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Allahs Wege sind unergründlich, die der Drehbuchschreiber ebenfalls: 2172 Folgen hat es gedauert, bis es in der Daily Soap Marienhof (ARD) zum ersten schwulen Kuss zwischen zwei türkischen Männern kam.

Intensiv beteiligt an diesem sekundenkurzen Stück homophiler Fernsehgeschichte ist der türkische Schauspieler Ercan Karacayli (Jahrgang 1967), der kürzlich zwei Wochen lang für Verwirrungen der Gefühle sorgte. Laut Storyline natürlich bei den Protagonisten der von Bavaria-Film produzierten Serie, aber auch bei den Fans der Soap.

Der in München aufgewachsene und in Nürnberg lebende Karacayli hat sich, so erzählt er, riesig auf diese Rolle gefreut. „Ich bin ja eher ein weicher Mann, und in dieser Rolle konnte ich diese Seite von mir besonders zeigen“, erklärt der Schauspieler, der in vielen TV-Krimiserien und auf Theaterbühnen zu sehen ist.

Zu weich sollte es allerdings dann auch wieder nicht sein, denn seinen Sohn (ja, Karacaylik ist hetero) fragte er vorher, ob der denn was dagegen hätte, wenn sein Papi im Fernsehen fremde Männer küssen würde. Dem war's schnurzpiepegal, also ging Ercan ran an den Mann. Was ihm Lob von den Freunden einbrachte: „Die meinten, ich mache das ganz gut“, was seine türkische Mutter aber beinahe zu Tode erschreckte.

Ob es einen weiteren Auftritt von ihm als schwulen Cousin Bülent geben wird, weiß Karacaylik noch nicht. Solange bleibt uns in der Soap nur der Darsteller Giovanni Arvaneh als Sülo Özgentürk erhalten, der überzeugend einen Hetero mimt, im wahren Leben aber schwul ist. Wie gesagt, Allahs Wege sind unergründlich, und die der Drehbuchschreiber…