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Homo-Träume werden wahr: Lance Bass, einst Sänger bei der Boygroup N’Sync, hat sich offiziell als schwul geoutet.

Von Jan Gebauer

Er hat es getan: Zehn Jahre nach dem großen Durchbruch mit der Boygroup N’Sync hat sich Lance Bass (27) öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Damit hat innerhalb kürzester Zeit ein weiterer Pop-Star – nach Darren Hayes (Savage Garden) – diesen Schritt gewagt. Ebenfalls unvergessen: Vor knappe einem Jahr hatte es mit dem Coming-out von Mark Feehily (Westlife) ein von den Medien sehr beachtetes Geständnis eines Boygroup-Sängers gegeben. "Ich war in einer sehr populären Band. Wenn ich jemals gesagt hätte, dass sich schwul bin, hätte das alles überschattet", sagte Bass in einem Interview mit dem US-Magazin "People".

Er oute sich jetzt, weil die ständigen Gerüchte sein persönliches Leben beeinträchtigten, ergänzte Bass. "Ich habe Frieden mit meiner Familie, meinen Freunden gemacht. Ich bin glücklich", sagte der Sänger. Derzeit sei er in einer festen Beziehung mit dem 32-jährigen Model und Schauspieler Reichen Lehmkuhl. Was ihm besonders am Herzen liege ist die Tatsache, dass er sich für nichts schämen müsse. "Ich fühle mich befreit und so glücklich wie nie zuvor in meinem Leben", sagte Bass über seine Gefühle bezüglich seines Coming-outs. "Es ist nichts Falsches daran, schwul zu sein und der Schritt an die Öffentlichkeit macht mir jetzt nichts mehr aus."

Die Boygroup N’Sync hat sich offiziell nie getrennt, sondern verfolgt seit 2002 eine Schaffenspause. Bass’ Bandkollege Justin Timberlake ist als Solo-Künstler ebenso erfolgreich wie zu N’Sync-Zeiten und hat wahrscheinlich kein großes Interesse an einem Comeback mit der Boygroup. Joey Fatone, Chris Kirkpatrick und JC Chasez verfolgen Solo-Karrieren in den Bereichen Musik und Schauspiel. Bass hatte zuletzt wenig Erfolg mit seinen Projekten: Das von ihm gegründete Musik-Management Free Lance Entertainment brachte nur eine wenig beachtete Veröffentlichung heraus (Countrysängerin Meredith Edwards – "Reach"). Danach startete Bass ein Kosmonautentraining in Russland und versuchte, tatsächlich in den Weltraum zu reisen. Bislang scheiterte es aber an den enormen Kosten – seine Sponsoren sprangen vorzeitig ab.

"Ich habe jetzt das Gefühl, als wäre es zu meinen eigenen Bedingungen. Ich lebe in Frieden mit meiner Familie, meinen Freunden, mir selbst und Gott. Ich mache mir wirklich um nichts anderes Sorgen", sagte Bass im "People"-Interview. Der Sänger entwickelt zurzeit mit Bandkollege Fatone eine Sitcom, in der seine Figur schwul ist. Fatone war auch der erste von N’Sync, der von Bass' Homosexualität erfuhr. "Er hat Jahre gebraucht, um darüber nachzudenken, wie er es allen erzählt. Ich stehe zu 100 Prozent hinter ihm", so Fatone, der in dem Kinohit "My Big Fat Greek Wedding" mitspielte.

Bass’ Freund, Reichen Lehmkuhl, ist seit 2003 regelmäßig im US-Fernsehen zu sehen. So spielte das überaus attraktive Modell in den enorm erfolgreichen Soap-Operas "Schatten der Leidenschaft" und "Zeit der Sehnsucht". Jährlich erscheint ein erotischer Kalender von ihm, der in der amerikanischen Schwulenszene äußerst beliebt ist. Darüber hinaus war er auch auf den Covern von amerikanischen Homomagazinen wie "The Advocate", "Out Now", "Instinct" und "Bent" zu sehen. Außerdem veröffentlichte er eine Autobiographie namens "Here’s What We’ll Say" ("Hier steht, was wir sagen werden") über seine Zeit bei der amerikanischen Air Force. Darin rechnet er mit der US-Armee-Mentalität "Don’t Ask, Don’t Tell" ("Frage nicht, sage es nicht") ab und deckt Hintergründe zur Diskriminierung von schwulen Militärangehörigen auf.

"Der 'Don't Ask, Don't Tell'-Kodex steht im krassen Gegensatz zu allem, wofür die Air Force und überhaupt alle militärischen Kräfte stehen. Sie behaupten Ehre, Integrität und Ehrlichkeit verkörpern zu wollen, aber sie zwingen ihre Mitglieder im Namen ihres Vaterlandes zu lügen", so Lehmkuhl kurz nach der Veröffentlichung in einem Interview. Um seine Zukunft mit Bass braucht er sich trotzdem keine Sorgen zu machen. Als Modell und Schauspieler verdient er gut, 2003 gewann er in der vierten Staffel der Abenteuer-Reality-Show "The Amazing Race" eine Millionen Dollar und auch sein Liebster dürfte noch ein bisschen was von den N’Sync-Zeiten übrig haben.

