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Berlin (queer.de) - Das Frauenmagazin "Emma" kritisiert das in Berlin geplante Homo-Mahnmal, das im kommenden Jahr gebaut werden soll. "Der Entwurf des Denkmals für die homosexuellen Opfer in der NS-Zeit muss ergänzt werden: um die lesbischen Opfer", schreibt die Zeitschrift in ihrer neuesten Ausgabe. Bereits vor sieben Monaten war der Entwurf des dänisch-norwegischen Künstlerduos Michael Elmgreen und Ingar Dragset ausgewählt worden (siehe queer.de-Artikel) - damals noch ohne jeglichen Protest, obwohl die Presse ausführlich über das Denkmal berichtete. Es soll in der Form Peter Eisermans Stätte für die ermordeten Juden ähneln. Stelen sollen dem Entwurf zufolge schräg emporragen und zusammenstehen wie in einer Art Haus. Durch ein schräg eingeschnittenes Loch soll man hineinblicken können und ein projiziertes Schwarzweiß-Filmbild einer Kussszene zwischen zwei Männern sehen. Im Internet ruft "Emma" nun zum Widerstand auf. Der Text der Unterschriftenaktion: "Ich protestiere dagegen, dass das geplante Homo-Denkmal in Berlin ausschließlich männliche Homosexuelle zeigt und fordere, dass auch die weiblichen Homosexuellen angemessen berücksichtigt werden."
Klaus Wowereit und Hella von Sinnen unterstützen Aktion
Mehrere Prominente haben bereits unterzeichnet, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Frauensenator Harald Wolf (Linke), Grünenfraktionschefin Renate Künast, Comiczeichner Ralf König, Schauspielerin Ulrike Folkerts und Comedian Hella von Sinnen. Auch Volker Beck, den die "Emma" als "grünen Homosexuellen vom Dienst" bezeichnet, sagte gegenüber dem Magazin, er befürworte auch, hier "nachzuarbeiten". Der "Lesbenring" sei dagegen dafür, das "Schwulendenkmal" so zu bauen, wie es der Entwurf vorsieht. Am Montag lädt der LSVD in Berlin-Kreuzberg zu einer offenen Diskussion über das Denkmal ein (Mehr Infos hier). (dk)



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.

37 Kommentare

#1 madridEUAnonym
  • 25.08.2006, 13:20h
  • Herrschaftsanspruch also auch bei männlichen Homosexuellen ? "Emma" hat recht, denn auch ich wäre selber nicht drauf gekommen. Die mir sehr sympathische Alice Schwarzer möge es mir verzeihen !
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#2 TanjaAnonym
  • 25.08.2006, 13:45h
  • Weiß jemand wieviele lesbische Frauen im KZ waren und den Rosa Winkel trugen? Ich lese immer nur etwas von 15000 Schwulen.

    Wo findet man die Zahl der Lesben? Steht auch nicht in Eurem Artikel.
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#3 joshAnonym
  • 25.08.2006, 14:18h
  • ich kenn den entwurf nicht, aber das es ein gemeinsames denkmal sein soll ist doch klar.

    @tanja:
    auch die zahl von 15000 ist viel zu niedrig, denn sonsten hätten die nazis ja viele nicht behelligt, aber ich vermute es war nach dem krieg einfacher sich nicht mit den toten schwulen und lesben zu beschäftigen, wenn man die zahlen klein hält oder gar ganz verschweigt.
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#4 HobbelAnonym
  • 25.08.2006, 15:30h
  • zum Thema Lesben in KZs:
    die galten nicht als "homosexuell" und bekamen daher auch nicht den Rosa Winkel, sondern den schwarzen, also waren sie offiziell asozial und nicht homosexuell. Aber ihre Anzahl ist auch massivst niedriger als die der Männer, da Lesben generell nicht so sehr aufstoßen bei Männern.
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#5 TheoAnonym
  • 25.08.2006, 15:57h
  • Auch wenn es vielleicht die Harmonie stört.

