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Kommentar zum Fernsehinterview des Papstes.

von Jürgen Friedenberg

Für Katholiken ist das keine Frage: Für sie ist der Papst der "Heilige Vater", und so reden sie ihn auch an. In Ordnung. Wie aber spricht man den Papst an, wenn man ihm als Oberhaupt der Katholischen Kirche und Regenten des Vatikanstaates zwar Respekt zollt, ihn aber ganz und gar nicht als "heilig" empfindet? Da ist guter Rat teuer, denn die protokollarisch vorgegebenen Anrede "Heiliger Vater" und - noch stärker - "Eure Heiligkeit" enthält genau genommen ein Glaubensbekenntnis, das man Andersglaubenden nicht abverlangen darf.

Auf der unteren Ebene der Kirchenhierarchie ist die Entwicklung – weg von der überkommenen Etikette und hin zur persönlichen Anrede – weiter fortgeschritten: statt "Hochwürden" heißt es schlicht "Herr Pfarrer" und kaum ein Kirchenfürst lässt sich hierzulande noch mit "Eminenz" titulieren, sondern eben als Bischof oder Kardinal samt Namen ansprechen. Höchste Zeit, dass sich der Vatikan für den Papst eine neue Anredeformel einfallen lässt, die den internationalen protokollarischen Gepflogenheiten Rechnung trägt, aber schon in der Wortwahl die Glaubensfreiheit der Gesprächspartner achtet.

Wenn – wie beim jüngsten Fernsehinterview der ARD zu beobachten war - Journalisten den Papst als "Heiligen Vater" anreden und sich damit der katholischen Kirchentradition bedenkenlos beugen, geben sie womöglich einen Teil ihrer geistigen Unabhängigkeit preis, die für solch ein anspruchsvolles Gespräch aber unerlässlich ist. Die Kollegen wirkten jedenfalls ein bisschen befangen. Ihren Fragen fehlte der Biss.

Am weitesten wagte sich noch – erstaunlich! - der Vertreter von Radio Vatikan vor, der die Themen Homo-Ehe, Aids, Verhütung und Abtreibung ansprach. Allerdings fehlte dann das kritische Hinterfragen, nachdem der Papst lediglich sein Bekenntnis zur Ehe, "zum beglückenden Ineinander von Mann und Frau und dann als Familie", wiederholte, die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aber mit keinem Wort erwähnte. Trotzdem: ein sehenswertes Interview, bei dem der Interviewte den Interviewern die Schau stahl.

14. August 2006



13 Kommentare

#1 hwAnonym
  • 14.08.2006, 17:21h
  • Capo di tutti Capi,

    Politisch betrachtet ist die Mafia eine Ausprägung rechtskonservativen Denkens, mit einer sehr starken Einschränkung der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und der freien Marktwirtschaft. Aus dieser politischen Positionierung infiltriert die Mafia insbesondere Parteien des rechten und moderaten Spektrums. Ihr klassischer politischer Gegner sind linke Parteien, linke Gewerkschaften, aber auch zum Teil liberale Bewegungen und Unternehmerverbände. Einfach gesagt sind der Mafia alle Bewegungen entgegengesetzt, deren gemeinsames Interesse die transparente und soziale Gestaltung staatlicher Verhältnisse ist.
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#2 alfAnonym
  • 14.08.2006, 17:23h
  • Alle Fragen mussten vorher schriftlich eingereicht werden und sicherlich fand das Iinterview nicht ohne Grund unter Führung des Bayerischen Fernsehens statt. Eigentlich fehlte vom ZDF nur noch Peter Hahne aber Kerner hätte es auch getan...
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#3 hwAnonym
  • 14.08.2006, 17:34h
  • @ alf

    stimmt, aber hahne ist für neuerweckte
    wasp-karrikaturen hierzulande, kreativ-intelligenzler und die nicht-römischen
    christlichen bushisten mit charsmatischen
    anwandlungen zuständig, bis hin zu geldgeilen mennoniten. ebenso wie für
    alle "israel-freunde", die das stückchen land für ihre armageddon-wichs-vorlage brauchen. klingt lustig, isses aber nicht.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23322/1.html
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#4 SvenAnonym
  • 14.08.2006, 18:23h
  • Hey Benedikt! Geh in den nächsten Sexshop, kauf Dir da einen schönen großen Dildo uns setz Dich drauf, dann wir Dir leichter ums Herz.

