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  • 11. September 2006, noch kein Kommentar

Es muss nicht immer Paris sein. Ein Wochenende in Frankreichs internationalster Stadt.

Von Roberto La Pietra (Text und Fotos)

Leben wie Gott in Frankreich – dieses Motto gilt nicht nur für die größten Städte Frankreichs, sondern auch für die eher überschaubare Europa-Metropole Straßburg. Es mag an den vielen Politikern liegen, dass die Stadt so ein reiches kulinarisches Angebot für den Besucher bereit hält oder einfach Tradition haben in dieser Hauptstadt des Elsass.

Die Innenstadt, die quasi gleichzeitig eine Insel ist, umzogen von Kanälen, könnte schöner nicht sein. Auf Schritt und Tritt trifft man auf die typischen Fachwerkhäuser, die zu der Beliebtheit dieser Stadt beitragen. Zu der Fülle an beeindruckender Architektur kommt ein riesiges Angebot an Shopping-Möglichkeiten. Rund um die Place Kleber findet der Besucher zahlreiche Geschäfte, um sich mit Klamotten einzudecken, die er wenige Kilometer westlich, diesseits der deutschen Grenze, nicht finden wird.

Aber was wäre Straßburg ohne Essen. Natürlich kann man sich auf eines der zahlreichen traditionellen Restaurants stürzen, die Leckereinen wie Elsässer Flammkuchen oder zuckersüßes Gebäck anbieten. Wer allerdings französisches Essen genießen will, wenn er schon mal im Lande ist, sollte Ausschau halten nach einem der Menüs, die es schon ab rund 15 Euro gibt.

Im "Chaine d’Or" an der Grand Rue zum Beispiel kriegt man für diesen Preis schon Vor-, Haupt- und Nachspeise. Wer Meeresfrüchte bevorzugt, kann sich für wenige Euros mehr über einen riesigen Berg Miesmuscheln oder sogar Austern hermachen. Deftiger, aber gänzlich untouristisch, geht es in "L’Epicerie" in der Rue du Vieux Seigle zu. In diesem schnuckeligen, kleinen Restaurant wird gereicht, was wir hierzulande als ein kreatives belegtes Schnittchen bezeichnen würden. Von Lachs über Ziegenkäse bis hin zu süß belegten Brötchen mit Aprikosen und Mandeln gibt es hier alles, worauf der hungrige Gaumen Lust hat. Dazu schlürft man am besten ein Glas Grenadine.

Wer den Daheim-Gebliebenen gerne etwas von der Straßburger Plätzchen-Backkunst mitbringen möchte, sollte einen Besuch im "Cure de Gourmande" nahe des Münsters nicht verpassen. Hier lassen sich nach Herzenslust Kekse jeglicher Art zusammenstellen und in einer Box als Geschenk verpacken.

Wer einen Schönwetter-Tag erwischt, sollte einmal entlang der Kanäle rund um die Innenstadt gehen. Auf der Höhe des Quai des Pecheurs gibt es neben Cafés und Restaurants auf Booten sogar eine Strandbar. Im "Straßburg Plage" lassen sich Eiskaffee und weiße Schokolade schlürfen, während eine nette Französin am Nebentisch vielleicht einen aufschlussreichen Vortrag über die elsässiche Identität hält, sobald sie ein paar deutsche Wortfetzen aufschnappt.

Die Szene: klein, aber fein

Straßburg ist vielleicht nicht dafür berühmt, aber es gibt sie: die Szene. Freilich nicht so groß wie in Paris oder Lyon, schlägt der "Gaydar" durchaus das eine oder andere Mal aus, wenn man abends durch die Straßen zieht. Sowohl essen als auch trinken kann man beispielsweise in "Woodies" in der Grand Rue. Gemütlich und auch ein wenig stylisch eingerichtet, kann man hier klassisch Kir schlürfen oder sich einen der riesigen Nachspeisen-Teller gönnen.

Gleich um die Ecke in der Rue du Fossé des Tanneurs gibt es das "Golden Gate". Bei schönem Wetter sitzen die Besucher draußen, bei schlechtem Wetter begibt man sich in die Kellerbar. Besonders passend zur Stadt lässt es sich im "La Voile Rouge" clubben, denn diese Disko liegt auf einem Boot direkt hinter dem Museum für moderne Kunst.

Alles in allem ist Straßburg eine schnuckelige und zugleich aufgeschlossene und internationale Stadt, reich an Architektur, Flair und Gaumenfreuden. Anreisen lässt es sich am besten mit dem Auto oder dem Zug, denn der nahe gelegene Flughafen bietet nicht gerade eine reiche Auswahl an Direktflügen nach Deutschland.

Wohnen lässt es sich, je nach Preisvorstellung, am besten in einem der vielen Hotels der Marken Ibis, Novotel oder Mercure. Wer spontan ist und nicht gerade in der Hochsaison nach Straßburg reist, kann auch kurzer Hand in eines der kleineren und persönlicheren Hotels in der Innenstadt hineinspazieren. Besonders luxuriös lässt es sich im "Regent Petite France" residieren. Wie der Name sagt liegt das Hotel an der Petite France, jenem Bereich der Innenstadt, wo die Kanäle am malerischsten ineinander fließen.

12. September 2006