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Am 2. September kommt es zur dritten Auflage des Leder- und Fetisch-Events in Berlin.

Von Carsten Weidemann

Leder, Masken, Lack, Gummi, und Ketten bestimmen am 2. September wieder das Bild in der Schöneberger Fuggerstraße, mitten in Berlins "Rosa Dreieck", dem Viertel mit unzähligen Schwulen-Bars, Cafés und Clubs. In diesem Jahr werden 15.000 bis 20.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt auf dem Straßenfest in Berlin-Schöneberg erwartet. Der Event hat sich innerhalb von drei Jahren zum größten seiner Art in Europa entwickelt. Höhepunkte neben dem Straßenfest, auf dem sich u. a. Vereine und Gruppen präsentieren, werden die Partys "Perverts 010906" und "Pig" sein. "Perverts 010906" wird im Szeneviertel Berlin-Prenzlauer Berg im Umspannwerk veranstaltet. Am Samstagabend werden die Kerle nach dem Straßenfest dann in die Maschinenhalle zur "Pig" pilgern. Die Location hatte im letzten Jahr fast 2.000 Besucher angezogen. Außerdem bekam der Folsom Europe in diesem Jahr bereits einen Preis: Mitte Februar 2006 wurde dem Event im Leather Archives & Museum (LA&M) in Chicago der Pantheon Award verliehen. Über 500 Frauen und Männer wurden für ihr Engagement in der Lederszene nominiert und Preise in 28 Kategorien verliehen.

Wie in den letzten beiden Jahren sollen auch in diesem Jahr die Kindertagesstätte Kita Fuggerstraße e.V. in Berlin mit den Einnahmen aus dem Folsom Europe unterstützt werden. Die Kita ist eine private Initiative, die HIV-infizierte und an Aids erkrankte Kinder betreut. Insgesamt konnten in den letzten Jahren fast 15.000 Euro verteilt werden. Darüber hinaus soll das Projekt der Immunologischen Tagesklinik, "Aids in der Ukraine", der Patenschaftsfonds bei der Aids-Seelsorge in Hamburg, der Kindergarten Nesthäkchen (Berlin) und Mann-O-Meter e.V. (Berlin) mit Geldern unterstützt werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit schreibt wie im letzten Jahr ein Grußwort für das Leder- und Fetischfest. Im letzten Jahr hatte ein ähnliches Grußwort Wowereits noch heftige Kritik von Seiten der CDU und sogar der Lesben- und Schwulen in der Union (LSU) hervorgerufen. "Nach der Diskussion konnte ich gar nicht anders, als wieder ein Grußwort zu schreiben", so Wowereit. Auch in diesem Jahr gibt es wieder Kritik, die allerdings insgesamt weniger aggressiv ausfällt. "Da, wo Brutalität und Verrohung im Umgang zwischen Menschen zum Gegenstand öffentlicher Darstellung wird, ist das Ende der Liberalität erreicht", sagte CDU-Generalsekretär Frank Henkel zum "Tagesspiegel". Auch FDP-Spitzenkandidat Martin Lindner würde kein Grußwort schreiben. Er sehe darin allerdings im Gegensatz zu Wowereits "Versagen" in der Wirtschafts- und Bildungspolitik "kein Problem". Die Berlin Tourismus Marketing (BTM) unterstützt den Folsom Europe als Werbung für ein tolerantes und weltoffenes Berlin.

25. August 2006