    Denn gesegnet sind die geistig armen. Zu denen Du ja auch gehörst!
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#5 SAMAnonym
  • 14.08.2006, 19:12h
  • @4: Immerhin scheinst du ja auch nicht im geiste recih bedacht zu sein, so daß ihr euch am besten zusammen drauf setzt. Denn dann ist euer beide das Himmelreich!

    Im großen ist der Kommentar ganz gut, nur dieses sich stoßen an dem Titel ist mehr als Lächerlich!!!! Weder verneigt man sich unter einem katholischen Verständnis , noch sonst etwas. Wer nicht will muß den Papst nicht anreden. Zudem ist sein Titel Bischof von Rom und der gesamten Kirche. Man sollte sich wohl weniger mit dem Titel auseinandersetzen, als mit der Person und seinen Ansichten! Den Dalai Lama redet man auch mit Dalai Lama an und selbst sein Heiligkeit den Papst der koptischen ägyptischen Christen wird sein Titel von den " nicht militannten " Muslims nicht verwehrt, weil es sein Titel von Amts wegen ist! Übrignes ist der Papst für vile Katholiken nicht DER heilge Vater nur weil ihn kirchenprotekollarisch dieser Titel zusteht!

    Zu diskutieren sind seine Anschauuungen
    und das ist wohl wichtiger als ein Titel!
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#6 DannyAnonym
  • 14.08.2006, 22:54h
  • "Am weitesten wagte sich noch – erstaunlich! - der Vertreter von Radio Vatikan vor, der die Themen Homo-Ehe, Aids, Verhütung und Abtreibung ansprach. Allerdings fehlte dann das kritische Hinterfragen, nachdem der Papst lediglich sein Bekenntnis zur Ehe, "zum beglückenden Ineinander von Mann und Frau und dann als Familie", wiederholte, die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aber mit keinem Wort erwähnte."

    War doch klar! Das war der Stichwortgeber, der es ermöglichte die vorformulierten Antworten zu diesen Themen loszuwerden.

    Das war eine der schwärzesten Stunden des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Ich habe selten Journalisten gesehen, die so unkritisch und ohne jede Nachfrage interviewten. Die so zahm jedes interessante Thema umschifften und so kritiklos Aussagen wie "Kondome sind an AIDS schuld" hinnahmen. Sie haben damit diesen Schwachsinn als richtig dargestellt und jedes journalistische Berufsethos über Bord geworfen.

