbringen.
    Gruß Nobbi
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#5 Holga-WaldaAnonym
  • 18.07.2006, 18:05h
  • "Zu seinen Freunden zählt er vor allem antiwestliche Despoten wie den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und den kubanischen Diktator Fidel Castro." meint der Redakteur vom Dienst.

    Mugabe sorgt für stabile Ausbeutungsverhältnisse für internationale Konzerne im Land und mit Söldnern in Nachbarländern z.B. für die ungehinderte Erlangung von Diamanten.
    Friehofsruhe als Wirtschaftsfaktor.
    Kubanische, venezulanische, bolivianische
    Konzerne und Teilhaber sind dort nicht bekannt. Ernähren Castro und Chaves Mugabe ?
    Großbritannien besitzt in Simbabwe rund 400 Firmen, nahezu alle Firmen, die es überhaupt in diesem Lande gibt. Den Bergbau, etwa 1 000 Unternehmen, die hauptsächlich Gold, Steinkohle, Kupfer, Nickel, Chrom, Eisenerz und Asbest fördern, teilen sich die britischen Konzerne mit Anglo American. Bei Gold machten die Anglo-Töchter Rio Tinto, Lonmine und Ashanti Goldfields in Simbabwe im letzten Jahr 450 Millionen US-Dollar Gewinne.
    Der Einfluß von Anglo American/De Beers reicht so weit, daß es ihr gelungen ist, den ghanaischen Geschäftsmann Dr. Moses Anafu, der zur Commonwealth-Delegation zählte, die die Parlamentswahlen in Simbabwe beobachtet hatte, aus Harare abberufen zu lassen, bevor diese Wahlen überhaupt begannen und entsprechend ausgegangen sind. Anafu ist Aufsichtsratsmitglied von Oryx Diamonds und wohl über Mugabes Geschäftsverbindungen zu Ghana, ein Erbe seiner verstorbenen ersten Frau Sally, zu diesem hohen Firmenposten gekommen.

    Vielleicht sollte man bei diesen Herrschaften ansetzen ?
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#6 manni2Anonym
#7 RalfAnonym
  • 18.07.2006, 21:09h
  • Das ist dann jetzt so ziemlich die Gesetzeslage, wie sie 1935-69 in Deutschland bestand - Nazi-"Recht" eben.
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#8 Marlene DietrichAnonym
  • 19.07.2006, 14:15h
  • Zwei Ergänzungen:

    1. Das Zimbabwe trotz des fruchtbaren Landes mehrfach von Hungersnöten bedroht wurde, lag nicht immer an Mugabe, sondern auch an den internationalen Geldgebern (IWF etc.), die die Vergabe von Krediten mit der Bedingung des Verkaufs der nationalen Getreidevorräte verknüpft haben. Kein Wunder also, dass die Regierung die Nähe zu Kuba sucht.

    2. Die Popularität Mugabes in panafrikanischen Kreisen ("New African") speist sich überwiegend nicht aus seiner gegenwärtigen Politik, sondern vor allem aus seinen unbestrittenen Verdiensten um die Unabhängigkeit des Landes und die Beendigung des Kolonialismus.

    Dies nicht zur "Entlastung" Mugabes, für die es auch keinen Grund gäbe, sondern als Beitrag zu einer genaueren Wahrnehmung des Konflikts.

    Widerstand aus Zimbabwe:

    www.sokwanele.com/thisiszimbabwe/

    PS: Wenn mit europäischen Klischees wie den oben genannten "Stammeskulturen und Urkömmliches Afrika" argumentiert wird, wird mir schlecht. Bitte lesen Sie umgehend hier:

    www.africaaction.org/bp/ethall.htm
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#9 SAMAnonym
  • 19.07.2006, 16:58h
  • @Marlene Dietrich: Deine Kontext Aussagen sind ja nett aber recht irreführend! Solche Ausleitungen findet man auch in Deutschland! Hitler hat ja nur Krieg geführt, weil die anderen ihm Polen nicht
    schenken wollten!

    Wer die Fehler anderer als Entschuldigung für Diktatoren gebraucht die Ihr Land ausbeuten und ihre Bevölkerung knechten, macht sich selbst lächerlich!
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#10 FloAnonym
  • 19.07.2006, 21:18h
  • Unglaublich, wie die Welt schon seit Jahren tatenlos zusieht und diesen faschistischen, menschenverachtenden Diktator gewähren lässt...
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