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  • 21. August 2006, noch kein Kommentar

Mit der 2CD "Back to Basics" meldet sich Amerikas größtes Pop-Luder zurück. Mit dem neuen Werk gibt es die Image-Korrektur.

Von Jan Gebauer

Zuerst Teenie-Lolita mit dem Genie in einer Flasche, dann Pop-Flittchen, das sich im knappen Höschen im Ring richtig "Dirrty" macht und nun Hochglanz-Lady mit 50er-Jahre-Chic? Leidet Christina Aguilera etwa an einer gespaltenen Persönlichkeit? Nein, im Musikgeschäft nennt man das Entwicklung, Reifeprozess oder alter Wein in neuen Schläuchen. Genug der Gehässigkeiten, denn Frau Aguilera ist dank ihrer umwerfenden Stimme, ihrer starken Persönlichkeit und den richtigen Musikern und Songwritern durchaus in der Lage dem Ganzen einen überzeugenden Stempel aufzudrücken. Immerhin sind nun vier Jahre seit dem letzten Album "Stripped" ins Land gegangen, da kann man vom neuen Werk auch einiges erwarten.

Aguilera besinnt sich auf ihre Wurzeln, auf jene Musik, die ihr laut eigener Aussage immer mehr lag, als jeglicher Teenie-Pop, mit dem sie ab 1999 für millionenschwere Umsätze sorgte. Funk, Soul, Bar-Jazz – Etta James, James Brown, Gladys Knight – die Zitate werden insbesondere auf der spannenden zweiten CD von "Back to Basics" vortrefflich ausgespielt. Zwar weiß die Aguilera manchmal nicht, wann es besser wäre, die Oktaven nicht allzu sehr zu strapazieren, aber beeindruckend ist ihre Stimmakrobatik allemal. Nicht minder beachtlich: Aguilera ist ausführende Produzentin der Doppel-CD und wird bei allen Songs als Co-Autorin geführt.

Besonders die rauchigen, bluesigen Nummern wie "Nasty Naughty Boy" oder "I Got Trouble" (mächtig auf Bessie Smith getrimmt) zeigen die Sängerin in einem ganz neuen Licht. Kein Wunder: Auf der zweiten CD bekam Aguilera wie schon bei "Stripped" Unterstützung von ihrer offen lesbischen Freundin Linda Perry (Ex-Four-Non-Blondes). Dank deren Hilfe reiht sich eine Perle an die andere. Die eindringliche Ballade "Hurt" zum Beispiel überzeugt durch eine ruhige Piano-Melodie und den ergreifenden Gesang Aguileras.

Der einzige richtige Ausfall befindet sich dann interessanterweise auf der ersten CD: "Thank You (Dedicated to Fans)" enthält lauter auf ein Band gesprochene Lobeshymnen von ihren Fans. Pathetischer geht es wirklich nicht mehr. Vom Cover und den Fotos im Booklet sollte man sich letztendlich ebenfalls nicht täuschen lassen: Auch wenn die Aguilera nun als verheiratete Lady im edlen Dress daherkommt und sexy auf Jean Harlow macht, ein bisschen "Bitch" scheint doch hervor. Nur ist die Sängerin nun "Dirrty" im Detail! Das macht sie wieder sympathisch und glaubhafter als jede Britney Spears dieser Welt.

Das Album steht aktuell auf Platz eins der deutschen Alben-Charts!

21. August 2006