Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5556
  • 10. September 2006, noch kein Kommentar

Keine Sci-Fi-Serie hat so viele schwul-lesbische Fans ins All gelockt wie die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise.

Von Christian Scheuß

Am 8. September 1966 begann die Zukunft. Der amerikanische Fernsehsender NBC strahlte die erste Folge der neuen Fernsehserie Star Trek aus. Die allerdings begeisterte die Zuschauer am Anfang wenig. Ein merkwürdiger Mann mit spitzen Ohren, eine schwarze Frau gleichberechtigt in leitender Position, eine multikulturelle Truppe auf der Brücke? Das war für manchen Amerikaner dieser zeit viel zu futuristisch. Nach nur drei Staffeln wurde die Serie wieder eingestellt, um ihren kometenhaften Aufschwung erst mit den Wiederholungen Anfang der Siebziger Jahre zu erleben. Auch in Deutschland.

Inzwischen kann man auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken: Insgesamt fünf TV-Serien sind aus dem Star Trek-Universum entstanden, zehn Kinofilme, über 650 Bücher in zwölf Sprachen und mehr als 60 Computerspiele. Alljährlich treffen sich tausende von Fans zu den sogenannten Conventions, wo man sich austauscht, Schauspieler trifft und sich mit Merchandising-Artikeln eindecken kann. Auch wenn das Fieber inzwischen etwas nachgelassen hat, da derzeit keine aktuelle TV-Serie mehr produziert wird, die Trekkies, wie die Fans liebevoll genannt werden, sie sind noch da.

Und darunter nach wie vor viele Schwule und Lesben. Das hat seinen Grund. Denn die Originalserie, erfunden von Gene Roddenberry, hat bereits in den sechziger Jahren die Botschaft der Gleichheit aller Lebensformen betont. Egal, ob man aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammte, wie an Bord des Schiffes, oder im All mit seinen merkwürdigen Kreaturen. Immer wieder wurde deshalb auch die Forderung nach einer schwulen oder lesbischen Hauptrolle in einer der Ableger laut, erfüllt hatte man diesen Wunsch jedoch nie. Dafür jedoch spielte mehrmals das Thema Geschlechterverwirrung und –Wechsel, Travestie und einmal indirekt auch das Thema Aids eine Rolle in einzelnen Episoden. Und was nicht auf dem Bildschirm oder im Kino direkt zu sehen war, wurde eben in der Fanfiction dazu gedichtet. Trekkies schrieben eigene Serienplots mit schwulen oder lesbischen Charakteren und veröffentlichten diese im Internet. Zum Teil sogar mit explizit sexuellen Darstellungen.

11.09.2006