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Pedro Almodóvar kehrt zurück zu seinen Anfängen: zu den Frauen und zu seinen hinreißend grotesken, schrillen und komödiantischen Elementen.

Von Carsten Weidemann

Raimunda dreht gleich durch: Während vorne in ihrem Restaurant ein äußerst lebhaftes Filmteam eine ziemlich lautstarke Party feiert, lagert hinten in der Kühltruhe des Vorratsraumes ein äußerst lebloser und ziemlich schweigsamer Männerkörper: Der muss dringend da weg! Aber wie? Große Not mobilisiert Frauensolidarität und allerhand kriminelle Energie: Und so formiert sich spontan ein weibliches Leichenräumkommando, bestehend aus Raimunda, ihrer 15-jährigen Tochter Paula, einer hilfsbereiten Hure von nebenan und einiger weiterer freundlicher Nachbarinnen. Der Kadaver ist bald fort, aber die Probleme - Santa Maria! - fangen jetzt erst an ...

Zur gleichen Zeit kämpft auch Raimundas Schwester Sole mit einem nicht gerade alltäglichen Schreck: Unverhofft steht der Geist ihrer verstorbenen Mutter Irene vor der Tür, und der erweckt einen überraschend vitalen Eindruck. Muttis Geist verlangt nämlich nicht nur nach neuer Frisur und frischer Farbe, sondern bittet auch um Unterschlupf bei der ziemlich verdutzten Tochter.

Doch warum ist Irene von den Toten auferstanden? Der Grund dafür hängt scheinbar mit Raimunda zusammen und einem Familiengeheimnis, das die Frauen tief in ihre Vergangenheit zurückführt. Zurück in ihr Heimatdorf, nach La Mancha, wo die Toten niemals ganz tot sind , wo der Aberglaube seit jeher ein festes zu Hause hat und Wunder auf der Tagesordnung stehen ...

Drei Generationen von Frauen überleben den Wind, das Feuer, den Wahnsinn, den Aberglauben und sogar den Tod dank ihrer Güte, ihrer schamlosen Lügen und ihrer grenzenlosen Lebenskraft.
Mit "Volver" kehrt Almodóvar zurück zu seinen Anfängen: in seine Heimat La Mancha, zu den Frauen und zu seinen hinreißend grotesken, schrillen, karikaturistischen, manchmal fast eskapistischen komödiantischen Elementen. Und doch ist Volver auch ein echtes Melodram, schwermütig und voller Leichtigkeit zugleich. Ein Film über das Leben und den Tod. Kurz, ein Film über das, was das Leben ausmacht. Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes wurde "Volver" mit den Preisen für das "Beste weibliche Ensemble" und das "Beste Drehbuch" ausgezeichnet.

03.08.06



#1 madridEUAnonym
  • 03.08.2006, 16:52h
  • Ja, "Volver" (zurückkommen) wird zwar nicht für Almodóvars Meisterwerk gehalten, hat aber etwas wie diesen schadenfreudigen Triumph der Frauen über Latino-Machos und den Kampf gegen Windmühlenflügel. Don Quijote de la Mancha lässt grüssen. Der Film ist zu empfehlen !
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#2 SAMAnonym
  • 04.08.2006, 23:03h
  • Fast jeder Film von Pedro Almodóvar ist zu schauen. Seine sozilakritischen belustigen und gesllschaftlichen Filme sind eine Spitzenklasse für sich! Man muss sie freilich verstehn!
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#3 konskiAnonym
#4 madridEUAnonym
  • 06.08.2006, 15:58h
  • @konski: Natürlich habe ich ihn gleich nach der Premiere gesehen. Mein Lieblingsfilm ist und bleibt jedoch Almodóvars wunderbarer, unwirklicher und wehmütiger Schwulenfilm "La Ley del Deseo" (Das Gesetz der Begierde), der auch schon mehrmals auf deutschen Kanälen gesendet wurde. Für sein Meisterwerk halte ich aber eher "Hable con ella" (sprechen Sie mit ihr). So ist das mit einem Genie wie Almodóvar. Jeder hat seinen Favoritenfilm und interpretiert ihn dann auch verschieden.
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