Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5535

München/Berlin (queer.de) - Im Vorfeld des Papstbesuches vom 9. bis zum 14. September kommt es in München und Berlin zu Verstimmungen. Die Münchener SPD-Vizechefin und Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp unterstützt in einer offiziellen SPD-Presseerklärung eine Demonstration der Rosa Liste gegen die Diskriminierung Schwuler und Lesben durch die katholische Kirche. "Papst Benedikt XVI. gibt mit seinen antischwul und –lesbischen Äußerungen genug Anlass für eine solche Demonstration", argumentiert Rupp. Münchens SPD-Prominenz geht allerdings auf Distanz zu Rupps Vorstoß. Man könne "gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung kämpfen, ohne das Oberhaupt einer Weltkirche zu kränken und sich dabei in eine sektiererische Außenseiterposition zu begeben", sagte OB Christian Ude (SPD) zur SZ. Der Münchener SPD-Chef Franz Maget schloss sich seinem Parteifreund an: "Der Papst ist uns in München herzlich willkommen", so Maget. Es gebe Meinungsverschiedenheiten mit der Beurteilung von Homosexualität zwischen der Kirche und den Sozialdemokraten, dennoch herrsche "aus einer christlich-religiösen Überzeugung heraus eine große Freude" über den Papstbesuch. Die Demo "Für Gleichstellung und Akzeptanz - gegen Diskriminierung!" soll am Freitag (8. September) vom 11 bis 13 Uhr am Sendlinger Tor stattfinden. Sie wird unter anderem von der Aids-Hilfe München und vom LSVD unterstützt.

Beck: Papst soll sich aus Innenpolitik raushalten
Auch im Bundestag gibt es nach einem epd-Bericht dicke Luft anlässlich des Papstbesuches. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe Benedikt XVI bereits vergangenen Monat als Redner ins Parlament eingeladen, ohne die Fraktionen darüber zu informieren. Der Papst soll in seiner Funktion als Staatsoberhaupt des Vatikans anlässlich des 50. Jahrestages der EWG-Gründung sprechen - ein Novum in der Geschichte des Bundestages. Die Fraktionen forderten Lammert auf, dem Ältestenrat über sein Vorhaben zu informieren. Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünenfraktion, stellte für die Rede Bedingungen: "Wenn der Papst vor dem Bundestag spricht, dann tut er das als Staatsoberhaupt. Er darf sich aber nicht in die deutsche Innenpolitik einmischen und Themen wie Aids-Prävention, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften und Abtreibungsregelungen kommentieren." (dk)



Wo ist der bekennende Hetero?

Die Berichterstattung zum Rauswurf des Theologen David Berger holt den "bekennenden Schwulen" aus der Stereotypen-Mottenkiste. Ein Standpunkt von Christian Scheuß.
Vatikan lehnt Botschafter wegen Homosexualität ab

Frankreich kann den von Staatspräsident Nicolas Sarkozy ausgewählten Botschafter für den Vatikan nicht entsenden, da Papst Benedikt XVI wegen der Homosexualität des Diplomaten sein Veto eingelegt hat.

31 Kommentare

#1 splattergayAnonym
  • 06.09.2006, 13:34h
  • Freuen sich deutsche Politiker immer so, wenn die Diktatoren dieser Welt D besuchen ? Wie wäre es denn mal mit Kim Jong Il aus Korea oder Fidel Castro ?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 hwAnonym
  • 06.09.2006, 14:04h
  • @ splattergay

    schon, aber denen fehlt die unterstützung
    der weltbank, der cia oder des opus dei.
    ohne diese positiven merkmale geht da nix.
    wurde ratze nicht geheim in demokratischer
    wahl, sogar ohne gerichtsurteil, papst ?
    irgend sowas habe ich gelesen. so wie bush. oder meintest du nach innen demokratisch nach aussen lage entsprechend faschistisch ?
    ja, hat was, ich denk drüber nach.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 seb1983
  • 06.09.2006, 14:24h
  • Na der Erich ausm Osten wurde doch auch nett begrüßt damals..... (waren die Selbstschussanlagen da eigentlich schon abgebaut)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ManuAnonym
#5 rudolfAnonym
  • 06.09.2006, 14:52h
  • Bei den Münchner Sozen (sie sind im schwarzen Bayern nicht zu beneiden) zeigt sich ein weltweites Problem: obwohl man eigentlich gegen Homophobie ist, fällt Homophobie unter die Meinungsfreiheit.

    Also...

    Für Prof. Ratzinger sind staatlich anerkannte gleichgeschlechtliche Parternschaften "die Legalisierung des Bösen". Das ist akzeptabel. Was wäre wenn eine staatliche Anerkennung der jüdischen Religionsgemeinschaft für ihn "die Legalisierung des Bösen" wäre? Ich glaube (und hoffe), er wäre den Münchner Sozen dann nicht so hochwillkommen. Merke: die eine Minderheit darf man kränken, die andere nicht...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 JürgenAnonym
  • 06.09.2006, 14:54h
  • "Münchenens SPD-Prominenz geht allerdings auf Distanz zu Rupps Vorstoß. Man könne "gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung kämpfen, ohne das Oberhaupt einer Weltkirche zu kränken und sich dabei in eine sektiererische Außenseiterposition zu begeben" "

    Also Meinungsfreiheit nur dann, wenn man es schön im Verborgenen macht und nicht die Kirche kritisiert?

