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Die Deutsche Aids-Hilfe führte eine Befragung von rund 57.000 Mitgliedern des Datingportals Gayromeo durch.

Von Dennis Klein

In den letzten Jahren steigen die HIV-Neuinfektionen in Deutschland wieder. Das Robert-Koch-Institut registrierte 2005 insgesamt rund 2.500 Fälle. Vier Jahre zuvor steckten sich noch knapp 1.450 Menschen mit dem HI-Virus an. Mancher führt den Anstieg auf die Sorglosigkeit zurück, mit der sich Benutzer von Internetportalen zu Bareback-Abenteuern verführen lassen.

Daher führte die Deutsche Aids-Hilfe in Zusammenarbeit mit Gayromeo eine Befragung der User des populären Datingportals durch. Mehr als jedes siebte Mitglied, fast 57.000 Männer, füllten die Fragebogen aus. Die Auswertung der Daten bestätigte der DAH zufolge ähnliche wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre zum Safer-Sex-Verhalten.

Insgesamt gaben 52 Prozent an, in den letzten zwölf Monaten nie ohne Kondom Sex gehabt zu haben. "Selten" unsafe verhielten sich 16 Prozent, "manchmal" ohne Verhüterli trieben es 9 Prozent. Rund 21 Prozent gaben an, öfter ohne Gummi gepoppt zu haben, darunter 7 Prozent ausschließlich. Allerdings beinhaltet das auch Männer in einer monogamen Partnerschaft, immerhin fast jeder Dritte Gayromeo-User. Zudem hatten Neun von Zehn wissentlich im letzten Jahr keine Geschlechtskrankheit. So sagten auch 84 Prozent, dass sie selbst in Bezug auf eine HIV-Infektion ein geringes Risiko eingingen. Knapp 7 Prozent sahen ein eher hohes Risiko für sich selbst (der Rest macht keine Angaben).

6,2 Prozent der Gayromeo-User gaben an, selbst HIV-positiv zu sein. Auch hier ist wie bei den Ergebnissen des Robert-Koch-Instituts ein Anstieg seit 2001 festzustellen. Besonders auffällig dabei: Die Positiven werden immer jünger. Waren 2003 noch 23 Prozent der Neu-Infizierten unter 32 Jahren gewesen, waren es zwei Jahre später schon 43 Prozent. Als Hauptursache für ihre Infektion nannten die Befragten anonymen Sex (41 Prozent). 14 Prozent haben sich bei einem Langzeitpartner angesteckt, 13 Prozent durch einen Sexunfall (z.B. geplatztes Kondom). Drogenkonsum nannten nur 0,4 Prozent als Grund.

"Unter der Berücksichtigung, dass über 80 Prozent in ihrem Profil angeben, immer Safer Sex zu praktizieren und die Antworten der Fragen zusammenfassend kann man insgesamt von einem überlegten und reflektierten Umgang mit dem Risikofaktor HIV ausgehen", resümiert die Deutsche Aids-Hilfe. So weise auch die Angaben "nach Absprache" oder "keine Angabe" bei der Kondombenutzung nicht gleich auf einen verantwortungslosen Barebacker hin, "da sie in den jeweiligen Kontetxten unterschiedliche Bedeutung haben können". Kritisch sieht die DAH "die geringe Testdurchführung und die fehlende Sichtbarkeit von HIV-Positiven - insbesondere bei Jüngeren". So sagten nur 42 Prozent, sie würden Positive persönlich kennen - und rund jeder Dritte gab an, noch nie einem HIV-Test gemacht zu haben.

Ein weiteres Vorurteil entkräftete die Studie auch: Nur 31 Prozent sagten, auf der Datingplattform hauptsächlich Sex zu suchen. 51 Prozent wollten in Kontakt mit Freunden bleiben oder neue Freunde finden - und jeder Achte sucht in den Weiten des Internets die große Liebe.

4. September 2006



11 Kommentare

#1 tux2006Anonym
#2 frankAnonym
  • 04.09.2006, 22:26h
  • aber bei gayromeo oder barebackcity weiss man doch wenigstens woran man ist...besser als diejenigen, die moral predigen und die ersten sind, die im sling liegen und alles in sich hinein lassen, was kommt.....
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#3 SaschaAnonym
  • 04.09.2006, 22:40h
  • Und warum immer nur Umfragen bei Homo-Portalen??? Wenn irgend etwas stetig zunimmt, dann der Anteil HETEROsexueller Männer an der Gesamtzahl der HIV-Infizierten!

    Solche Studien dienen - wenn sie sich derart offensichtlich auf eine bestimmte Gruppe konzentrieren - freilich immer auch einem Zweck: Der weiteren Stigmatisierung von Homosexualität und Homosexuellen in dieser Gesellschaft. Und der Kriminalisierung von HIV-Infizierten insgesamt.
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#4 seb1983
  • 05.09.2006, 11:09h
  • Ich kenne auch Freunde die auf "Heterofickportalen" sind, und kann dir versichern: die sind so sicher wie ein Gummi, da läuft nämlich so gut wie gar nichts *g*

    Und warum Schwule (hab mal Zahlen rausgegriffen ob es jetzt ein paar mehr oder weniger sind spielt keine Rolle: Stimmt, bei Heteros gabs '05 25% mehr Neuinfektionen, bei Schwulen "nur" 15% mehr. Aber dann guck dir mal das Niveau an: 1237 Schwule zu 344 Heteros, also 3 mal so viele Infektionen trotz nur 10% Homoanteil!

