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London (queer.de) - Ein Gericht in West-London hat einen 47-jährigen Mann in Abwesenheit zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, weil er seinen Partner mit HIV infiziert hatte, berichtet die BBC. Mark James aus West Sussex war bereits im April schuldig befunden worden, ist aber danach untergetaucht. Richter Jonathan Lowen sagte, James habe sich gefühllos verhalten und mit Lügen verschleiert, dass er HIV-positiv sei. Im Verfahren war herausgekommen, dass James bereits seit Monaten von seiner Infektion wusste, seinem Partner aber nichts davon sagte und mit ihm ungeschützten Sex hatte. Als ein Freund dem Partner von der HIV-Infektion berichtete, habe James alles abgestritten. Erst als der Partner ein positives Testergebnis bekommen hatte, ging er zur Polizei. "Ich wusste gleich, dass er mich angelogen hat", sagte er während des Verfahrens. "Er war die einzige Person, mit der ich geschlafen habe. Er ist also der einzige, der mich angesteckt haben kann." Anfang 2005 war in einem ähnlichen Fall ein Mann aus Frankfurt zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden (queer.de berichtete). (dk)



#1 saltgayAnonym
  • 07.08.2006, 18:34h
  • Das war wohl nicht etwa eine Meldung aus der "Blöd-Zeitung", oder?
    In dubio pro reo - ich denke 'mal, hier ist in der Übersetzung etwas schief gelaufen. Sonst müsste ich das so interpretieren, dass ein einvernehmlicher, gleichgeschlechtlicher und ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfand. Nur hat sich das Opfer wohl nicht die AGB (für Sauna-Zicken): "Allgemeine Geschäftsbedingungen", durchgelesen. Tja, da ist die rechtliche Lage etwas verworren. Schade, dass hier die Urteilsbegründung fehlt. Im Endeffekt kann sich die positive Schwuppe höchstens auf den § 242 BGB beziehen - und da wäre mir im Ernstfall ein Kondom sicherer.

    Aus dem Seminar für das BGB - unser Prof erzählte über einen Blechschaden, der bei einem Unfall im PKW mit einem Kollegen (Richter am Amtsgericht) an einer Kreuzung geschah. Der Schuldige, in diesem Falle Euer Ehren, verkündete am Unfallort, als er von der juristischen Vorbildung des Unfallgegners erfuhr: "Ich habe mein Leben dem § 242 geweiht!" Kommentar unseres Profs:" So fuhr er auch Auto." Der § 242 BGB - "Treu und Glauben" ist das letzte Mittel um sich juristisch versichern zu lassen, dass man eigentlich nicht ganz blöd ist, also Leser der o.a. Zeitung, sondern eher gern an die Musikalität eines Achim Stenzels in der Lübbenauer Gurkenschenke glaubt. Der Unterschied ist marginal - aber bei weitem nicht so politisch. Bei sachlicher Beurteilung sind diese Spezies Mensch, welche sich 'mal als Aktfmotiv haben ablichten lassen, bei Kerzenschein, weil das romantischer ist, und dabei einen Film mit 50 ASA in die Kamera eingelegt war , schlichten Gemütes. Der Volksmund nennt so etwas unterbelichtet - als Foto natürlich - oder nur einfältig.

    Deshalb denke ich, dass alle wütenden Kommentare über solch schändliches Tun, wie in der Meldung berichtet, in die Ecke christsozialen Bierzeltkrawalls gehören. Da empörte sich ein gewisser Franz-Josef-Strauß über die Sozis: "Lieber ein kalter Krieger - als ein warmer Bruder!"
    Wie steht die LSU übrigens dazu?
    Na ja, das mag ja nur bayrische Folklore sein - wie nett. Dann halten wir es doch lieber mit einem Fraktionskollegen - dem "Kopf ab Jäger!" Seines Zeichens ehemaliges CSU-Bundestagsmit"glied". Er forderte, neben der Wiedereinführung der Todesstrafe, in den 70er Jahren , das muss wohl ein ebensolch' heißer Sommer gewesen sein. ein Pornographie-Verbot. Dieser Antrag wurde von Herbert Wehner (SPD) im Bundestag mit dem Zwischenruf bedacht: "Glied ab!"