    Ich dachte, wir hätten die Trennung von Staat und Kirche, aber das scheint nicht so zu sein, wenn jetzt die Kirche mit ihrer Haltung keine Kritik loszulassen auch schon die Politik auf ihre Seite zieht!

    Ich sag ja immer: die Kirche ist nicht nur selbst undemokratisch, sondern auch eine echte Gefahr für die Demokratie!! Erst recht, wenn Parteien wie CDU und SPD sich auch noch auf diese Seite einlassen und Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit am liebsten ganz verbieten wollen!

    -----------------------

    "Auch im Bundestag gibt es nach einem epd-Bericht dicke Luft anlässlich des Papstbesuches. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) habe Benedikt XVI bereits vergangenen Monat als Redner vor dem Parlament eingeladen, ohne die Fraktionen darüber zu informieren."

    Dass jemand, der mit seinem Kondomverbot und anderen Äußerungen für viel Elend auf der Welt mitverantwortlich ist, während er selbst aus goldenen Bechern trinkt und Samt und Seide trägt, hier mit offenen Armen empfangen wird ist schon schlimm genug!

    Aber dass dann auch noch so jemand (ohne die Fraktionen zu verständigen) vor dem Bundestag reden soll, kann nur zwei Gründe haben: entweder unterstützt die deutsche Politik diese Haltung zu Kondomen, AIDS, Homosexualität, etc. oder sie wollen einfach nur die Publicity durch das Bild des Papstes am Rednerpult.

    Wie schon das ARD / ZDF-Interview wird der Papst auch diese Möglichkeit als Forum zur Verbreitung seiner Propaganda nutzen und die deutsche Politik wird zusehen!

    Die Welt wird immer konservativer, kirchliche Fanatiker und Ewiggestrige sind wieder auf dem Vormarsch und Politik und Medien unterstützen dies auch noch!

    Wir dürfen keine Minute nachlassen, dagegen zu arbeiten!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 CarstenAnonym
  • 06.09.2006, 15:08h
  • Der Papst und die katholische Kirche dürfen also weiter gegen Schwule und Lesben wettern und behaupten, Kondome würden nicht vor AIDS schützen, sondern wären der Grund für AIDS, während Menschen an AIDS sterben und z.B. in Afrika die AIDS-Waisen verhungern!

    Aber gegen solche wissenschaftlich widerlegten faschistischen Äußerungen darf man noch nicht mal demonstrieren...

    (Die Kirche hatte immer schon ein Problem mit Wissenschaft, weil Wissenschaft den Leuten die Wahrheit sagt und aufgeklärte Menschen sich nicht mehr für dumm verkaufen und einschüchtern lassen um der Kirche ihr Geld zu geben und ihr blind zu folgen.)

    Dass die Kirche so denkt ist schlimm genug, aber dass CDU und SPD dies auch noch unterstützen und keine Demos dagegen wollen ( was ein demokratisches Grundrecht ist), zeigt, dass auch CDU und SPD ein gefährliches Demokratieverständnis haben!

    Wenn CDU und SPD auch so denken, sollen die ruhig "eine große Freude" empfinden, aber als Demokraten sollten sie anderen auch eine andere Meinung zugestehen und auch akzeptieren, dass man dies zeigen will!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 WolfgangAnonym
  • 06.09.2006, 15:47h
  • Ich bin vom Verhalten Udes und Magets gegenüber Adelheid Rupp sehr enttäuscht. Da traut sich eine SPD-Politikerin, dem Papst (der wahrlich nicht bei allen Münchner Bürgern herzlich willkommen ist) ehrlich und offen ihre Meinung zu sagen, um dann von Ihnen zurück gepfiffen zu werden.

    Es reicht nicht, auf dem Christopher Street Day schöne Reden zu schwingen, um im politischen Alltag dann doch nicht dazu zu stehen. Von Politikern erwarte ich hier mehr Rückgrat.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 FranzAnonym
  • 06.09.2006, 15:50h
  • Gut, dass die Rosa Liste hier was unternimmt. Die Demo wird zwar im allgemeinen Papst-Getümmel untergehen, aber offensichtlich ist das Medienecho beachtlich...

    Franz
  • Antworten » | Direktlink »
#10 MariusAnonym
  • 06.09.2006, 16:41h
  • Toll, nach Meinung der CDU und der SPD darf der Papst also menschenverachtende Äußerungen über Homosexualität und sachlich falsche und gefährliche Äußerungen über AIDS machen und den Kampf gegen AIDS weiterhin behindern!!

    Aber dagegen sagen darf man nichts, zumindest bitte nicht öffentlich!

    Müssen jetzt alle ihr Gehirn abgeben und in kollektiven Wir sind Papst-Taumel verfallen oder darf man auch noch kritisch sein und seine demokratischen Grundrechte wahrnehmen? Laut CDU und SPD wohl nicht!

    Schlimm genug, dass die dem ein Forum (sogar im Bundestag) bieten, aber sachliche und begründete Kritik nicht zulassen.

    @Wolfgang:
    "Es reicht nicht, auf dem Christopher Street Day schöne Reden zu schwingen, um im politischen Alltag dann doch nicht dazu zu stehen. Von Politikern erwarte ich hier mehr Rückgrat."

    Das kennt man doch von Politikern. War doch nie anders...
  • Antworten » | Direktlink »