    Also: Wer im Glashaus sitzt......
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#5 dantonblnAnonym
  • 05.09.2006, 11:24h
  • Hätte die Redaktion einmal recherchiert wäre ihr aufgefallen, daß eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), druchgeführt von dem Sozialwissenschaftler Michael Bochow zu folgendem Ergebnis gekommen ist:
    Jeder zweite Teilnehmer hatte zum Zeitpunkt der Befragung einen Partner, wovon wiederum fast jeder zweite noch zusätzliche Sexualpartner außerhalb der Beziehung hatte. Das heißt: In etwa jeder zweiten schwulen Beziehung wird "fremdgegangen".
    Dabei hatte die Dauer der Partnerschaft einen großen Einfluss auf die Promiskuität der Männer, je länger Mann mit Mann zusammenlebt, umso mehr "Seitensprünge" finden statt. Bei den Beziehungen mit einer Länge von zwei bis zu vier Jahren leben bereits 48 Prozent der Partner nicht monogam, nach mindestens vier Jahren nur noch 28 Prozent. Bei einer Beziehungsdauer unter sechs Monaten gaben noch 80 Prozent der Paare an, sich körperlich treu zu sein.
    Dies scheint mir doch sehr im Widerspruch zu der "Gayromeo"-'Befragung zu stehen.
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#6 JonasAnonym
  • 05.09.2006, 11:45h
  • Kein Wunder, dass sich immer mehr Jungs infizieren. Schaut man sich die aktuellen Bareback-Pornos an, so findet man immer mehr attraktive Jungs um die 20 die fröhlich ohne Gummi poppen. Ist doch klar, dass dadurch der Nachahmer-Effekt, besonders bei jungen Leuten, gefördert wird. Gummis gelten mittlerweile für einige Jungs aus meinem Bekanntenkreis als "out" und störend. Besonders beim ersten Date wollen sich viele mit diesem Thema nicht beschäftigen, denn einfach nur geil soll es sein. Tja, echt schade!
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#7 SaschaAnonym
  • 05.09.2006, 12:23h
  • @seb1983:

    Wie schön, dass die "Böse Schwule"-Minderwertigkeits-Propaganda bei dir so gut zieht.

    Nein, ich sitze nicht im Glashaus, nur weil ich zu Recht auf die bewusste Instrumentalisierung solcher Zahlen hinweise, und auf die Tatsache, dass ungeschützter Sex unter Heterosexuellen ebenfalls extrem auf dem Vormarsch ist!
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#8 seb1983
  • 05.09.2006, 13:40h
  • Was hat das mit "Minderwertigkeits- Propaganda" zu tun??

    Ich habe ja darauf hingewiesen, dass die Zahlen bei Heteros ebenfalls steigen. Homos ficken sich aber immernoch an die Spitze.
    Wenn 10% der Bevölkerung für den ÜBERWÄLTIGENDEN Teil der HIV Infektionen verantwortlich sind dann sollte man sich da einige aus der "Community" mal Gedanken machen...
    Das hat nichts mit Minderwertigkeit zu tun sondern ist halt ne unschöne Tatsache.

    Die Gründe dafür sind nunmal dass Hetero(Männer) lange nicht so rumpoppen können wie sie wollen, das Risiko bei Analverkehr höher ist, und bei Homos kein Risiko einer Schwangerschaft besteht.

    Letztendlich können Homos halt so ungeschützt in der Gegend rumficken wie es Heteros gerne machen würden aber nicht können. Tolle Sache, nur sollte man sich dabei schützen. Aber wenn bei einigen Männern die Hormone durchgehen kommt bei Heteros halt meist ne Abfuhr mit Ohrfeige und bei Homos ungeschützer Sex raus.....
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#9 RainerAnonym
  • 08.09.2006, 10:49h
  • Diese Diskussion lenkt von einem wichtigen Problem ab. Weder wissen die "Wissenschaftler" wie HIV eigentlich übertragen wird, noch ist bekannt, wie denn HIV diejenigen Krankheiten verursacht, die man unter dem Sammelbegriff AIDS zusammenfasst.

    Vieles deutet darauf hin, dass szenetypische Drogen (Meth, Poppers) hier einen wichtigen Einfluss ausüben. Neue Studien verschiedener Institute bestätigen das immer wieder. Kann man z.B. hier ganz aktuell nachlesen:

    www.springerlink.com/content/g14t6671r1203h22/?

    Außerdem liegt (zum Glück) die Anzahl neuer AIDS-Erkrankungen in Deutschland mittlerweile weit unter dem dem Niveau, das vom Robert-Koch-Insititut für 2005 prognositiziert wurde. Die Abweichung wird seit 2001 zudem immer größer. Die erfreuliche Entwicklung hängt wohl damit zusammen, das HIV+ Menschen verantwortungsvoller mit Ihrer Gesundheit umgehen und der Einsatz von HIV-Medikamenten (HAART) immer weiter zurückgefahren werden kann (z.B. Behandlungspausen, später Behandlungsbeginn), um letztlich auch die teilweise tödlichen Nebenwirkungen zu vermeiden (Leber- und Nierenversagen, Herzinfarkte, abweichende Fettverteilung,).
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#10 MarcAnonym
  • 11.09.2006, 13:09h
  • monogamen Partnerschaft auf gayromeo? da merkt man wie verlogen die User dort sind. Was mach ich auf Romeo wenn ich keinen Fick suche. 99% suchen dort im Hinterkopf einen. Warum ist sonst die Plattform ab 18 Jahre wenn man dort nur über die neusten Autos spricht.

    Ich spreche nicht davon, dass die leute dort krampfhaft sex suchen - aber im hinterkopf hat es jeder ... ich nehm mich da nicht aus.

    Weiters fragt man sich, warum es über 30.000 Members in den BareBack Clubs gibt - das passt überhaupt nicht zu der Umfrage ;-)
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