    Also bevor hier auf Republikaner-Niveau gestammtischt wird - auch in UK gibt es eine saure Gurkenzeit und das Ungeheuer vom "Loch ness" geht wegen des Privatfernsehens auf Tauchstation. Gruseliges gibt es jedoch genug. Stellt euch einmal eine Reklame für Lederklamotten mit den Katczynski-Brüdern als Models vor! Da nimmt selbst der Papst Boxunterricht.

    Groetjes van Stephan
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#2 hwAnonym
  • 07.08.2006, 20:31h
  • @ saltgay

    schön, nutzen wir das sommerloch, dass
    wehners 100 geburtstag vor kurzem, auch hier nicht spurlos vorübergeht. fischer war dagegen ein waisenknabe, herbert wehner (1906-1990) hält den rekord im deutschen bundestag. insgesamt bekam er 56 ordnungsrufe.

    " Mann, hampeln Sie doch nicht so herum. Sie sind doch Geschäftsführer und
    nicht Geschwätzführer." (Herbert Wehner)

    "Sie verwechseln wohl den Bundestag mit der Oktoberwies'n, Sie Flaschenkopf."
    (Zwischenruf während einer Rede)

    "Sie Übelkrähe!"
    (zum Abgeordneten Jürgen Wohlrabe, CDU)

    "Der mit den Ohren."
    (über Hans-Dietrich Genscher, FDP)

    "Das war schon Quatsch. Und das hier ist noch viel Quätscher."
    (zu einem Fernsehreporter)

    "Ich bin ein Beschnittener."
    (zu Friedrich Nowottny, nachdem in dessen "Bericht aus Bonn" ein Interview mit Herbert
    Wehner gekürzt worden war)

    "Ich war auf dem Klo."
    (auf die Frage, wo Wehner war, als das Ergebnis des Misstrauensvotums gegen Bundeskanzler Willy Brandt bekannt gegeben wurde)

    "Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen."
    (Wehner, als während seiner Rede ein paar CDU-Abgeordnete aus Protest den Saal verließen)

    "Ich weiß nichts und Sie wissen gar nichts!"
    (zu Ernst-Dieter Lueg, den Wehner gern als "Herrn Lüg" bezeichnete)

    "Terroristen, aus welchen Gründen auch immer, ob sie ihre Akte als rechts oder links bezeichnen. Sie sind immer Zutreiber und manchmal bewußte Zuhälter der Reaktion."

    Herbert, Wehner (1926):
    „Der Wähler legalisiert die Handlungen, die später gegen ihn unternommen werden.“


    "Es ist besser, als ein Wolf zu sterben, denn als ein Hund zu leben."


    "Aus Erfahrungen lernen und nicht verzweifeln; im Streit der Meinungen und Interessen nicht die Auffassungen annehmen und versteinern lassen, als seien die Irrtümer der einen Seite die Rechtfertigung der anderen."
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#3 ibuensnetAnonym
  • 07.08.2006, 22:59h
  • Der Wehner wird mir auf diese Weise durchaus sympathisch, posthum. Zur Sache sagen darf ich nichts, das würde und wurde immer gelöscht. Den Artikel gelesen habend, denke ich mir meinen Teil.
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#4 stefAnonym
  • 08.08.2006, 02:08h
  • *treu und glauben*
    => es geht hier doch nicht um die frage einer mitverantwortung für den eingetretenen "erfolg" (strafrechtlich gesprochen), also der gefährlichen körperverletzung (hiv-infektion), sondern um die frage, wie strafrechtlich zu bewerten ist, dass jmd. seine hiv-infektion kennt und dennoch ungeschützten sex mit jmd. unbekannten hiv-status hat.