27. Juli 2006



Lance Bass will Kinder

Ex-’N-Sync-Sänger Lance Bass, der gerade in der US-Version der Fernsehshow "Let’s Dance" als Kandidat auftritt, möchte ganz traditionell mit Kind und Kegel alt werden.

19 Kommentare

#1 MichaAnonym
  • 27.07.2006, 13:29h
  • Na, da werden die pubertierenden Fangören, die sich ab und zu bei queer.de verirren, wohl rumheulen. Hi, hi. Und irgendwann wird sich auch Richie Stringini von US5 outen. Alles eine Frage der Zeit.
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#2 ÜwchenAnonym
  • 27.07.2006, 14:41h
  • Lass mich raten nächsten Monat kommt seine Solosingle raus oder sowas ähnliches.
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#3 SaschaWAnonym
#4 AndyAnonym
  • 27.07.2006, 17:34h
  • Wie kommt es eigentlich,dass sich die
    ganzen Boygroup und Girlgroup-"Stars"
    immer erst outen,nachdem sich die Bands
    getrennt haben ? Gerade bei den Bands
    wie NSync,B3 oder US5 wo es doch
    ohnehin offensichtlich ist.Zumindest
    nachdem sie "erwischt" wurden hätten
    diese ganzen boygroupboys doch reinen
    Tisch machen können.Liegt es also nur
    an den Imageberatern,dass sie mit
    einem offiziellen Outing immer so lange
    warten bis die Karriere zu Ende ist ?
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#5 No E-PatentsAnonym
  • 27.07.2006, 18:19h
  • Na? wieviele pubertäre girlies gehen jetzt zum psychlogen??

    schaun mer mal, wann sich richie outet!!!

    auf jeden fall zeigt dies mal wieder, das offensichtlich die bosse der plattenkonzerne da mächtig druck ausüben, denn wiedereinmal kam das outing erst nach beendigung der "dienstzeit".

    ......und stand gestern nachmittag im newsticker von arcor.de
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#6 JanAnonym
  • 27.07.2006, 21:23h
  • Reichen Lehmkuhl??? Uiuiui - tja was
    Gott beim Aussehen gibt, das nimmt er
    beim Namen ;-)
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#7 SaschaAnonym
  • 27.07.2006, 23:26h
  • @Andy:

    Die Wahrheit ist, dass in nahezu der gesamten Popbranche nach wie vor eine krankhafte und perverse, homophobe Gesinnung vorherrscht, die junge Künstler mit allen Mitteln zu kontrollieren und entsprechend des heterozentrischen Weltbildes in Szene zu setzen pflegt.

    Es ist mehr als offensichtlich, dass hier nicht nur sanfte Worte, sondern knallharter Druck ausgeübt wird, um den kommerziellen Uniformismus ja nicht in Frage zu stellen.

    Meines Erachtens handelt es sich in vielen Fällen ganz klar um unlautere, kriminelle und Menschen verachtende Geschäftspraktiken, die dringend öffentlich thematisiert und unter Strafe gestellt werden müssen.
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#8 FelixAnonym
  • 28.07.2006, 13:44h
  • Schön, dass sich immer mehr Prominente outen, allerdings leider oft erst, wenn die Karriere vorbei ist und man vielleicht eine neue Karriere anschieben will.

    Schöner wäre es wenn die ganzen Schwulen in den Boygroups sich eher outen würden.
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#9 RakiAnonym
  • 31.07.2006, 20:12h
  • Recht hat felix:

    was bringt es jungen, verunsicherten Homosexuellen, wenn ihr Idole sich erst dann outen, wenn ihre Sternchenzeit längst vorbei ist und ihre Groupies über 25 jahre alt sind? Ich finde, gerade die schwestern, die im Rampenlicht stehen, sollten ein echtes vorbild sein und endlich alle dazu stehen, wer sie sind (und nicht erst dann, wenn keiner sie mehr kennt, nicht wahr Bill von Tokiohotel...? :-X
    HUCH, hab ICH das gerade geschrieben?!=
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#10 bittelaechelnAnonym
  • 31.07.2006, 21:06h
  • hmm, schon komisch, wie hier immer alle nach Outing kreischen. Jeder soll sich doch gleich nach dem ersten gleichgeschlechtlichen Kontakt outen, er ist ja Prominent... Ich find das eher unter Druck setzen. Wer von den Lesern hier ist komplett geoutet? Wer geht bei einer neuen Beschäftigung gleich auf die Betriebsversammlung und schwingt die Regenbogenfahne??
    Macht erst mal an der Basis im normalen Leben klar, bevor ihr alle nach nem Outing eines Promis schreit.
    Sicher würde das der homosexuellen Bewegung gut tun, je mehr Promis sich outen, aber schlussendlich ist das doch immer noch eine persönliche Sache, die jeder selber wissen muss!
    Wer von den gutbürgerlichen Schwulen outet sich auf der Arbeit, wenn seine Karriere dadurch gefährdet sein könnte???
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