    Da kämpfen Leute jahrelang um Aufklärung um Menschenleben zu retten und dann macht das öffentlich-rechtliche Fernsehen dies mit einer einzigen Sendung zunichte, indem sie die Aussage stehen lassen, Kondome würden nicht vor AIDS schützen, sondern seien der Grund dafür. Wie kann ausgerechnet das öffentlich-rechtliche Fernsehen so agieren? Die machen sich mitschuldig!
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#7 www0815Anonym
  • 14.08.2006, 23:16h
  • Katholisch bin ich nicht und den Papst mag ich auch nicht.
    Dennoch hat er als Papst eigentlich zu mindest aktuell keine Möglichkeit Homosexualität zu akzeptieren, wenn es jahrhundertelang verteufelt wurde. Das kann er, selbst wenn er wollte, nicht so schlagartig ändern, das würde die Glaubwürdigkeit komplett in Frage stellen.
    Deswegen finde ich es sogar "gut" (wie gesagt man beachte die Anführungszeichen), dass er einfach nichts mehr zur Homo-Ehe gesagt hat, denn mehr kann er momentan wirklich nicht machen.
    Schauen wir uns das beim Vatikan doch mal an. Das ist "besserer" Karneval, mehr nicht und die Katholiken brauchen das!
    Ich glaube, dass der Ratzinger gar nicht mal so blöd ist, die wissen genau, dass das alles Unsinn ist und wissen ganz genau, dass in ihren eigenen Reihen einige schwul sind, genauso wissen sie auch, dass einige Pfarrer Kinder haben, die auch bezahlt werden. Aber man schweigt lieber drüber und gibt den Leuten was sie wollen. Schaut doch mal die an, die auf den Petersplatz kommen, die WOLLEN das. Also gibt der Papst ihnen, was sie brauchen, das ist auch nicht das Dümmste!
    Außerdem bei Licht besehen, ist seine Macht relativ beschränkt (Gott sei Dank ;) ).
    Überlegt mal, die Kirche hat 350 Jahre (!!!) gebraucht (nach dem Tod von Galilei, der Entdeckung der Atome, das Innere Verständnis der DNS, ja sogar das Alter des Universums kannte man schon), um zu kapieren, dass die Erde ein Rotationsellipsoid ist. Nur um (offiziell) zu akzeptieren , dass die Erde keine Scheibe ist. Da glaubt ihr doch nicht wirklich, dass die innerhalb von 50-100 Jahren Homosexualität akzeptieren. Unterhalten wir uns im Jahre 2200 wieder darüber, bis dahin sind auch die soweit.
    Und so lange hilft nur eins: Austreten oder sich einer anderen Kirche anschließen.
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#8 JürgenAnonym
  • 14.08.2006, 23:27h
  • Nun, ich habe mir das Interview von Benedikt XVI angschaut.
    Mußte festellen, das auf die gestellten Fragen der TV-Jounalisten keine richtigen Antworten vom Papst kamen. Man hatte sehr wohl Gefühl gehabt, man redet aneinander vorbei. Geschweige, hat überhaupt einer der Zuschauer verstanden, was er überhaupt meinte?
    Sicher, wenn man genauer hinter den Zeilen des Papstes schaute, war (wie nicht anderes zu erwarten) gegenüber das Thema Familie und Homosexualität schon das Wort Strafe, bzw. Verbot zu hören. Man fragt sich warum wird man für Liebe unter Menschen bestraft und kriminelle Attentäter werden einfach so mit Herz gut verheißt.

    Auch über das Thema AIDS hatte er gleich gesetzt mit Seuchen, die man nur besiegen könne, wenn man nicht Kondome (ein Industrielles Instrument), sondern mit der Vernunft des Glaubens. Anscheinend weiß er wohl nicht, wie man sich anstecken kann.

    Ich denke mir, das seit der Fernsehausstrahlung nicht nur die schwule Community, sondern viele andere Gruppen sehr kritisch gegen die Papst - Äußerungen sich zur wehr setzten werden.

    Für mich hatte das komplette Interview keine neuen Erkenntnisse gebracht.
    Da stimmt doch wohl was mit dem Denken und der Menschlichkeit nicht, was uns immer vorgepredtigt wird.

    Sicher, eine Antwort war sehr Glaubhaft, geschweige Überzeugender, als er zum Ende meinte für den Papst nicht gewachsen zu sein. Da fragt man sich schon, warum wird nicht ein "glaubhafter" Papst, wie es sein Vorgänger war, zu so einem Amt bestimmt. Das wäre sicherlich besser für den Glauben und das Image der katholischen Kirche gewesen.
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#9 markuskrefeld
  • 15.08.2006, 17:14h
  • Wenn der Papst mal gegenüber der gesamten Christenwelt so hart und ungnädig wäre!
    Denn, gerade einige Konservative Parteien in Europa, die das Wort Christlich in ihrem Parteinamen führen sind zu 2/3 nicht Christlich gesinnt, während der überwiegende Teil von uns Homosexuellen sich dem Christentum bekennend verhalten und so leben!
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#10 antosAnonym
  • 15.08.2006, 19:05h
  • @ Markus2/

    "...während der überwiegende Teil von uns Homosexuellen sich dem Christentum bekennend verhalten und so leben!"

    Stets alle Backen hinhaltend, oder was? Wo hast du denn DAS her?
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