    in einer solchen konstellation liegt mindestens versuchte gefährliche körperverletzung vor (und zwar mit eventualvorsatz, weil der erfolgseintritt billigend in kauf genommen wird).
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#5 AdrianAhlhausAnonym
  • 08.08.2006, 12:09h
  • Dachte eigentlich das alles klar ist mit der rechtlichen Beurteilung von wissentlich ungeschütztem Geschlechtsverkehr trotz HIV-Infektion. Dazu gab es vor Monaten hier bei Queer eine extrem lange Diskussion mit über 100 Beiträgen.
    Die Rechtslage ist eindeutig: Der Straftatbestand der schweren Körperverletzung ist gegeben, die alleinige Verantwortung trägt der Infizierte und jede 'Einwilligung' zu Sex mit dem hohen Risiko durch HIV infiziert zu werden ist ungültig.
    Bis zu 10 Jahre Haft sind im deutschen Recht möglich.
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#6 No E-PatentsAnonym
  • 08.08.2006, 17:00h
  • Worauf ich an dieser Stelle und in anbetracht eines Urteiles mit diesem Hintergrund noch einmal hinweisen möchte ist folgendes:

    Jetz geht sicher wieder bei einigen Herrendamen das Geschrei nach einem Gesetzlichen "Verbot" los.

    Was aber, in anbetracht der rechtlichen möglichkeiten, sehr schwer zu kontrollieren sein dürfte.

    Obwohl das Leben eines Teils der Bevölkerung durch eindeutig GG-Widrige gesetzgebung beschnitten wird.

    Ich möchte an dieser Stelle nur warnen, das dieser Artikel genau dahin führt, wo bei jedem echten demokraten die alarmglocken schrillen.

    Ansonsten hätte man den Infizierten auch mit verurteilen müssen, nur leider gibt es noch nicht den straftatsbestand der blödheit....
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#7 Michael44Anonym
  • 08.08.2006, 18:37h
  • Hallo!
    Ich find es immer wieder der Hammer, wie Menschen, die auf solche Art und Weise infiziert werden, als BLÖD dargestellt werden. Blöd ist jemand, der mit einem Fremden ungeschützt Sex hat, keine Frage. Aber: Wenn jemand wie ich in einer langjährigen, treuen Beziehung lebt und wir uns nach Monaten Sex mit Gummi nach gemeinsamen AIDS-Tests für den Sex OHNE entschieden haben, ist das sicherlich keine Blödheit. Wenn mich mein Partner dann betrügen würde, von seiner Infektion wüsste und mit mir ungeschützen Sex hat und mich ansteckt, dann ist das Körperverletzung - und nicht meine Blödheit. Wenn er mir ein Messer in den Rücken rammen würde, bin ich ja auch nicht selber Schuld, weil ich eins in der Schublade liegen hatte, um mein Brötchen zu schmieren.

    Und in dem obigen Beitrag geht es um eine Ansteckung von seinem Partner.

    Wer hier schreibt, der Betroffene wäre selber schuld und blöd, wird selber nicht viel verantwortungsbewusster sein als der Verurteilte hier.
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#8 SvenAnonym
  • 09.08.2006, 10:05h
  • Sagt euch eigentlich die Stadt London etwas? Meines Wissens liegt die nicht in Deutschland! Nicht nur bei den Kommentaren zu diesem Artikel wird immer wieder deutsches Recht als Grundlage für das fundierte Halb- und Nichtwissen der Leser herangenommen. Das deutsche Recht gilt halt nur in Deutschland!!! Also belasst es auch hier und übertragt es nicht auf andere Länder!
    Dass die Taten nicht ungesühnt bleiben sollen, ist ein anderes Thema - aber eben nicht nach deutschem Recht urteilen, bitte!
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