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Berlin (queer.de) - Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat sich in einer Pressemitteilung vorsichtig für eine "weitere inhaltliche Konturierung" des Berliner Mahnmals für homosexuelle NS-Opfer ausgesprochen. Der vor über einem halben Jahr von einer Jury ausgewählte Entwurf war erst vor wenigen Tagen durch einen Artikel in der Frauenzeitschrift "Emma" in die Kritik geraten, weil er nur ein Bild von einem Männerpaar enthält und keine Lesben zeigt (queer.de berichtete). "Das Konzept von Elmgreen und Dragset leistet eine künstlerisch beeindruckende Annäherung an die Aufgabenstellung", schreibt nun der LSVD, schränkt aber ein: "Gleichwohl halten wir eine weitere inhaltliche Konturierung für notwendig, um auch Lesben sichtbar in die Gestaltung des Gedenkortes einzubeziehen."
"Nur der Kuss unter Männern war strafbar"
Das Denkmal solle "keinen Lesben ausschließenden Charakter" bekommen, argumentiert der Verband, allerdings sei die "Verfolgung aufgrund der Homosexualität mit Gefahr für Freiheit, Leib und Leben ... im Nationalsozialismus auf homosexuelle Männer konzentriert" gewesen. Lesbische Beziehungen seien dagegen nicht strafrechtlich verfolgt worden, jedoch habe die Homosexualität inhaftierter Frauen eine verschärfte Bedrohung bedeutet. Die Unterscheidung der Verfolgung Schwuler und Lesben müsste nach Ansicht des LSVD auch im Mahnmal seinen Widerhall finden. (dk)

Heute Abend findet ab 20 Uhr in Berlin-Kreuzberg (NGBK, Oranienstr. 25) eine öffentliche Diskussion über das Denkmal statt (Mehr Infos hier).



Berlin: Kranzniederlegung für homosexuelle Nazi-Opfer

Der LSVD und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden am 27. Januar zu einer Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten ein.
#1 RobinAnonym
  • 28.08.2006, 15:16h
  • Ich finde das Mahnmal eh furchtbar, da es das Schwule schön im Inneren versteckt, damit es nur dann sichtbar wird, wenn man auch reinsieht, aber bloß niemanden sonst belästigt!

    Das sollte nach Außen sichtbar sein und nicht so versteckt werden, wie sich Schwule damals verstecken mussten!

    Dieses Mahnmal führt das Verstecken weiter...
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#2 SvenAnonym
  • 28.08.2006, 16:33h
  • Na, los dann noch ein Lesben-Denkmal!

    Jeder Opfergruppe ein Denkmal, nach Zahl der Toten, das ist toll!
    (Achtung Zynismus!)
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#3 rangerAnonym
  • 28.08.2006, 17:36h
  • @ Sven

    du hast recht.

    Ich habe den Eindruck, dass das Ganze ein Wettkampf für Lobbyistengruppen geworden ist. Wer kann für "seine" Opfergruppe den besten Platz für ein Denkmal durchsetzen und wer ist am schnellsten.
    Insofern finde ich es nicht gut, dass ein Mahnmal nur für die ermordeten Juden gebaut worden ist. Damit könnte doch eine Hierarchie der Opfer erzeugt werden - je nach Standort der jeweiligen Denkmäler.
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#4 hwAnonym
#5 SvenAnonym
  • 28.08.2006, 20:20h
  • Nicht nur Standort, sondern auch Größe nach Opferzahl.
    Wenn man sich mal die Diskussionen um die Denkmäler für die Zigeuner ins Gedächtnis ruft. Die wollten mindestens genauso viel Platz wie die Juden. Dann noch der Streit zwischen Sinti und Roma und noch ein paar andere Gruppen.

    Am besten für jedes einzelne Opfer ein Denkmal!

    Ich finde es traurig und doch zeigt es wieder den Erfolg der Nazis: Schwule, Lesben, Juden, Christen, Sinti, Roma, Kommunisten usw. alle kämpfen gegeneinander anstatt miteinander.

    Wir sollten der Opfer gedenken und nicht nach anderen Opfer treten (wie es leider bisher alle Opferverbände taten). Wichtig ist aber nicht nur das Gedenken, sondern vorallem das Verhindern einer neuerlichen Unterdrückung und Verfolgung.

    Aber das ist mal wieder typischer Kapitalismus, jeder für sich selbst und immer ein Aufrechnen alles zählbaren.
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#6 hwAnonym
  • 28.08.2006, 23:32h
  • @ sven

    ...ja und stell dir vor , der irre in teheran kommt noch auf die idee, für die palästinensischen Todesopfer der Vertreibung bei der jüdischen Besiedlung Palästinas, Berlin als Ausgangspunkt zu nehmen um einen Obelisken mit arabischer Schrift neben dem Fernsehturm
    aufzustellen....
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#7 seb1983
  • 29.08.2006, 12:19h
  • Ein Denkmal für alle Opfer mit einer Tafel auf denen diese Gruppen genannt werden, und zwar unabhängig von der Opferzahl, wäre auf jeden Fall der bessere weg, sonst haben wir bald eine Inflation an Denkmälern, es fehlen z. B. noch Arbeitsunwille oder Menschen mit Behinderung (oder haben die keine Lobby....)

    Am Ende stellen sich eh wieder nur LSVD und jetzt wohl auch die Emma hin und verkünden: "Guckt mal was wir tolles für euch erreicht haben. (und es ist vieeeel größer als das Denkmal für Zigeuner)"
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#8 hwAnonym
  • 29.08.2006, 16:25h
  • @ seb1983

    dein grundgefühl bei deinem geadanken kann ich gut nachvollziehen.
    schön find ich auch, dass wahrgenommen
    wird, dass der "neue reichstag" kein denkmal für die opfer eines krieges, der de facto von da aus ging, ist.
    wär ja zu schön, ist vielleicht auch gut so,
    wegen der neuen kriege, neusprech: "friedensmissionen".

    ohne lobby ? du meinst euthanasie-opfer ?
    da ist in unserem ort gerade ein geschichtsleistungskurs dran, interessant zu beobachten, wer sich wie windet.
    der mörderischen verfolgung der sexuellen
    orientierung wegen (aller), gesondert zu gedenken find ich in ordnung. rasse betrifft alle, sex. orientierung auch.
    beim gedenken an politische opfer ist zu befürchten, dass das gedenken über kurz oder lang unter dem gedenken an die meuternden offiziere des raubschiffes III. reich und seines kapitäns hitler subsummiert wird. aber das ist ein anderes thema.
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