Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?5575

Er war ein begnadeter Maler, homosexuell, exzentrisch und zeitweise sogar ein gesuchter Mörder: Caravaggio!

Von Frank-Michael Rall (pte) und Carsten Weidemann

Religion, Erotik und Gewalt waren seine bevorzugten Themen: Dem italienischen Maler-Genie und Skandal-Künstler Michelangelo Merisi, nach seinem Geburtsstädtchen kurz Caravaggio genannt, widmet der Düsseldorfer Museum Kunst Palast im Rahmen des Kunstfestes "Quadriennale 2006" die erste Einzelschau in Deutschland. Genau 38 ausdrucksstarke Gemälde des für sein bewegtes schwules Leben bekannten Meisters (1571-1610) der frühen Barock-Ära werden vom 9. September 2006 bis zum 7. Januar 2007 gezeigt. Vor allem seine Hell-Dunkel-Technik und der eindringliche Realismus seiner Werke galten einst als Revolution. Die von Kurator Jürgen Harten exklusiv ermöglichte Ausstellung zeigt Beispiele aus den verschiedenen Schaffensphasen des Architektensohns. Die Bilder sind hochkarätige Leihgaben anderer Museen oder aus Privatsammlungen und hängen eigentlich in verschiedenen Kirchen Roms, Süditaliens und auf Malta. Über 100.000 Besucher werden erwartet.

"Nach einem langen Zeitraum fand sein faszinierendes Talent erst Anfang des 20. Jahrhunderts wieder neue Beachtung. Mittlerweile sind seine außergewöhnlichen Bildfindungen auch häufig Gegenstand kunsthistorischer Forschungen. Vor ihm waren Heilige fast immer nur geschönt und ohne Makel dargestellt worden, Caravaggio ging dagegen unkonventionell und lebensnah vor und glänzte dabei als ausdrucksstarker Licht-Dramatiker", betonte Projektleiterin Sabine Söll-Tauchert (36) gegenüber "pressetext.de". Die Düsseldorfer Schau des von zeitgenössischen Kollegen wie Rubens oder Rembrandt durchaus geschätzten Virtuosen ist dabei in sechs Themenbereiche gegliedert, darunter "Schauspiele der Sinne", "Der leibhaftige Christus" und "Folter und Martyrium". Für seine Darstellungen dienten Caravaggio einerseits musizierende Knaben oder anmutige Jünglinge, für das Öl-Gemälde "Martha tadelt Magdalena" (um 1598) inspirierten ihn erstmals weibliche Vorbilder. Zu den nach 1600 entstandenen Kompositionen gehören unter anderem "Die Gefangennahme Christi", "Das Gastmahl in Emmaus" und "Der büßende heilige Hieronymus". Kontrovers: Seine vermutliche Homosexualität und Neigung zu Straßenkindern und Jünglingen wurde immer wieder mit seinem Werk in Verbindung gebracht.

Zu seinem Lieblingsthema wurde "Johannes der Täufer" in vielen Variationen - einmal bildete er ihn sogar als entblößten Hirtenknaben mit anzüglichem Lächeln ab. Effektvoll inszenierte Marterszenen und biblische Dramen, wie David mit dem abgeschlagenen Haupt des Goliath, bilden den Abschluss. Sein wohl umstrittenstes Bild nennt sich "Tod der Jungfrau Maria", dessen Original im Pariser Louvre hängt. Als "Vorbild" für das Altargemälde soll Caravaggio eine ertrunkene Prostituierte ausgewählt haben. Nicht weniger spektakulär als seine Kunst - zu seinen Auftraggebern gehörten kirchliche Würdenträger oder römische Aristokraten - war seine Biografie. Gerichtsakten und Schriftquellen berichten von seinem streitbaren Charakter, von kirchlichen wie privaten Förderern und öffentlichem Aufsehen. Nach dem Totschlag eines Freundes beim Schlagball im Mai 1606 floh er vor der Justiz und hoffte aus dem Exil heraus auf päpstliche Begnadigung, ehe er einen frühen und rätselhaften Tod in der Nähe von Rom starb.

Caravaggio-Ausstellung, 9. September 2006 bis 7. Januar 2007, Museum Kunst Palast, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf, Dienstag – Sonntag 10:00 – 20:00 Uhr, Montag geschlossen, Eintritt: 10,00 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro

13. September 2006



#1 andyAnonym
  • 13.09.2006, 17:12h
  • hi , das war ein grosser künstler. schade ,dass wir heute meistens nur mit kitsch in kunst zu tun haben!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 andyAnonym
  • 13.09.2006, 17:13h
  • hi , das war ein grosser künstler. schade ,dass wir heute meistens nur mit kitsch in kunst zu tun haben!
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Dieter GiesekingAnonym
  • 20.09.2006, 23:20h
  • Hallo, die Ausstellung war zuvor in Amsterdam und kommt jetzt nach Deutschland.

    Die Knabenliebe des Künstlers ist offensichtlich. Auch der Deutsche Maler Otto Lühmüller ist in der heutigen Zeit sehr gefragt.

    Gruß Dieter-K13
  • Antworten » | Direktlink »