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Wenn sie keinen Bock aufs Business hat, verschwindet sie und singt auf den New Yorker Straßen Jazz und Blues: Madeleine Peyroux!

Von Jan Gebauer

Madeleine Peyroux könnte man exzentrisch nennen: 2004 schockte sie die Musikwelt, in dem sie mitten in der Promotion für das zweite Album ihrer Karriere, "Careless Love", einfach verschwand und erst mit Hilfe eines Privatdetektivs ausfindig gemacht werden konnte. Ihre Plattenfirma stand Kopf, die Medien hatten etwas für die Klatschspalten, Peyroux war das relativ egal. Als Straßensängerin soll sie sich vor und nach ihrem Debüt "Dreamland" im Jahre 1996 verdingt haben – abseits vom Glamour und dem nervenzerrenden Alltag zwischen Interviews, Promotion und der Marketingmaschinerie. Geschickter PR-Trick oder das Entziehen einer sensiblen Künstlerin, der so gar nichts am großen Starrummel liegt? Wahrscheinlich ist das Urteil darüber der Peyroux egal, und wer weiß schon, ob sie sich nicht pünktlich zur Veröffentlichung ihres neuen Werkes "Half the Perfect World" wieder auf und davon macht. Immerhin stehen viele Verpflichtungen an, denn in Frankreich und Großbritannien ist sie bereits ein großes Thema für die Albencharts.

Sensibel erscheint ihre Musik auf jeden Fall. Mit einem geschickten Gespür für exquisite Fremdkompositionen und reife Eigenarbeiten überzeugt Peyroux als engagierte Künstlerin, die sich viele Gedanken um die Präsentation ihrer Musik macht. Ihre Stimme ist Geschmackssache: Introvertiert, rauchig und sehr eigenwillig erinnert sie noch am ehesten an die große Billie Holiday – einen Vergleich, den die Peyroux überhaupt nicht mochte und Ende der 90er Jahre gegenüber Journalisten gerne mit "mauligen Kommentaren" ("jazzzeitung.de") beantwortete. "Von Billie Holiday habe ich ungeheuer viel gelernt, vor allem, dass man versuchen sollte man selbst zu sein. Je mehr ich singe, desto näher komme ich diesem Ziel", lenkte Peyroux 2004 ein. Ihre Musik wirkt zurückhaltend, warm und aufrichtig. So wählte sie eine der schönsten Joni-Mitchell-Komposition aus ("River") und nahm sie im Duett mit der wunderbaren k.d. lang auf. Hinzu kommen vier eigene Stücke, sowie Songs von Tom Waits, Serge Gainsbourg, Charles Chaplin und Leonard Cohen. Klar, waghalsig ist das nicht gerade, dafür umso schöner, da die Peyroux ihr Charisma in jede Sekunde ihrer Musik einfließen lässt. "Half the Perfect World" ist eine Platte, die nicht beim ersten Anhören wirkt, sondern einige Umdrehungen braucht, um richtig zu berühren.

Für Fans von: Joni Mitchell, Katie Melua, Norah Jones

Video-Clip "I'm All Right"

6. September 2006



#1 mvsAnonym
  • 08.09.2007, 17:16h
  • half the perfect world ist leider ein etwas zu langweiliges album geworden.

    river ist nicht besonders berauschend - aber daran sind schon ganz andere gescheitert (siehe sarah mclachlan).

    am besten gefällt mir "a little bit".

    aber mit jazz hat die ganze scheibe herzlich wenig zu tun. das wäre so, als würde man norah jones nachsagen, opern zu singen.
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