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Zum 20. Mal lädt das Fantasy Filmfest von Mitte Juli bis Mitte August in acht Städten in die kühlen Kinosäle.

Von Christian Scheuß

"Das Fantasy Filmfest ist ein Publikumsfestival, wie man es sich wünscht: innovativ, provokativ, unterhaltsam, exklusiv, wagemutig, frech und jung." So positiv denkt man beim Cinema München, und darüber freuen sich natürlich die Organisatoren des Fantasy Filmfestes, das in diesem Jahr zum 20. Mal vom 18. Juli bis 16. August in München, Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Köln, Bochum, Hamburg und Berlin über die Bühne geht.

Seit dem Startschuss 1987 in einem Hamburger Stadtrandkino und der Markthalle hat sich viel verändert. Aber eins ist geblieben: Man will unterhalten und Filme zeigen, die das Genre sprengen. Man will das Aktuellste aus Fantasy, Horror, Thriller und Science Fiction präsentieren. Ein Festival der Entdeckungen also. Auch 2006 gilt es an die 70 Filme zu bewältigen, über 50 Filme davon sind in Deutschland zum ersten Mal zu sehen. Darunter über ein Dutzend Europa- und Weltpremieren.

In diesem Jahr gibt es erstmals die neue Wettbewerbssektion "Fresh Blood". Die Reihe präsentiert junge Regisseure, die ihren ersten oder zweiten Spielfilm zeigen. Wer Talent hat und wer dilletiert, darüber entscheiden die Zuschauer per Abstimmung. "Focus Asia" besticht wie gewohnt durch panasiatische Highlights, die auch 2006 eine Bresche für das Kino der Zukunft schlagen. Wer Originale erleben will, bevor Hollywood sich die Remake-Rechte sichert, ist hier bestens aufgehoben. Extremes Kino jenseits des guten Geschmacks gibt es dagegen in der Party-Reihe "Midnight Madness", wo kein Witz zu billig und keine Tankladung Blut genug ist.

Weltpremiere hat der Opener "Severence", eine clevere Splatter-Komödie. Ein Highlight ist das bildgewaltige "Renaissance", das selbst "Sin City" blass aussehen lässt, und mit dem Abschlussfilm "The Science Of Sleep" gelingt es Regisseur Michel Gondrys, magisches Kino jenseits von Massenware und Fließband-Plots zu schaffen. Auch für Schwule und Lesben finden sich einige interessante Filme. Wer zum Beispiel immer schon bei "Six Feet Under" den heterosexuellen Bruder des schwulen David Fisher geiler fand, der kann sich auf ein Wiedersehen mit Schauspieler Peter Krause in "Civic Duty" freuen, in dem er einen durchgeknallten Ami spielt, der sich immer tiefer in Verschwörungstheorien und Terrorfurcht verstrickt. Lesbisch angehaucht geht es in dem schrillen japanischen Splatter-Streifen "House" aus den Siebziger Jahren zu, der in einer restaurierten Fassung vorliegt. Wahnvorstellungen in einem unheimlichen Haus muss eine junge Privatlehrerin in "In A Dark Place" ertragen. Außerdem verliebt sich die anfangs zugeknöpfte Haushälterin in das junge Ding.

Spannend scheint zudem der amerikanische Thriller "The Night Listener" zu sein, deren Story auf einer Geschichte von Armistead Maupin beruht. Robin Williams spielt darin einen schwulen Radiomoderator, der sich auf die Suche nach einem angeblich schwerkranken Jungen macht.

18.07.2006