    Meines Wissens gibt es keine historischen Belege für eine nationalsozialistische Verfolgung von Lesben. Es gib ja einige historischen Werke (Jelloneck, Lautmann u.a.). Keine Belege dafür, dass die Nazis homosexuelle Frauen in KZs verschleppt haben.

    Wenn jemand etwas anderes weiß, soll er das hier schreiben. In dem Artikel der EMMA wird auch kein Beleg geliefert oder auch nur behauptet.

    Wo ist also der Skandal zur etwas verspäteten Skandalisierung?
    Das Politiker sich - ohne Ahnung - für diese Aufgeregtheit hergeben, ist mir ein Rätsel, Herr Wowereit, Beck, Wolf und Frau Künast!
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#6 MichaAnonym
#7 RalphAnonym
  • 25.08.2006, 17:12h
  • Ergänzend zu den genannten links 2 Seiten zum Thema Lesben, die ich sehr empfehle. Die 2. Seite ist weiterführend

    www.hin-zu-den-lesben.de/Interessantes/lesb3reich.htm

    lesben.org/historisches.htm

    Zum Thema Schwule und Nazis: Es sind zwischen 80.000 und 100.000 Schwule in die Mühlen der Nazi-Justiz gekommen. Ca. 50.000 sind unmittelbar oder mittelbar umgekommen. Einige konnte aus den KZs entlassen werden, indem sie sich "freiwillig" kastrieren ließen.

    In Nürnberg gibt es ca. halbjährlich eine Führung "Homosexuelle unter dem Hakenkreuz – Nürnberger Spuren der Verfolgung", die von Fliederlich e.V. und Geshcichte für Alle e.V. durchgeführt werden.

    Wie sehr die Heterorestgesellschaft an einer Aufklärung interessiert ist, zeigt das Beispiel Hamburgs, dass vor kurzem erst aus Platzgründen die Akten von betroffenen Homosexuellen vernichtet hat.

    Ähnlich war das vor knapp 20 Jahren, als die Organisation der ehem. Gefangenen Dachaus (CID) verhindert hatte, dass ein Gedenkstein auf dem Gelände aufgestellt wird. Der Leiter vom CID meinte damals, dass doch die Homos zurecht im KZ gewesen seien, weil die doch echte Verbrecher sind... Der Stein wurde dann auf dem Gelände der evang. Kirche aufgestellt und hat inzwischen – wohl auch aufgrund des Ablebens der meisten ehem. Gefangenen – seinen Platz bei den anderen Gedenktafeln auf dem offiziellen Gelände gefunden.
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#8 DanielAnonym
  • 25.08.2006, 17:17h
  • Klar haben auch Lesben unter den Nazis gelitten, jedoch wahren es vor allem die Schwulen die da ums leben gekommen sind. Lesbische Liebe hat viele garnicht interessiert.

    Desweiteren war es nie verboten.

    Ich muss (ohne diskriminieren zu wollen) sagen, dass Schwule es immer schwerer hatten..... auch nach den Nazis!

    Aber schön, dass Frau Schwarzer es JETZT einfällt, der Entwurf ist schon so lange in der Welt. Vielleicht nächstes Mal einfach eher drauf kommen.
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#9 HutterAnonym
  • 25.08.2006, 17:18h
  • Hutter: "Zukünftiger Forschung wird es vorbehalten bleiben, aus dieser Menge die wenigen Frauen herauszufiltern, die vielleicht als homosexuell oder lesbisch gekennzeichnet sind."

    und nun?
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#10 ASFAnonym
  • 25.08.2006, 17:20h
  • "Die bestehende lesbische Kultur wurde von den Nationalsozialisten zerschlagen, das hart umkämpfte selbstbewußte Selbstverständnis zerstört. Lesben verschwanden vom nächtlichen Parkett und aus dem Straßenbild. Zeitschriften wie "Die Freundin" konnten nur bis 1933 erscheinen, Lokale wurden geschlossen. Sicherheit gewährleisteten einzig Unauffälligkeit und Verleugnung der eigenen Identität und nicht selten Scheinehen mit Freunden; Unsichtbarkeit als Überlebensgarantie."
    also keine Verfolgung und Ermordung, oder?
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