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  • 15. September 2006, noch kein Kommentar

Diesmal kein Klatsch oder Skandälchen: Mit "The Captain and the Kid" gibt es ein neues Album und viel Lob dazu.

Von Jan Gebauer

Zuletzt hatte sich Elton John bitter darüber beklagt, dass sich seine letzten Alben nicht mehr so gut verkauften und die Radio-Stationen seine Singles nicht mehr spielen wie in alten Zeiten. Dabei wäre seine Musik nie so stark und ehrlich wie heutzutage. Die Kritiker sahen das anders: Die eindringlichen Balladen der letzten CD "The Peachtree Road" kamen nur bedingt an. Bei seinem neuen Album "The Captain and the Kid" zeigt zumindest die Kurve bei den Kritikern wieder nach oben. Im Gegensatz zu anderen Fortsetzungen der Rockgeschichte sei das Werk eine sehr gelungene Anknüpfung an ein altes Erfolgsalbum, urteilte unter anderem die Londoner "Times". "The Captain And The Kid" sei eine gelungene Meditation über seine Beziehung zu Songwriting-Partner Bernie Taupin und darüber hinaus zu Amerika in den vergangenen Jahrzehnten, schrieb die Zeitung "The Independent" und fügte hinzu: "Die große Überraschung ist, dass so eine schamlose Nabelschau tatsächlich recht bewegend sein kann." "Bei dem alten Album geht es darum, wie man mit dem möglichen Versagen umgeht, während sich das neue darum dreht, wie man mit dem Erfolg fertig wird," erklärte John gegenüber der Presse und freute sich, dass sein neues Werk derzeit so hervorragende Kritiken erhält.

John hat die Stücke für das neue Album, wie bereits erwähnt, mit dem Lyriker Bernie Taupin verfasst. Bereits seit Johns Debüt "Empty Sky" (1969) arbeitet Taupin mit dem exzentrischen Musiker zusammen. Gemeinsam sind sie nach mehr als 30 Jahren zu Johns kommerziellem Höhepunkt in Amerika zurückgekehrt. 1975 hatten die Beiden dort große Erfolge mit "Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy" und der dazugehörigen Single "Someone Saved My Life Tonight" gefeiert. Heute gilt die LP längst als Klassiker, wurde von der Branchenbibel "Rolling Stone" auf Platz 158 der 500 besten Alben aller Zeiten gewählt und verkaufte sich alleine in den USA über drei Millionen Mal. Nun erzählen John und Taupin unter ihren Spitznamen "Captain" und "Kid" die Amerika-Geschichten von damals weiter. Fantasievoll, bunt und ausdrucksstark, als ob die 30 letzten Jahre nur ein Augenblick gewesen wären. So stehen sie bereits beim ersten Song im Dialog mit US-Präsident Richard Nixon, lassen Walt Disney Gott spielen und jagen Hollywood-Ikone Steve McQueen im hellroten Porsche über den weltberühmten Sunset Boulevard.

Außerdem verriet John den Reportern, wie er seine Trauer um gestorbene und ermordete Freunde wie Freddie Mercury und John Lennon in einem Song des Albums verarbeitete. "Blues Never Fade Away" ist eine überaus gelungene Hommage, übrigens nicht die erste, denn bereits 1983 widmete John "Empty Garden" seinem alten Freund John Lennon. "Der Song ist stark autobiografisch und handelt davon, wie unfair das Leben ist, wenn wunderbare Menschen gehen müssen und andere nicht. In der dritten Strophe geht es um meinen guten Freund Gianni Versace und die Ungerechtigkeit und den Schmerz, der niemals versiegt", offenbarte John gegenüber der Presse. Außerdem nannte er Robbie Williams als den "größten Solostar der Welt", der darauf stolz sein solle. Dieser würde in einer Reihe mit Freddie Mercury stehen, da er ähnlich viel Talent besäße.

15. September 2006