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  • 26. Juli 2006, noch kein Kommentar

Käpt'n Jack Sparrow ist zurück: Der tuntigste Pirat aller Zeiten kämpft sich im Disney-Feuerwerk durch teure Spezialeffekte.

Von Dennis Klein

Vor drei Jahren stolzierte Pirat Jack Sparrow (Johnny Depp) erstmals über die Kinoleinwände - er sah aus wie Keith Richards und verhielt sich wie eine zugekiffte Drag Queen auf dem Kölner CSD. In der Fortsetzung "Fluch der Karibik 2" darf er wieder rumtucken. Und das länger, zu besseren Special Effects und einem noch gemeineren Gegenspieler - allerdings auch zu einem wirren, unlogischen und dazu nahezu überflüssigen Plot.

Der ist schnell erzählt, denn es geht bei Jack wieder mal um alles: Er merkt, dass er beim legendären Krakenmenschen Davey Jones in Blutschuld steht - und muss daher den Bann brechen. Mit dabei sind natürlich auch wieder der treudoofe, aber hübsch anzuschauende Will Turner (ein etwas hölzerner Orlando Bloom) und der Lesben-Traum Elizabeth Swann (Keira Kneightley geht in ihrer Rolle auf). Die beiden wollten eigentlich heiraten, widrige Umstände - welch Überraschung - vereinen ihr Schicksal aber mal wieder mit dem von Pirat Jack.

Eine stimmige Story wird der gemeine Zuschauer hier zwar sowieso nicht erwarten, allerdings hat die Handlung bei "Fluch der Karibik 2" eher die Funktion einer TV-Werbepause in einem Actionfilm. Hier kann getrost von der Popcorn-Tüte genascht oder über Orlando Bloom fantasiert werden. Die Spezialeffekte sind dagegen das, was die Disney-Produktion ausmachen: Von wilden Seeschlachten bis zu einem Kampf auf einem 20 Meter hohen Wasserrad ist alles dabei. Und vor allem im lauten Multiplexkino hält die wilde Achterbahnfahrt selbst nicht leicht erregbare Gemüter in freudiger Aufruhr.

Die schrullige Tuntigkeit von Jack kommt dabei nicht mehr wie im ersten Teil zur Wirkung. Der hatte noch weit mehr von den witzigen Sprüchen des Hauptdarstellers gelebt - die werden zwar augenzwinkernd wiederholt, aber wirklich Neues ist diesmal nicht dabei. Dabei wäre in 150 Minuten eigentlich genug Zeit dafür.

In den USA bricht der Film trotz der Unzulänglichkeiten und zum Teil niederschmetternder Kritiken alle Kassenrekorde. Bis zum 24. Juli - 18 Tage nach der Erstaufführung - spielte er bereits 326 Millionen Dollar ein. Den Rekord für den erfolgreichsten Kinostart aller Zeiten hat "Pirates of the Carribean: Dead Man's Chest" bereits gebrochen.

Traurig, aber wahr: Diesmal darf Sparrow sogar eine Frau küssen, auch wenn ihn das diesmal ins Verderben führt. Oder auch nicht, denn so genau weiß man das in diesem Film wahrlich nicht - und eigentlich ist es auch wurscht.

27. Juli 2006